Sicherheitsmaßnahmen gegen unliebsame Überraschungen

Datacenter Security muss etlichen Gefahren trotzen

07.08.2008 | Autor / Redakteur: Götz Güttich / Stephan Augsten

Illustration: Franck Boston – Fotolia.com
Illustration: Franck Boston – Fotolia.com

Weitere Brandursachen

Nicht nur Blitze rufen Brände hervor. Andere Ursachen hängen mit der Elektrizität zusammen, außerdem spielen im Zusammenhang mit Feuer Überhitzungen und Explosionen eine wichtige Rolle. Feuer durch Elektrizität brechen unter anderem aus, wenn die Stromstärke oder -spannung eines Versorgungsanschlusses zu hoch für das daran betriebene Gerät ist.

Fehlerhafte Kabelisolierungen stellen ebenfalls eine Gefahr dar, sie sorgen nämlich in unglücklichen Fällen für Funken, die in der Nähe befindliche brennbare Stoffe entzünden können. Deswegen sollten die Verantwortlichen darauf achten, dass nicht nur die Kabelisolierungen in Ordnung sind, sondern sich auch im Rechenzentrum möglichst wenig brennbare Materialien befinden.

Dieser Tipp mag übertrieben klingen, aber in der Praxis ist es oft so, dass herumliegende Papierberge und Verpackungen, überquellende Papierkörbe sowie Wollmäuse und ähnlicher Dreck ein Feuer erst ermöglichen. Das regelmäßige Putzen des Rechenzentrums erfüllt demzufolge nicht nur ein Hygiene- sondern auch ein Sicherheitsbedürfnis. In diesem Zusammenhang sollten die IT-Mitarbeiter auch darauf achten, dass in den Räumen des Rechenzentrums ein Rauchverbot herrscht und dass Feuerlöscher in ausreicheder Menge vorhanden sind.

Zusätzlich können noch weitere Präventionsmethoden angewandt werden. Dazu gehören Brandschutztüren und besonders sichere Verkabelungen. Bei den Brandschutztüren reicht es oft schon aus, Maßnahmen zu implementieren, die die Rauchentwicklung aufhalten, da schon der Rauch einen verheerenden Einfluss auf IT-Umgebungen haben kann. In Umgebungen mit besonders hoher Brandgefahr bringt es aber definitiv zusätzlichen Nutzen, „richtige“ Brandschutztüren zu installieren, die dazu in der Lage sind, ein Feuer für eine gewisse Zeit aufzuhalten.

Bei der Verkabelung lassen sich sowohl schwerentflammbare Kabel verlegen – diese Vorgehensweise ist allerdings mit signifikanten Kosten verbunden – als auch so genannte Kabelbrandabschottungen einrichten, die die Umgebung der Kabel besonders gut gegen Feuer absichern. Sie sorgen dafür, dass entstehende Kabelbrände keinen Sauerstoff erhalten, und verhindern auch, dass das Feuer schnell auf andere Bereiche übergreift.

Brandbekämpfung

Ist es einmal zu einem Brand gekommen, so sollte bereits die Rechenzentrumsinfrastruktur dazu in der Lage sein, diesen aktiv zu bekämpfen. Eine besondere Bedeutung fällt hier den Sprinkleranlagen zu. Diese sind relativ preisgünstig und lassen sich leicht warten, haben aber das Problem, dass das im Brandfall ausgetretene Wasser gewaltige Schäden an den IT-Komponenten anrichten kann. Abgesehen davon bringen Sprinkleranlagen nur wenig, wenn es um das Bekämpfen verdeckter Brände etwa in Serverschränken oder Kabelschächten geht.

Für manche Umgebungen stellen CO2-Löschsysteme eine sinnvolle Alternative zu den Sprinkleranlagen dar. Diese verwenden das Prinzip, brennende Feuer zu ersticken und benötigen deswegen kein Wasser. Aber auch sie bringen Nachteile mit sich: Zum einen stellen sie eine große Gefahr für eventuell noch im Raum anwesende Personen dar, zum anderen haben sie keine Kühlwirkung, sodass sie nicht dazu in der Lage sind, Schäden durch Hitzeentwicklung einzudämmen.

Wem diese Brandbekämpfungsmethoden nicht ausreichen, der sollte über den Einsatz von Edelgasen nachdenken. Löschsysteme auf Edelgasbasis (wie beispielsweise Argon) reduzieren ebenfalls den Sauerstoffanteil der Luft und bringen Flammen damit zum Ersticken. Sie sind aber für Menschen ungefährlicher als CO2, sodass keine Lebensgefahr für die Personen besteht, die sich im brennenden Raum befinden. Außerdem erzeugt Argon auch keine Schäden an IT-Produkten. Kehrseite: Solche Systeme sind verhältnismäßig teuer.

Seite 4: Wasserschäden und technische Störungen

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