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Informationelle Selbstbestimmung Datenschutz- und Privatsphäre-Optionen im Social Web zu undurchsichtig

| Redakteur: Stephan Augsten

Soziale Netzwerke leben von der Offenheit ihrer Anwender, diese stellen jedoch einige Ansprüche an Privatsphäre-Einstellungen und Datenschutz. Der IT-Branchenverband BITKOM hat die wichtigsten Forderungen im Rahmen einer Forsa-Umfrage herausgefunden.

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Die Suche nach den richtigen Privatsphäre-Funktionen beschäftigt zwei Drittel der Social-Networking-Nutzer.
Die Suche nach den richtigen Privatsphäre-Funktionen beschäftigt zwei Drittel der Social-Networking-Nutzer.

Es ist wohl kein Geheimnis, dass Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder auch Xing selbst über ihre Privatsphäre bestimmen möchten. Der BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) hat nun das Umfrage-Institut Forsa damit beauftragt, die dringendsten Datenschutz-Bedürfnisse aufzuzeigen. Hierfür wurden 1.000 Internetnutzer befragt, darunter mehr als 700 Nutzer sozialer Netzwerke.

„Privatsphäre und Sicherheit sind wichtige Kriterien für den Erfolg sozialer Netzwerke geworden“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Nicht nur Kommunikations- und Multimedia-Funktionen zählen, sondern mehr und mehr auch der Datenschutz.“ So fordern beispielsweise gut vier Fünftel der befragten Anwender die Option, das eigene Profil auch innerhalb eines sozialen Netzwerks unsichtbar machen zu können.

Besonders gefragt ist seitens der Nutzer die Möglichkeit, die Sichtbarkeit ihrer Daten generell nach Personengruppen zu differenzieren (95 Prozent). Neun von zehn Nutzern wollen darüber hinaus verhindern können, dass Kontakte sie in Fotos und Beiträgen markieren. „Jeder Nutzer sollte für sich entscheiden, wer welche Fotos und persönlichen Nachrichten sehen darf“, meint auch Kempf.

Jeweils 89 Prozent der Umfrage-Teilnehmer halten es für wichtig, dass sie ihre Pinnwand nur für bestimmte Personen freigeben sowie das eigene Profil vor Suchmaschinen verbergen können. Weitere 86 Prozent möchten die Möglichkeit haben, die Kommunikation mit einzelnen anderen Mitgliedern zu blockieren

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass die meisten Anwender viel Wert auf Privatsphäre-Funktionen legen, die auf den meisten Social-Networking-Portalen bereits verfügbar sind. Jedoch erschließt sich zwei Dritteln der Community-Nutzer nicht auf jeder Plattform, was sie für den Schutz ihrer Daten tun können.

Angesichts dieses Missstands fordert der BITKOM für die Zukunft eine intensive Aufklärung. Kempf betonte, der BITKOM werde sich weiter für hohe Datenschutz-Standards in Deutschland und einen aktiven Selbstschutz der Nutzer einsetzen, wie es im Rahmen der Initiativen „Deutschland sicher im Netz“ des Verhaltenskodex Web 2.0 bereits geschieht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverbraucherministerium hat der BITKOM auch ein Informationsblatt zu Datenschutz und Sicherheit (PDF, 28 KB) veröffentlicht.

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