Mit dem iPad und Fritz!Boxen über das Internet arbeiten Die eigene Private Cloud per Fritz!Box und iPad

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Kleine Unternehmen, Freelancer oder auch Privatpersonen, die als Verbindung zum Internet eine Fritz!Box von AVM einsetzen, können mit kostenlosen Apps schnell und sicher auf eigene Daten im NAS zugreifen. Werden noch Smart Home-Geräte angebunden, lassen sich über das Internet sogar Geräte steuern und aktivieren. Wir zeigen die Möglichkeiten genauer.

Firmen zum Thema

Auch kleine Unternehmen, Freelancer und Privatpersonen können eine Private Cloud betreiben. Voraussetzung hierfür ist eine Fritz!Box von AVM und die Einrichtung eines sicheren Zugangs via MyFritz.
Auch kleine Unternehmen, Freelancer und Privatpersonen können eine Private Cloud betreiben. Voraussetzung hierfür ist eine Fritz!Box von AVM und die Einrichtung eines sicheren Zugangs via MyFritz.
(Bild: AVM GmbH)

Eine der vielen Funktionen von AVM Fritz!Boxen ist die MyFritz-Funktionalität. Mit dieser Technologie verbindet sich die Box mit dem Internet und stellt Dienste, wie die Speicherung von Daten oder deren Abruf auch im Internet zur Verfügung. Der Hersteller bietet dazu auch kostenlose Apps an, mit denen Anwender über das Internet auf die Daten der heimischen Fritz!Box zugreifen können. Die Verbindung gelingt auch ohne statische IP-Adresse. Sie müssen dazu nur ein kostenloses MyFritz!Konto einrichten.

Achtung: Alte Versionen des Fritz!OS haben eine Sicherheitslücke, über die Angreifer aus dem Internet auf die Telefoniefunktion der Fritz!Box zugreifen können. Anwender sollten in jedem Fall das aktuellste Update mit der Nummer 6.03 installieren. Sie finden das Update über System\Update in der Weboberfläche der Fritz!Box (siehe Abbildung 1 in der Bildergalerie).

Damit von unterwegs mit dem iPhone oder iPad auf die heimische Fritz!Box zugegriffen werden kann, muss zunächst ein MyFritz!Konto eingerichtet werden. Die Einstellungen dazu werden in der Weboberfläche der Fritz!Box im Bereich Internet\MyFritz! eingestellt. Hier muss zunächst ein Konto eingerichtet und die Fritz!Box mit dem MyFritz!Dienst verbunden werden. Außerdem lässt sich hier der Zugriff auch über das Internet auf Basis von HTTPS erlauben. Wenn noch kein Konto für MyFritz! angelegt wurde, kann das in der Weboberfläche durchgeführt werden (Abb. 2).

Benutzerverwaltung und Rechtevergabe

Greifen mehrere Anwender auf die Fritz!Box und deren NAS zu, kann ein Administrator der Fritz!Box auch eine Art kleiner Benutzerverwaltung aktivieren. Hierüber lässt sich einstellen welche Rechte Anwender beim Zugreifen auf die Fritz!Box erhalten sollen. Diese Einstellungen sind wiederum über System\Fritz!Box-Benutzer\Benutzer zu finden. In den Einstellungen für den Benutzer können Administratoren den Zugriff auf das NAS oder die anderen Dienste auf der Fritz!Box steuern (Abb. 3).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Neben der Möglichkeit über Apps auf Basis von iPads oder iPhones zuzugreifen, können Anwender auch mit Webbrowsern auf die Daten des NAS zugreifen. Das geht ebenfalls über das Internet. Dazu muss einfach die MyFritz.NET-Seite (https://www.myfritz.net) aufgerufen werden. Nach Eingabe der hinterlegten E-Mail-Adresse und des Kennworts, öffnet sich die Weboberfläche von MyFritz!. Hier stehen auch die Daten des NAS zur Verfügung. Das Ganze geht auch mit kostenlosen Apps für iPhone und iPad (Abb. 4).

