NSA-Affäre beeinträchtigt Wahrnehmung von Cloud Services

Datensicherheit und Rechtslage bereiten Bauchschmerzen

| Redakteur: Stephan Augsten

Im Cloud Monitor werfen KPMG und Bitkom einen vorsichtig optimistischen Blick in die Zukunft.
Im Cloud Monitor werfen KPMG und Bitkom einen vorsichtig optimistischen Blick in die Zukunft. (Bild: alphaspirit - Fotolia.com)

Obwohl das Vertrauen in Private und Public Cloud infolge der NSA-Abhöraffäre erschüttert worden ist, verzeichnen entsprechende Dienste einen leichten Zuwachs. Datenschutz und Datensicherheit seien aber verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Cloud Monitor 2014“, von Bitkom Research im Auftrag von KPMG.

Trotz aller Berichte über Geheimdienstaktivitäten hat knapp die Hälfte aller Unternehmen, die für den „Cloud Monitor 2014“ befragt wurden, vorerst keine Konsequenzen gezogen. Nur elf Prozent der befragten Firmen hätten bestehende Cloud-Projekte oder -Lösungen komplett aufgegeben, berichtet der Branchenverband Bitkom zuversichtlich.

Ganz so positiv, wie der Bitkom es gerne sähe, sind die Unternehmen dann aber doch nicht eingestellt: 31 Prozent der Firmen haben die Sicherheitsanforderungen an ihre Dienstleister erhöht. 23 Prozent wollen aufgrund ihrer Sicherheitsbedenken zumindest ein Jahr lang keine Cloud-Dienste in Anspruch nehmen, in 13 Prozent der Fälle wurden konkret geplante Projekte auf unbestimmte Zeit zurückgestellt.

Auf die Frage nach ihren tatsächlichen Sicherheitsbedenken hin antworteten gut drei Viertel der Befragten, dass sie unberechtigte Datenzugriffe „voll und ganz“ oder zumindest „eher“ fürchten. Die Angst vor Datenverlust teilen 45 Prozent der Befragten, Unklarheiten hinsichtlich der Rechtslage sind für 38 Prozent der Befragten ein Problem. „An dieser Stelle sind die Provider befragt“, hieß es im Rahmen einer Telefonkonferenz.

Der NSA-Skandal hatte gleichzeitig einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung von Cloud-Modellen. 49 Prozent aller Befragten gaben an, dass sich die Haltung ihres Arbeitgebers gegenüber der Public Cloud zum Negativen verändert habe. In der Hälfte aller Fälle ist die Wahrnehmung gleich geblieben, nur ein Prozent der Firmen hat mittlerweile eine bessere Meinung.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Einschätzung von Private-Cloud-Diensten: 44 Prozent der Firmen stehen ihnen kritischer gegenüber, in 55 Prozent der Fälle ist die Wahrnehmung gleich geblieben. Weit vom Schnitt entfernt liegen die „Power User“-Unternehmen mit 500 Mitarbeitern: Während in 55 Prozent der Firmen die Haltung negativ beeinflusst wurde, ist sie in 29 Prozent der Fälle gleich geblieben. 16 Prozent dieser Gruppe sehen die Cloud nun positiver.

Cloud-Nutzung trotz Sicherheitsbedenken

In vielen großen Unternehmen sind Cloud-Lösungen aber nach wie vor fester Bestandteil des Tagesgeschäfts: Bei den Firmen mit 2.000 und mehr Mitarbeitern nutzen 70 Prozent der Angestellten derartige Dienste, in den etwas kleineren Unternehmen (>= 500 Beschäftigte) sind es immerhin knapp zwei Drittel (64 Prozent).

Zurückhaltender sind die mittelgroßen Firmen, nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) ihrer 100 bis 499 Mitarbeiter wird mit geschäftlichen Cloud-Lösungen konfrontiert. Bei den Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sind es nur noch 37 Prozent.

Wie eingangs erwähnt, verzeichnet die Nutzung von Cloud Computing weiterhin einen Zuwachs: Im Jahr 2012 war Cloud Computing für 34 Prozent der Befragten überhaupt kein Thema, 2013 teilten 31 Prozent diese Meinung. Um eben diese drei Prozentpunkte stieg der Anteil der Cloud-nutzenden Firmen (von 37 auf 40 Prozent). Auf die „Planer/Diskutierer“ entfielen in beiden Jahren 29 Prozent.

Erstmals wurde der „Cloud Monitor“ im Jahr 2011 erhoben und veröffentlicht; ein Vergleich mit den aktuellen Zahlen zeigt, dass das Interesse an der Cloud stagniert. Zwischen 2011 und 2012 war der Anteil der Cloud-Nutzer noch um neun Prozentpunkte gestiegen, in der Hälfte der 2011 befragten Unternehmen herrschte seinerzeit noch Desinteresse.

Für den Cloud Monitor 2014 hat Bitkom Research im Auftrag von KPMG telefonisch 403 deutsche Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern befragt. Vom 19. November bis 23. Dezember 2013 wurden die IT-Führungskräfte und Geschäftsführer interviewt.

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