Backup in virtuellen Umgebungen – Anforderungen und Trends

Die Datensicherung könnte besser sein als ihr Ruf

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Nicht Block noch File sichern, sondern Anwendungen

Ebenfalls bietet der Einsatz von Snapshots den Vorteil, dass sich das Backup-Fenster erheblich verkürzt – bisweilen sogar von einer ganzen Nacht auf nur noch wenige Minuten. Schließlich müssen jeweils nur die letzten Änderungen einer Datei erfasst werden und im Recovery-Fall gemeinsam mit der gespeicherten Vollversion eine schnelle Bereitstellung ermöglichen.

Mit einer ebenfalls möglichen Continuous Data Protection (CDP) Lösung hat sich das Problem des Backup-Fensters sogar gleich erledigt. Die Daten werden bei dieser Methode kontinuierlich erfasst und eine aktuelle Version ist jederzeit verfügbar. Gemeinsam haben viele aktuell am Markt verfügbaren Lösungen und Tools, dass sie über Agenten operieren, die in den Zielsystemen Kopien der Daten erzeugen und diese an den zentralen Backup-Server senden.

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Im Hinblick auf den zunehmenden Einzug von geschäftskritischen Anwendungen in die virtuelle Welt und die immer stärkere Implementierung von Cloud Services ist es jedoch enorm wichtig, dass die einzelnen Tools neben der Sicherung von Dateien oder Dateisystemen auch die Sicherung von Anwendungen erlauben.

Mit oder lieber ohne Agent?

Die Sicherung der einzelnen Systeme durch Agenten ist auch in virtuellen Umgebungen umsetzbar, es geht jedoch auch wesentlich einfacher. Zum Beispiel durch agentenloses Backup. Dieses Verfahren verspricht hohe Verfügbarkeit bei geringem Aufwand.

Anstelle eines Agenten in jedem einzelnen Client erfolgt die Sicherung der virtuellen Maschinen durch den Host. Es wird einfach ein Snapshot / Image der gesamten virtuellen Maschine erstellt und abgelegt.

So kann bei Bedarf jede virtuelle Maschine sehr schnell wieder nachgebildet werden. Da ein Snapshot jedoch immer nur ein Abbild der virtuellen Maschine zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern kann, kann mittels dieser Technik allein keine erfolgreiche und konsistente Wiederherstellung von Anwendungen garantiert werden.

Auf die Anwendungskonsistenz achten

Die Gefahr besteht darin, dass Änderungen, die sich zum Zeitpunkt des Snapshots zwar im Speicher, aber noch nicht auf der Festplatte befinden, verloren gehen. Um dem vorzubeugen, kommen separate Skripte zum Einsatz.

Diese können laufende Anwendungen in einen konsistenten Zustand bringen, steigern aber gleichzeitig die Komplexität und Fehleranfälligkeit des Backups. Anders formuliert, führt beim Einbezug geschäftskritischer Anwendungen die Vereinfachung des Backups auf Basis eines Snapshots einer kompletten virtuellen Maschine zu einer höheren Komplexität im Falle einer Wiederherstellung.

Die Frage für die Zukunft ist damit nicht wie, sondern eher was wiederhergestellt werden soll. Geht es beispielsweise um eine Anwendung oder eine Datei, bietet sich ein Verfahren mit einem Backup-Agenten an, bei der Wiederherstellung eines kompletten virtuellen Servers spielt das Verfahren ohne Backup-Agenten seine Stärken aus.

Die Auslagerungsinstanz nicht vergessen

Die Zukunft liegt sicher in einer Kombination beider Verfahren, quasi in einem dualen System. Das allerdings erlauben bisher nur wenige Lösungen auf dem Markt. Darüber hinaus ist bei der Überlegung noch ein weiterer Aspekt zu berücksichtigen – die Langzeitarchivierung.

Diese kann mit zunehmender Datenmenge sehr kostspielig werden. Als primäres Backup kommt speziell in virtuellen Umgebungen zwar fast ausschließlich eine Disk-basierte Methode infrage. Dennoch kann unter Umständen gerade für die Langzeitspeicherung weiterhin das Medium Tape sinnvoll sein, da es immer noch wesentlich günstiger ist.

Um diese Alternative jedoch nutzen zu können, bedarf es einer Speicherlösung, die die Übermittlung der zu speichernden Daten an das Band auch gewährleisten kann. Und speziell dafür sind die aktuell am Markt erhältlichen Lösungen noch recht überschaubar.

Hinsichtlich des wachsenden Datenvolumens und der damit einhergehenden drohenden Kostenexplosion auch für die Langzeitsicherung wird der Fortschritt in Sachen Tape-Integration jedoch sicher nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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