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Modernes Katastrophenmanagement nach Erdbeben und Tsunami Die japanische Cloud-Offenbarung

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Unvergessen sind die Bilder vom 11. März 2011. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 vor der japanischen Hauptinsel Honshu sowie ein daraus entstandener Tsunami forderte rund 19.000 Tote und Vermisste, verursachte zudem den weltweit größten Atom-GAU im Kraftwerk Fukushima. Noch heute sind tausende Menschen ohne Obdach.

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Katastrophenbewältigung mit Hilfe moderner IT – In Japan wurde das Vertrauen in Cloud Computing gestärkt.
Katastrophenbewältigung mit Hilfe moderner IT – In Japan wurde das Vertrauen in Cloud Computing gestärkt.
(© RealPhotoItaly - Fotolia.com)

Erdbeben und Tsumani zerstörten die komplette Infrastruktur des betroffenen Gebietes. Ein Gebiet der Ausdehnung München-Hamburg wurde zerstört, 561 Quadratkilometer überflutet. Wie es dank moderner IT-Technologie in relativ kurzer Zeit möglich war, Rettungskräfte auf den Weg zu bringen und den Ausfall der technischen Einrichtungen zu kompensieren, berichtete Ben T. Katsumi, Chef-IT-Sicherheitsexperte der japanischen Information-Technology Promotion Agency (IPA), während der SecureCloud Conference 2012 in Frankfurt am Main.

Die Hauptaufgabe der Rettungsorganisationen bestand laut Katsumi darin, die Verletzten und Obdachlosen unterzubringen und die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen zu koordinieren. „Zu viel auf der einen Seite und nichts auf der anderen“, umschreibt Katsumi die Ausgangslage.

Als besonders problematisch erwies sich die Lage der Überlebenden und Flüchtlinge, die im gesamten Erdbebengebiet in Schulen, Behörden, Tempeln oder sogar Autos Schutz gefunden hatten. Die städtischen Kräfte mussten schnellstmöglich wissen, wie viele Menschen an welchem Ort untergekommen waren und was dort gerade am dringendsten benötigt wurde: Lebensmittel, Wasser, Treibstoff, Sanitärbedarf, Decken, Kleidung, Batterien usw. Dabei variierten die Bedürfnisse von Ort zu Ort und von Tag zu Tag.

Auch das medizinische Rettungspersonal musste über die Situation der Verletzten und Kranken informiert werden. So hatten viele Patienten ihre Medikamente verloren und oft auch den Namen des benötigten Präparats vergessen. Ärzte oder Krankenhäuser hatten ihre Krankenakten verloren, Notärzte kannten die Patienten nicht. Medikamente, medizinisches Zubehör, Besteck oder Geräte waren zerstört oder reichten nicht aus. Auch hier musste die Kommunikation dringend wieder hergestellt werden, um entsprechende Bestellungen aufzugeben.

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