Suchen

Data Recovery in Zeiten alternativer Datenhaltung Datenverlust bei Cloud Computing und Virtualisierung keine Ausnahme

| Redakteur: Stephan Augsten

Cloud Computing und Virtualisierung gelten als heiße IT-Trends, bergen aber auch Gefahren. Als Data-Recovery-Spezialist weiß Kroll Ontrack um mögliche Risiken und lässt die Erkenntnisse nun in die Datenrettungsagenda 2010 einfließen. So sei 2009 die Zahl der Datenrettungs-Anfragen in virtualisierten Umgebungen gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent gestiegen.

Firma zum Thema

Der Trend hin zu Virtualisierung und Cloud Computing macht sich auch bei der Datenrettung bemerkbar.
Der Trend hin zu Virtualisierung und Cloud Computing macht sich auch bei der Datenrettung bemerkbar.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei Datenverlusten zeigen sich laut den Datenrettungsexperten von Kroll Ontrack drei auffällige Tendenzen: Die insgesamt verloren gegangenen Datenmengen werden immer größer, was aus eine zunehmende Datenanhäufung insbesondere bei kleinen Unternehmen zurückzuführen sei. Außerdem zeigten sich 2009 die Risiken, die zum einen von virtuellen Umgebungen und zum anderen vom Cloud Computing ausgehen.

Den aktuellen Statistiken zufolge haben die Techniker von Kroll Ontrack im Jahr 2009 viermal so viele Daten gerettet wie 2005. Das gerettete Datenvolumens habe sich von 3,2 Petabyte auf 14 Petabyte gesteigert. Eine Ursache dafür ist laut Edmund Hilt, Managing Director bei Kroll Ontrack, dass die Mitarbeiter kleiner Unternehmen ihre privaten Dateien wie Bilder und MP3s an denselben Orten ablegen, wie geschäftliche Informationen.

„Entsprechend groß sind die betroffenen Datenvolumina im Falle eines vermeintlichen Datenverlustes“, bilanziert Hilt. Größere Unternehmen und Konzerne gingen außerdem erheblich selektiver vor, wenn sie bestimmte Daten archivieren oder entsorgen. Maßgebliche Kriterien zur Datenarchivierung sind verfügbare Speicherkapazitäten, deren Effizienz und Kosten sowie juristische Risiken und gesetzliche Bestimmungen.

Risiken von Virtualisierung und Cloud Computing

Die Anhäufung von Daten stellt auch im Falle virtualisierter Umgebungen ein Problem dar, weiß Kroll Ontrack. Denn da mehr kritische Informationen auf einem System liegen, ist der mögliche Schaden durch einen Datenverlust größer.

Im Jahr 2009 ist den Kroll-Statistiken zufolge die Zahl der Datenrettungs-Anfragen für virtualisierte Umgebungen gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent gestiegen. 87 Prozent dieser Datenverluste könne man auf menschliches Versagen zurückführen. Dies sei ein Beleg dafür, wie schwierig es ist, virtuelle Umgebungen zu implementieren, zu managen oder zu migrieren.

Auch Cloud-Computing-Umgebungen sind laut Kroll Ontrack ebenso wenig vor Datenverlusten gefeit wie traditionelle Systeme, da sie ebenfalls auf Hardware basieren. Unter anderem habe ein Unternehmen die Datenrettungs-Services von Kroll Ontrack genutzt, das die Cloud für das Hosting einer Entwicklungs- und Test-Umgebung einsetzt.

In diesem speziellen Fall wurde die Verbindung zu einem virtuellen Speichermedium getrennt, während die Administratoren sich in der Cloud-Umgebung bewegten. Dabei verhält es sich laut Kroll Ontrack so, als würde man bei einer normalen Festplatte im laufenden Betrieb den Stecker ziehen. Nachdem die Verbindung wieder hergestellt war, wies der Windows-Host die Speichereinheit als nicht zugewiesenen Speicher aus, sodass das betroffene Dateisystem nicht mehr verfügbar war.

Weitere Informationen zu aktuellen Datenverlust-Risiken und möglichen Gegenmaßnahmen auf der Website von Kroll Ontrack.

(ID:2043981)