Wirtschaftskriminalität trifft besonders den Mittelstand

Datendiebe und Spione haben leichtes Spiel

| Autor / Redakteur: Mathias Gärtner* / Stephan Augsten

Zu großer Mut zum Risiko

Fehlen diese Maßnahmen, so haben es Cyber-Kriminelle nicht schwer, in ein Firmennetz einzudringen und nach relevanten Daten zu suchen. Das Bewusstsein, hier handeln zu müssen, ist aber durchaus vorhanden. Eine Studie der NIFIS zeigt, dass 77 Prozent der befragten Unternehmen spezielle IT-Sicherheitslösungen für BYOD als notwendig erachten und den Zugriff dieser Geräte auf sensible Daten nur eingeschränkt ermöglichen wollen (65 Prozent).

Jedoch fehlen vielfach Lösungen, um dies umzusetzen, und die Firmen scheuen den dazu notwendigen Implementations- und Kontrollaufwand. Vielfach herrscht noch die Meinung vor, man selbst sei doch viel zu uninteressant, als dass man ausgespäht wird. Gerade der kleine Mittelstand, der in Deutschland der Innovationsmotor ist, vernachlässigt hier leichtsinnig den Informationsschutz und riskiert in hohem Maße seine Geschäftsfähigkeit.

Doch über all diese technischen Maßnahmen sollte man die Organisation nicht vergessen. Wie viele Mitarbeiter nutzen ihre Geräte um im öffentlichen Raum an Geschäftsdaten zu arbeiten? Der Autor selbst hat auf Flügen von London nach Frankfurt sehr sensible Geschäftsdaten großer Firmen zu Gesicht bekommen, weil der Sitznachbar die Stunden nicht ohne Arbeiten daran aushalten konnte.

Wie viele Firmen haben eine Policy bezüglich der Nutzung von Social Media? Es ist ein leichtes, aus den an sich harmlosen Postings der Mitarbeiter „Morgen bin ich auf Geschäftsreise bei der Firma XY“ auf neue Entwicklungen zu schließen und weitere Spionagemaßnahmen einzuleiten. All diese Datenverluste lassen sich nicht durch technische Maßnahmen verhindern, hier ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter gefragt. Dies kann sinnvoll nur durch Schulungsmaßnahmen erfolgen.

Fazit

Generell ist die Tendenz, neue technische Möglichkeiten ausschließlich auf Kostenersparnis hin auszuwählen, ein gefundenes Einfalltor für Wirtschaftsspionage. Damit ist sowohl die staatlich organisierte Spionage als auch die im Auftrag von Konkurrenzunternehmen gemeint.

Viele Wirtschaftsunternehmen in Deutschland wissen zwar um das Problem, tun jedoch zu wenig oder gar nichts für den Schutz ihrer Daten. Und wenn etwas unternommen wird, so wird das Augenmerk stark auf die IT-Technik gelegt und die soziale Komponente, der Mitarbeiter, wird dabei vergessen.

* Mathias Gärtner ist stellvertretender Vorsitzender der NIFIS e.V.

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