Virenscan

Die Antivirus-Software als Backup-Bremse?

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Strategie: Mixbetrieb

Bei Mixbetrieb sind verschiedene Varianten möglich, die abhängig sind vom gesicherten Volumen, der Art der Sicherungsdaten, dem Speichermedium und anderen Faktoren.

Variante 1

Backup: 1:1-Kopie aller Programme und Daten auf eine Festplatte ohne Komprimierung

Betrieb: Sicherung ohne Virenscanner; Nach Abschluss der Sicherung ein On-Demand-Lauf auf die Sicherung

Status: Sicherung ist performant und Malware wird asynchron auf dem Backup gefunden.

Variante 2

Backup: Backup aller Daten auf ein Sicherungsband mit Komprimierung

Betrieb: Sicherung mit aktivem Virenscanner und prüfen von gefährdeten Datendateien (.DOCx, .PDF etc.)

Status: Sicherung ist performant, da nur die Files geprüft werden, die gefährdet sind

Variante 3

Backup: Backup aller Daten und Programme auf ein Sicherungsband mit Komprimierung

Betrieb: Sicherung mit aktivem Virenscanner für den entsprechende Backup-Settings gesetzt sind

Status: Überprüfbare (.dll, .exe etc.) und gefährdete Dateien werden auf Malware gecheckt und überflüssige Verzeichnisse und Extensionen von der Überprüfung ausgeschlossen.

Im Mixbetrieb lassen sich gute Ergebnisse erreichen. Dies setz t jedoch voraus, dass man das zu sichernde System über den Dateibestandes klassifizieren kann, um so die beste Backup-Variante zu bestimmen.

Der Community-Gedanke zahlt sich aus

Tool-Hersteller bieten i.d.R. Best-Practice-Infos an, wie sich die Kooperation von Sicherungsprogramm und Virenscanner am besten bewerkstelligen lässt. Intel Security beispielsweise hat Schnittstellen zu einem Symantec-Sicherungsprogramm geschaffen. Recht einfach, über sogenannte Exklusionen (also Dateiausschlüsse) können schon spürbare Performance-Verbesserungen erreicht werden.

Es lohnt sich also, in User-Foren, Knowledge-Datenbanken und Best Practices zu lesen, was an sinnvollen Maßnahmen möglich ist. Denn selbst das schnellste Sicherungsmedium, die beste Anbindung – irgendwann wird dies nicht mehr genügen, denn die Datenmenge steigt stetig und damit auch der Zeitbedarf für eine Sicherung bzw. die Restore-Option.

Schlussbemerkungen

Das Backup/Restore-Konzept ist so alt wie die IT selbst. Doch auch Altbewährtes will verbessert werden. Dies gilt insbesondere für Unternehmen mit einer lebendigen, globalen Infrastruktur, die mit permanent schrumpfen Wartungszeiträumen zu kämpfen haben. Und auch der Otto Normalverbraucher tut gut daran, hin und wieder das Backup/Restore-Konzept zu überarbeiten. Denn wenn die Vollsicherung länger als acht Stunden läuft, macht das wirklich keinen Spaß mehr.

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