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Reifeindex zum Informationsrisiko in Unternehmen

Deutsche Unternehmen holen am wenigsten aus ihren Daten heraus

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Informationen werden nicht richtig genutzt

Der Reifeindex zum Informationsrisiko untersucht, inwiefern mittelständische und größere Firmen in Europa und Nordamerika ihre Informationen schützen und sie zu ihrem Geschäftsvorteil nutzen. 72 Prozent der befragten deutschen Unternehmen betrachten Informationen als wichtigen Asset, jedoch beschäftigen nur 31 Prozent Datenanalysten, um den Nutzen aus ihren Informationen zu gewinnen.

Die Befragten bestätigen, dass Informationen ihnen geholfen haben, ihre Entscheidungsprozesse zu optimieren, ihre Kunden besser zu verstehen und den Umsatz zu steigern.

Was andere Unternehmensschwerpunkte betrifft, bleibt das Potenzial weitgehend ungenutzt: Lediglich 46 Prozent der deutschen Firmen verwenden Informationen für Produkt- und Service-Innovationen. Nur rund ein Viertel der deutschen Unternehmen verwendet Informationen, um eine schnellere Markteinführung zu erreichen. Gerade mal vier Prozent der deutschen Befragten geben an, dass Informationen die Entwicklungszyklen von Produkten und Dienstleistungen beschleunigen.

Data Loss Prevention und Compliance

Bei der Frage nach der Schwerpunktsetzung beim Informationsmanagement konzentrieren sich 72 Prozent der deutschen Unternehmen auf die Vermeidung von Datenpannen und 69 Prozent auf die Verhinderung von gerichtlichen Schritten oder Geldstrafen für Rechtsverstöße. „Es überrascht, dass Deutschland als Datenschutz-Vorzeigeland und Ingenieurs-Nation, in der es wichtig ist, Informationen bestmöglich vor fremden Zugriff zu schützen und das Maximum aus Informationen herauszuholen, am schlechtesten abschneidet“, sagt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland.

Generell hätten die diesjährigen Studienergebnisse eine beachtliche Lücke zwischen dem offenbart, was sich Unternehmen vornehmen und dem, was sie umsetzen. „Unternehmen führen Informationsrisiko-Strategien ein, ohne jemals zu überprüfen, ob diese auch Wirkung zeigen“, so Börgmann. Das gleiche gelte für den Wert von Informationen, den sich die wenigsten Firmen zunutze machten, um bessere Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln

„Unternehmen stehen überall vor dem gleichen Problem. Sie sind in einer Informationslandschaft tätig, die durch eine zunehmende Vielfalt und Datenmenge sowie durch eine immer größere Geschwindigkeit gekennzeichnet ist, mit der Informationen erzeugt und ausgetauscht werden“, sagt Derk Fischer, Partner im Bereich Risk Assurance Solutions bei PwC Deutschland.

„All diese Faktoren setzen Informationen einem erhöhten Risiko aus. Gleichzeitig steigt die Erwartung an Unternehmen, ihre Informationen bestmöglich zu nutzen.“ Zu viele Unternehmen seien bisher noch der irrigen Annahme, die Risiken und den Nutzen der verfügbaren Informationen gut zu kennen. Obwohl diese Informationen ihr größtes Vermögen darstellten, blieben sie erstaunlich passiv, wenn es um deren Schutz und produktive Nutzung gehe.

„Aber ein Großteil der Kunden vertraut Unternehmen mittlerweile persönliche Informationen an. Unternehmen können es sich daher nicht leisten, das Thema Informationsmanagement und Informationssicherheit auf die leichte Schulter zu nehmen und dadurch das Vertrauen ihrer Kundenbasis nachhaltig aufs Spiel zu setzen“, so Fischer weiter. □

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