Sicherheit und Praxistauglichkeit des ePerso

Der elektronische Personalausweis – Fernuni entwickelt Testplattform

07.07.2010 | Redakteur: Stephan Augsten

„Einer für alles“ – mit diesem Slogan wirbt das Bundesministerium des Inneren für den neuen Personalausweis.
„Einer für alles“ – mit diesem Slogan wirbt das Bundesministerium des Inneren für den neuen Personalausweis.

Der elektronische Personalausweis soll den sicheren Identitätsnachweis und die gegenseitige Authentifizierung für Anbieter und Nutzer von Online Services ermöglichen. Im Rahmen der vom Bundesministerium des Inneren veranlassten Anwendungstests haben mehrere Organisationen der Stadt Hagen eine virtuelle Testumgebung eingerichtet.

Am 1. November 2010 löst der neue Personalausweis (nPA) den bisherigen Sichtausweis ab. Bereits im vergangenen Oktober hat das Bundesministerium des Inneren (BMI) einen Anwendungstest initiiert, damit die ePerso-Funktionen zum Start funktionieren.

Aus der Wirtschaft stammen 26 der 30 der ausgewählten Testpartner, einer der vier kommunalen Partner ist das E-Government-Konsortium Hagen Rathaus21. Dieses setzt sich aus dem Lehrstuhl für Informationssysteme und Datenbanken der Fernuniversität in Hagen, dem Institut für Kooperative Systeme GmbH (IKS) der Stadt Hagen und dem Hagener Betrieb für Informationstechnologie zusammen.

In einer virtuellen Testumgebung prüfen die Wissenschaftler, wie praktikabel und sicher die Funktionen des nPA sind. Dabei stehen vor allem solche Dienste im Fokus, die eine eindeutige Identifizierung verlangen, beispielsweise der Antrag auf ein polizeiliches Führungszeugnis.

Bewährte Web-Service-Plattform

Seit drei Jahren nutzt die Stadt Hagen bereits das virtuelle Rathaus21 für ihre Internet- und Intranetanwendungen. Die serviceorientierte Architektur, sozusagen den technischen Rahmen, dafür hat Schlageter mit seinem Team und dem Softwareunternehmens SAP entwickelt.

Bürger, Unternehmer und Dienstleister, z. B. Notare, können über eine einheitliche Benutzeroberfläche bereits mehr als 50 Dienstleistungen online beantragen bzw. abfragen und gebührenpflichtige Leistungen bezahlen. Gleichzeitig ist das Portal Arbeitsumgebung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen.

Je nachdem, welche Leistung man in Anspruch nehmen möchte oder welche Aufgabe ein Sachbearbeiter erledigen will, gibt es bis jetzt drei Möglichkeiten zur Anmeldung im Rathaus21: Mit Benutzerkennung für Kunden, über den anonymen Zugang für Bürger oder mit der qualifizierten elektronischen Signatur, die bisher als einzige den sicheren Identitätsnachweis gewährleistet hat. Diese elektronische Signaturkarte hat unter den E-Government-Nutzern allerdings keine weite Verbreitung gefunden.

ePerso-Funktionen auf dem Prüfstand

Nichtsdestotrotz lässt sich mithilfe der virtuellen Testumgebung die Inanspruchnahme von Bürgerdiensten mit dem e-Personalausweis simulieren. „Zum Beispiel testen wir, wie vom elektronischen Ausweis automatisch persönlichen Daten in Formulare übertragen werden können“, so Gunter Schlageter, Leiter des Lehrstuhls für Informationssysteme und Datenbanken.

Der neue elektronische Personalausweis soll eine eindeutige Identifizierung im Netz für die breite Bevölkerung bieten. „Der Bürger soll zum Beispiel mit dem neuen Ausweis ein persönliches Bürgerkonto im Rathaus21 anlegen und darüber Selbstauskünfte wie Kfz-Halterdaten oder Meldeauskünfte aus städtischen Datenbeständen abfragen und bezahlen können“, erklärt Prof. Dr. Schlageter.

Auf der anderen Seite bietet der neue Ausweis auch speziellen Nutzergruppen Zugang zu bestimmten kommunalen Fachanwendungen – beispielweise wenn Vermessungsingenieure auf Geoinformationssysteme zugreifen wollen. Dazu muss sich der Ausweisinhaber mittels der auf dem Chip gespeicherten elektronischen Daten identifizieren.

Durch die Nutzung der Daten auf dem elektronischen Chip sollen außerdem interne Verwaltungsprozesse vereinfacht werden. Ein Beispiel: Meldet sich eine Person im Bürgeramt an, soll z. B. der bisherige Wohnsitz direkt von dem Chip auf das Online-Formular übertragen werden. Eine Prüfung, ob die Angabe des Bürgers richtig ist, entfällt damit.

 

Der ePerso und seine Funktionen

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