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Studie zu Hacker-Angriffen Daten weg, Kunden weg

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Der Security-Anbieter Centrify hat Verbraucher bezüglich ihrer Einstellung zu Hacker-Angriffen auf Unternehmen befragt.

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Zwar finden Verbraucher Cyber-Attaken normal, Kunde eines gehackten Unternehmes wollen die meisten trotzdem nicht sein.
Zwar finden Verbraucher Cyber-Attaken normal, Kunde eines gehackten Unternehmes wollen die meisten trotzdem nicht sein.
(Bild: © Tomasz Zajda - Fotolia)

Immer wieder werden Unternehmen gehackt, wodurch Kundendaten abhanden kommen. Eine von Centrify durchgeführte Online-Studie zeigt, dass 57 Prozent der Befragten in Deutschland wahrscheinlich beziehungsweise sehr wahrscheinlich ihre Geschäftsbeziehungen zu einem Unternehmen nach einem Datenleck beenden würden. In den USA und in Großbritannien ist die Zahl mit 66 Prozent respektive 75 Prozent sogar noch höher.

Informationen für Geschädigte

Sind Daten abhanden gekommen, werden der Umfrage zufolge deutsche Endanwender im internationalen Vergleich genauso häufig von Unternehmen, von denen sie Kunden oder Angestellte sind, informiert wie in den USA und Großbritannien (zwischen 45 Prozent und 53 Prozent in allen drei Ländern).

Nachdem Unternehmen einen Datenverlust erlitten hatten, raten sie ihren Kunden, proaktiv Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten. 46 Prozent der deutschen Kunden wurden angehalten, ihre Kontoaktivitäten genau zu beobachten. 71 Prozent sollten ihr Passwort ändern. Im Gegensatz dazu rieten Unternehmen nur weniger als einem Drittel ihrer Kunden dazu, Betrugswarnungen anzufordern, eine Sicherheitssperre in Betracht zu ziehen oder Multi-Faktor-Authentifizierung zu nutzen.

Die meisten Befragten gaben an, durchaus Zeit in die Ausführung von Sicherheitsmaßnahmen investieren zu wollen. Dabei haben deutsche Verbraucher die größte Geduld: Über die Hälfte (52 Prozent) sind bereit, mehr als 10 Minuten dafür zu opfern. In den USA sind es 46 Prozent und im UK 30 Prozent.

Die Schuldigen

Die Befragten finden, dass die Verantwortung für Datenlecks nahezu komplett bei den Unternehmen liegt. Knapp zwei Drittel der Befragten in allen drei Ländern sehen – auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (hoch) – die Verantwortung von den Unternehmen bei 9 oder 10, sich vor Hacker-Angriffen zu schützen und Informationen ihrer Kunden sicher zu bewahren. Zudem sehen viele der Studienteilnehmer die volle Verantwortung bei den Unternehmen: Sie sind der Meinung, dass Unternehmen nicht genügend Verantwortung übernehmen, wenn sie gehackt wurden (38 Prozent in Deutschland, 41 Prozent in den USA und 50 Prozent in Großbritannien).

Hacks nehmen das Vertrauen

Zwar akzeptieren viele Endkunden, dass Cyber-Attacken unvermeidbar sind: Etwa drei Viertel finden es wahrscheinlich oder sogar normal, dass Unternehmen und große Organisationen gehackt werden. Aber nur wenige Befragte betrachten es normal, gehackt zu werden (16 Prozent in Deutschland, 13 Prozent im UK und 21 Prozent in den USA).

Die Studie zeigt zudem, dass 17 Prozent der deutschen Endkunden sehr wahrscheinlich ihre Geschäftsbeziehung mit einem Unternehmen beenden würden, wenn dieses gehackt wird. Vor allem solche Verbraucher, deren persönliche Informationen schon einmal durch einen Hack kompromittiert wurden, technisch versierte Personen und regelmäßige Online-Shopper würden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Geschäfte woanders abwickeln.

„Die Studie macht deutlich, dass Unternehmen ihre Sicherheitssysteme stark aufrüsten und alles in ihrer Macht stehende tun müssen, um ihre Kundendaten zu schützen und Datenlecks zu vermeiden“, sagt Barry Scott, CTO EMEA von Centrify. „Wenn Unternehmen die Kundendaten einem Risiko aussetzen, riskieren sie damit den Fortbestand des ganzen Unternehmens. Verbraucher tolerieren es nicht einfach, wenn Unternehmen, bei denen sie Kunden sind, gehackt werden. Organisationen müssen jetzt akzeptieren, dass sie die volle Verantwortung für ihre IT-Sicherheit tragen und schnellstens geeignete Maßnahmen ergreifen sollten.“

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