Smart Home-Steuerung

Wenn mit der Fritz!Box auch Smart Home-Geräte verbunden sind, lassen sich diese in der Oberfläche ebenfalls steuern. Ein Gerät dazu ist zum Beispiel die intelligente Steckdose AVM Fritz!DECT 200. Mit dieser können Sie Geräte über das Internet ein- und ausschalten. Im Gegensatz zu Funksteckdosen können Sie mit der AVM Fritz!DECT 200 auch über die AVM-Apps für iPhone/iPad und natürlich Android Geräte steuern. Auch über die Weboberfläche am PC schalten Sie Geräte mit der Steckdose ein- und aus (Abb. 5).

Über den Bereich System\Ereignisse\System sehen Administratoren auf der Weboberfläche der Fritz!Box wann sich Benutzer am System angemeldet haben. Auch hier können wieder Benutzerberechtigungen verwendet werden. Diese stellen Administratoren über System\Fritz!Box-Benutzer ein. Sollen keine Fritz!Box-Benutzer gepflegt werden, reicht es aus, wenn dem Benutzer ftpuser ein Kennwort zugewiesen wird. Um im Explorer auf das NAS zuzugreifen, und es als Netzlaufwerk zu verbinden, muss dann nur noch der Benutzername ftpuser und dessen Kennwort eingegeben werden.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie man Daten in das NAS hochlädt, die Absicherung via HTTPS und ein abschließendes Fazit.

Daten in das NAS hochladen

Um Daten in das NAS hochzuladen, verwenden Anwender entweder den Bereich Fritz!NAS der FritZ!Box oder sie verbinden den NAS-Speicher als Netzlaufwerk auf einem Windows-Rechner. In diesem Fall lassen sich ganz einfach Daten über den Windows-Explorer auf der Fritz!Box speichern und dann über den Webbrowser oder die verschiedenen Apps zugreifen. Um das NAS auch über das Netzwerk verwendbar zu machen, muss erst die Funktion Speicher (NAS) aktiv eingeschaltet werden. Diese ist im Bereich Heimnetz\Speicher zu finden (Abb. 6).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Hintergründe zu MyFritz!

MyFritz! können Anwender nur mit Fritz!Boxen nutzen, auf denen die aktuellste Firmware installiert erst. Nur ab Version Fritz!OS 6.03 ist das System sicher. Für die Verbindung zwischen den Clients und der Fritz!Box, wird HTTPS verwenden. Das Kennwort wird bei der Anmeldung der Apps in keinem Fall im Klartext an die Fritz!Box übertragen, sondern immer verschlüsselt. Die FritZ!Box arbeitet dazu mit einem selbst signierten Zertifikat. Dieses müssen Anwender beim Zugriff über Webbrowser bestätigen. Mit einem Konto können mehrere FritzBoxes verknüpft werden.

Fazit

Wer mehr zur Einrichtung von MyFritz! lernen will, findet eine Anleitung von AVM und Hinweise zu den Möglichkeiten in Youtube (siehe unten). Generell ist der Zugriff auf Daten über MyFritz! und das Internet für kleine Unternehmen, aber auch andere Anwender durchaus sinnvoll. Aus Sicherheitsgründen sollten nicht unbedingt sehr heikle Daten auf dem NAS gespeichert werden, für den schnellen Datenaustausch mit externen Mitarbeitern kann MyFritz! aber extrem nützlich sein. Auf den Tablets der externen Mitarbeiter muss dazu nur die entsprechende Apps installiert sein. Da der Zugriff auch mit Webbrowsern funktioniert und die Einrichtung nicht sehr kompliziert ist, lässt sich über diesen Weg durchaus effizient, schnell und einfach eine Private Cloud aufbauen.

(ID:42558341)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist