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Stagnierende Security-Budgets trotz zunehmender Sicherheitsvorfälle Datenverlust und Hacking-Angriffe treffen vornehmlich Mittelständler

| Redakteur: Stephan Augsten

Knapp drei Viertel der deutschen Mittelständler haben 2008 einen Datenverlust erlitten, hat der Security-Spezialist McAfee in einer Studie herausgefunden. Doch obwohl die Bedrohung durch Hacker und eigene Mitarbeiter zunimmt, kürzen die Unternehmen ihre IT-Sicherheitsbudgets, heißt es im Report „Das Sicherheitsparadox“.

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Vor allem der Mittelstand hat mit inter5nen und externen Datenvorfällen zu kämpfen.
Vor allem der Mittelstand hat mit inter5nen und externen Datenvorfällen zu kämpfen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein Drittel der im Rahmen der McAfee-Studie befragten mittelständischen Unternehmen in Deutschland waren 2008 mehr als 20 Cyber-Attacken ausgesetzt. Gleichzeitig hätten 73 Prozent der deutschen Mittelständler im Jahr 2008 einen Datenverlust erlitten. In 38 Prozent dieser Fälle handelte es sich um die Entwendung von geistigem Eigentum.

Diese Angriffe kosteten ein deutsches Unternehmen im Schnitt 3.145 Euro, was im internationalen Vergleich allerdings noch verhältnismäßig gering scheint: McAfee beziffert die durchschnittlichen Kosten durch Sicherheitsvorfälle pro Mittelständler auf etwa 29.000 Euro.

Weltweit verzeichnete ungefähr die Hälfte der befragten Mittelständler eine Verschärfung der Sicherheitslage. Trotz dessen wenden Mittelständler derzeit nicht mehr Geld für ihre IT-Sicherheit auf.

Mittelstand im Visier von Hackern und Datendieben

Nach wie vor ist die Meinung verbreitet, Hacker konzentrierten sich eher auf Großunternehmen. Immerhin 43 Prozent der Befragten glauben, dass Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern einem überdurchschnittlichen Risiko durch Cyberangriffe ausgesetzt sind.

Nach Angaben von McAfee betrifft die Mehrzahl der Attacken jedoch Unternehmen mit bis zu 500 Angestellten: Während Unternehmen mit 501 bis 1000 Mitarbeitern in den vergangenen drei Jahren „nur“ 15 Vorfälle zu verzeichnen hatten, kamen Unternehmen mit 101 bis 500 Mitarbeitern durchschnittlich auf 24 Angriffe.

In Ländern wie Frankreich und Kanada, wo die Unternehmen am wenigsten in Sicherheitsvorkehrungen investierten, fallen die finanziellen Schäden und die Systemausfallzeit durch Cyberattacken am höchsten aus. In der Regel benötigten die dort ansässigen Firmen eine Woche oder mehr, um sich vom letzten Angriff zu erholen. Weltweit benötigen zwei Drittel der Befragten immerhin über einen Tag, um nach einem Angriff wieder in die Normalität zurückzufinden.

Mit der Untersuchung zum Report „Das Sicherheitsparadox“ beauftragte McAfee das amerikanische Marktforschungsinstitut MSI International. MSI befragte in Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Kanada, Spanien und den USA jeweils einhundert Unternehmen mit 51 bis 1000 Mitarbeitern.

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