Ab Februar 2016 wird es ernst

Datenschützer prüfen jetzt Auftragsdatenverarbeitung

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Aus der Entwicklung seit der kurzen Zeit zwischen dem EuGH-Urteil lässt sich auf jeden Fall eines ablesen: In den US-Unternehmen wird intensiv über Auswege aus dieser Situation nachgedacht, da sie natürlich nicht auf den wirtschaftlich bedeutenden und zahlungskräftigen deutschen B2B-Markt verzichten wollen.

Dies hat bereits zu interessanten Entwicklungen wie der Kooperation von Microsoft und der Telekom im deutschen Cloud-Office-Markt geführt. Microsoft hat sich hier für eine Umwegkonstruktion entschieden. Der US-Anbieter liefert im Grunde lediglich die Software, während der Betrieb in den Cloud-Rechenzentren der Telekom abgewickelt wird.

Entscheidend ist hier die Ausgestaltung der Kundenbeziehung. Nutzer des „deutschen“ Office 365 sind nicht Kunden von Microsoft, sondern der Telekom. Microsoft selbst hat keinen Zugriff auf die Kundendaten. Diese Regelung klingt kompliziert. Erst die Praxis wird zeigen, welche rechtlichen Probleme in Sachen Service Level, Verfügbarkeitsgarantien und Haftung bei Software-Bugs auf die Anwender zukommen.

Sicherer Hafen in Deutschland

Diese ganzen Umständlichkeiten sollten aber nicht den Blick darauf verstellen, dass es durchaus praktikable und rechtssichere Lösungen gibt: Ein in Deutschland angesiedeltes und von einem deutschen Unternehmen betriebenes Cloud-Rechenzentrum ermöglicht jedem Unternehmen die Rückkehr aus dem rechtlichen Graubereich zurück in den „sicheren Hafen“. Denn die scheinbar so übermächtigen US-Cloud-Dienstleister sind längst nicht ohne hiesige Konkurrenz. Vor allem bei Plattform- oder Infrastrukturanbietern gibt es in Deutschland und Europa zahlreiche Wettbewerber. Sie spielen bei Leistungsfähigkeit und Komfort in der gleichen Liga wie die US-Anbieter.

Andreas Gauger, Profitbricks.
Andreas Gauger, Profitbricks.
(Bild: Michael Setzpfandt/Profitbricks)

Der Wechsel zu einem neuen Anbieter bedeutet für die Unternehmen zwar einen hohen Aufwand und ist nicht in jedem Fall in kurzer Frist begehbar. Wer seine Geschäftsanwendungen beispielsweise als Software-as-a-Service (SaaS) aus der Cloud bezieht, muss wie beim Austausch von On-Premise-Anwendungen zunächst Daten konvertieren. Die auch in dieser Hinsicht flexibelste Lösung ist Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Anbieter solcher Dienstleistungen in Deutschland werden sich mit Sicherheit über eine erhöhte Nachfrage freuen, denn der Wechsel von einem US-Anbieter ist hier vergleichsweise einfach zu bewältigen.

* Der Autor Andreas Gauger ist Gründer und CMO von ProfitBricks.

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