Kommentar zu Safe Harbor

Datenschutz dank Binding Corporate Rules

| Autor / Redakteur: Jonathan Perez* / Stephan Augsten

Mit den Binding Corporate Rules können sich Unternehmen der Vertrauenswürdigkeit ihres Partners sicher sein.
Mit den Binding Corporate Rules können sich Unternehmen der Vertrauenswürdigkeit ihres Partners sicher sein. (Bild: Archiv)

Das Ende des „Safe Harbor“-Abkommens nimmt Unternehmen in die Pflicht: Sie müssen die Privatsphäre beim Datenaustausch gewährleisten und gleichzeitig verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Klar definierte Datenschutz-Standards spielen dabei eine wichtige Rolle, doch die Digitalwirtschaft ist auch selbst gefragt.

Seit dem Entscheid der Europäischen Union Anfang Oktober, das seit 15 Jahren bestehende Safe-Harbor-Abkommen mit den USA aufzukündigen, sind Unternehmen und Verbraucher verunsichert. Beide Seiten stellen sich die Frage, wie der Schutz der Privatsphäre im Internet und der Austausch von kritischen Daten künftig gestaltet werden soll.

Der ehemalige Regulierungsrahmen ist obsolet und dass es so weit gekommen ist, liegt auch an den Unternehmen. Viele haben es nicht für nötig gehalten, Safe Harbor entscheidend voranzutreiben und derart zu gestalten, dass die vereinbarten Regeln langfristig tragfähig sind, um dem sicheren transatlantischen Datentransfer einen Rahmen geben.

Für Unternehmen in Europa und den USA bedeutet die aktuelle Situation, dass sie schnellstmöglich eine Lösung finden müssen, die bestehende Unsicherheit zu überwinden. Sie müssen für die Zukunft ein Modell zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Kunden Priorität einräumt. Das sollte passieren, ohne den Rohstoff für die Digitalwirtschaft – den Datenaustausch – grundsätzlich in Frage zu stellen.

Interessen von Kunden und Digitalwirtschaft in Einklang

In Hinblick auf Gesetzte und Rahmenbedingungen für den Austausch und die Sicherung von kritischen Kundendaten wird dabei eines schnell deutlich: Es muss unternehmensübergreifende Regelungen geben, damit die aktuelle Skepsis sich nicht langfristig verfestigt.

Nur ein Katalog über wesentliche Compliance-Vorgaben, der von allen Beteiligten weltweit akzeptiert und umgesetzt wird, schafft ein grundlegendes Konzept, das alle Voraussetzungen für das weitere Wachstum der digitalen Wirtschaft und der globalen Geschäftsbeziehungen beinhaltet. Unternehmen sollten dies nicht als Einschränkung sehen, sondern als Basis, die ihnen das Geschäftsmodell langfristig sichert.

Compliance-Vorgaben müssen kein Hindernis für Innovation sein. Vielmehr können sie dabei helfen, Europas wachsende Digitalwirtschaft zusätzlich zu beleben, indem sie einen reibungslosten Datentransfer länderübergreifend sicherstellen. Unternehmen können allerdings noch mehr tun und sich einen „Vertrauensbonus“ erarbeiten.

Dafür genügt es nicht, sich ausschließlich auf eine Regulierung durch den Gesetzgeber verlassen – nicht zuletzt, da Entscheidungen erfahrungsgemäß eine lange Vorlaufzeit haben. Stattdessen lohnt es sich für die IT-Branche das Heft selbst in die Hand zu nehmen und eigene, adäquate Standards zu entwickeln. Denn ein sich stetig weiterentwickelnder globaler Markt bietet die Chance, dass auch die USA von Europas Derivaten zum sicheren Datenaustausch profitieren können.

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