Wolfgang A. Schmid, Fachanwalt für IT-Recht, über die Rolle des Datenschutzbeauftragten

Datenschutz in Zeiten des Mobile Device Managements

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Security-Insider.de: In welcher Hinsicht zeichnen sich die von Ihnen angesprochenen Produkte von Baramundi rechtlich aus?

Schmid: Mit der Lösung „Mobile Devices“ lassen sich zum Beispiel die Sicherheitsrichtlinien eines Unternehmens auf die mobilen Endgeräte übertragen. Die Lösung garantiert die Compliance, die Einhaltung dieser Regeln…

Security-Insider.de: Tun das nicht auch andere Endpoint-Security-Lösungen?

Schmid: Ja, aber Baramundi geht hier einen Schritt weiter. Denn der Hersteller beansprucht, der einzige deutsche Hersteller am Markt für Mobile Device Management zu sein.

Security-Insider.de: Ja und?

Schmid: Das macht einen großen Unterschied zu anderen Anbietern. Denn die kommen nämlich zumeist aus den USA. Laut Patriot Act müssen aber alle US-amerikanischen Lösungen so genannte Backdoors bereitstellen, die gewährleisten, dass staatliche Stellen im Zweifelsfall – den sie natürlich selbst definieren – auf Daten und Informationen zugreifen können, die über diese Systeme gemonitort werden. Solche eingebauten Möglichkeiten für den Zugriff von außen verstoßen in Deutschland gegen das Datenschutzgesetz. Bei der hier vorliegenden Lösung ist eine solche Art der Überwachung technisch nicht möglich. Als Datenschutzbeauftragter, der gleichzeitig Einblick in die Produktentwicklung hat, kann ich das attestieren.

Security-Insider.de: Was bedeutet das für die Anwender?

Schmid: Dass die Daten, die das „Mobile Devices“-System für das Monitoring zusammenstellt, nicht auf den einzelnen Mitarbeiter heruntergebrochen werden können. Die Informationen, die er überträgt, können ihm also nicht von dem System wieder zugeordnet werden. Für die Unternehmensführung hat dies eben den Vorteil, sowohl compliant zu sein, was die Einrichtung entsprechender Security-Maßnahmen und -Systeme sowie die Etablierung einheitlicher Sicherheitsstandards betrifft, als auch konform mit den hierzulande herrschenden Datenschutz-Bestimmungen zu gehen.

Warum auch die Geschäftsführung in der Verantwortung steht, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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