Sophos-Umfrage

Datensammelwut schreckt Nutzer nicht ab

| Autor: Heidemarie Schuster

Zwar stören sich viele der Befragten an der Datensammelwut von Internetkonzernen, die Nutzung einschränken wollen jedoch die wenigsten.
Zwar stören sich viele der Befragten an der Datensammelwut von Internetkonzernen, die Nutzung einschränken wollen jedoch die wenigsten. (Bild: © viperagp - stock.adobe.com)

Techconsult hat im Auftrag von Sophos 200 Mitarbeiter aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen in Deutschland zu ihrer Internet-Nutzung befragt. Dabei kam heraus, dass die Sammlung von Daten von den meisten Befragten zwar toleriert wird, aber sich viele mehr Mitbestimmung wünschen, was mit den eigenen Daten geschieht.

Es ist bekannt, dass Internetkonzerne nur allzu gerne Daten von Nutzern sammeln, was immer wieder für Diskussionen sorgt. Sophos wollte wissen, was Nutzer zu diesem Thema bewegt und was sie sich von den Internetfirmen wünschen. Es zeigt sich: die Angst vor einer kriminellen Datennutzung ist groß, die mögliche Verletzung der Privatsphäre spielt jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Die Absicht, ihre Internetnutzung maßgeblich einzuschränken haben die Wenigsten.

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Datenmissbrauch durch Kriminelle

Danach gefragt, was sie bei der Weiterverarbeitung der eigenen Daten durch Internetkonzerne am meisten befürchten, gaben rund 31 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, dass ihre größte Sorge einer kriminellen Nutzung ihrer Daten gilt. Hierum sorgen sich dabei mit 47 Prozent vor allem Mitarbeiter in Handelsunternehmen. Mit rund 29 Prozent aller Antworten zeigen sich die Befragten am zweithäufigsten darüber beunruhigt, dass ihre Daten völlig unkontrolliert verwendet werden könnten. Die reine Sammlung der Daten sehen insgesamt nur 16 Prozent der Befragten kritisch, Mitarbeiter in Banken und Versicherungen (30 %) sowie in Energie- und Wasserversorgungsunternehmen (28,6 %) stechen hierbei durch eine höhere Besorgnis hervor. Die Angst vor einer Verletzung der Privatsphäre erweist sich mit durchschnittlich 12,5 Prozent bei allen Befragten als erstaunlich nachrangig, und 10 Prozent geben sich sogar ganz sorglos: Sie gaben an, nichts zu verbergen zu haben.

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Gewissheit, was mit den Daten passiert

Anders als in zahlreichen Medien- und Forumsdiskussionen geht es den Befragten der Sophos-Umfrage zwar auch sehr deutlich darum, Transparenz über die Nutzung ihrer Daten zu erhalten (44,5 %). Die große Mehrheit aber – 64 Prozent – möchte vor allem darüber mitbestimmen, was mit den eigenen Daten passiert. Mit 62,5 Prozent wurde außerdem beinahe ebenso häufig der Wunsch geäußert, Daten, die man hinterlassen hat, auch auf einfachem Wege selbst wieder löschen zu können. Immerhin rund ein Drittel der Befragten findet zudem die Idee gut, Internetkonzerne für die Verwendung persönlicher Nutzerdaten zur Kasse zu bitten. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Nutzungseinschränkungen als Konsequenz?

Trotz der gemachten Angaben über die Befürchtungen hinsichtlich der Datenverwendung geben 53 Prozent aller Befragten und sogar 70 Prozent der Mitarbeiter in Banken und Versicherungen an, keinerlei Einschränkung der Internetnutzung zu planen. Eine teilweise Einschränkung planen insgesamt 39,5 Prozent, hervorstechend sind in dieser Gruppe die Mitarbeiter in Energieversorgungsunternehmen mit 71 Prozent. Die Internetnutzung stark reduzieren wollen nur sieben Prozent aller Umfrage-Teilnehmenden. Von denjenigen, die planen ihre Nutzung teilweise oder stark einzuschränken, beabsichtigen die Meisten dies im Bereich Social Media zu tun. Danach folgen die Einschränkung von Online Shopping, Suchmaschinen sowie die Nutzung von Mail-Services und Online-Spielen.

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