Nur das Nötigste von sich preisgeben

Datensicherheit durch Life Management Platforms

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Anonymität dank einer Life-Management-Plattform

Natürlich könnte man den Autovermietern auch erlauben, auf seinen Personal Data Store zuzugreifen – nur gibt man damit eben auch viele Informationen weiter. Life Management Platforms können dagegen eine App nutzen, die mit den erforderlichen Informationen für einen Benutzer das günstigste Angebot ermittelt. Dabei muss sie beispielsweise nur mitteilen, dass jemand von A nach B möchte und eine Kundenkarte hat, ohne die dazu gehörige Identität preiszugeben. Das Ergebnis ist der günstigste Preis.

Eine solche App könnte von einem Anbieter über einen Marktplatz geliefert oder Teil einer Life Management Platform sein. Man kann nun einwenden, dass auch eine solche App nicht unbedingt den besten Preis ermittelt. Dagegen spricht aber, dass beide Geschäftsmodelle – Apps über einen Marktplatz verkaufen oder sie als Teil einer Life Management Platform anzubieten – nicht auf der Provision basieren, sondern daran sogar scheitern würden.

Man zahlt vielmehr eine einmalige oder regelmäßige Gebühr für die Nutzung. Solche Geschäftsmodelle funktionieren auch heute. Und sie sind in diesem konkreten Nutzer auch für den Anwender sehr interessant, weil sich der Kauf der App sehr wahrscheinlich schon bei der ersten Anmietung eines Fahrzeugs amortisiert.

Die persönlichen Daten für den Abschluss des Mietvertrags werden dann im erforderlichen Umfang übergeben, wenn der Nutzer sich entschieden hat – und nur an den Vertragspartner. Das müssen keineswegs alle Daten aus der Entscheidungsfindung sein. So muss der Autovermieter nicht wissen, welche Fahrzeugklassen überhaupt in Frage kommen, auch wenn die App auf der Life Management Platform diese Informationen vielleicht zur Entscheidungsfindung nutzt.

Kontrolle über die Daten behalten

Eine interessante Frage ist übrigens, wie die Daten in die Plattform kommen. Manche Daten wird man manuell eingeben – aber genau einmal und nicht so oft wie es heute im Internet der Fall ist. Andere werden als Resultat von Vertragsabschlüssen oder andere Transaktionen über solche Plattformen kommen, wieder andere wird man einfach von bestehenden Quellen einlesen.

Das Konzept der Life Management Platforms ist noch neu und noch gibt es keine fertigen Lösungen. Die Reaktion darauf ebenso wie die vielfältigen Szenarien dafür zeigen aber, dass die Zeit reif für Ansätze ist, mit denen man nicht nur seine persönlichen Daten nutzen und gleichzeitig schützen kann, sondern viele Dinge im täglichen Leben viel effizienter bewältigt.

Man denke nur daran, dass man einen Autounfall hat – die Life Management Platform kann alle Daten bereitstellen und viele der Aufgaben, die im Anschluss anstehen, direkt abwickeln. Ein kostenloser Report zu Life Management Platforms findet sich übrigens auf unserer Webseite.

Über den Autor

Martin Kuppinger ist Gründer des Analystenunternehmens Kuppinger Cole, das sich mit digitalen Identitäten, Identity und Access Management, GRC (Governance, Risk Management, Compliance) und Cloud Computing beschäftigt.

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