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Wie mein Freizeitleben zur Datenkatastrophe wurde, Teil 2

Die richtigen Werkzeuge für die Abwehr privater Datenkatastrophen fehlen vollständig

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Das klang plausibel. Mittlerweile hatte ich allerdings schon eine neue Platte ins Gehäuse geschraubt, um die geretteten Dateien zu sichern. Also beschloss ich, die Platte einfach an den USB-Port der Netzwerkfestplatte zu hängen. Ein Zugriff per telnet ist auch dann möglich.

Inkompatible Partitionserkennung verursacht GAU

Im Eifer des Gefecht beging ich den zweiten fatalen Fehler: Von den restlichen Daten auf der Platte, also ca. 500 Gigabyte Filme und Musik, hatte ich kein Backup. Da die Bilder wichtiger waren, als alle anderen Daten, drehten sich meine Gedanken ausschließlich um deren Wiederherstellung.

Also schloss ich die Platte über USB an das Laufwerk an und prüfte gemeinsam mit dem Kollegen in der IT über die Verwaltungsoberfläche den Zustand. Sie erschien ordnungsgemäß.

Was uns wunderte: Ein Menüpunkt gab vor, die Platte wäre als RAID-1 angemeldet. Die Alternative in der Drop-down-Box gab die Möglichkeit „als erweiterte Partition verwenden“ an.

Also wechselten wir in diese Option – einen RAID-Verbund wollten wir ja nicht. In diesem Moment begann das Betriebssystem des Laufwerks in aller Ruhe die angeschlossene externe Platte zu formatieren. Wohlgemerkt: Ohne Warnung, Nachfrage oder Hinweis.

Das Disaster ist perfekt

Als wir das Malheur bemerkten, trennten wir die Platte sofort vom Strom. Panisch baute ich die Platte zurück ins Gehäuse um dann mit Entsetzen festzustellen, dass die Initialisierung fehlschlug.

Ich konnte nicht mehr darauf zugreifen. Damit waren nicht nur die Bilder perdu, sondern auch alle anderen Daten. Und selbst mit Photorec war die Platte nun nicht mehr zur Herausgabe von Informationen zu bewegen.

Unsere Mittel waren erschöpft. Ich hatte zwar schon zu Beginn meiner Datenrettungsodyssee an Spezialisten wie Kroll Ontrack und CBL Datendienste gedacht. Allein die hohen Kosten von etwa 1.000 Euro für eine vorläufige Analyse wahrscheinlich rettbarer Daten, hatten mich abgeschreckt.

Mit den von mir vorgenommenen Maßnahmen habe ich die Situation inzwischen ziemlich verschlimmbessert. Ein guter Bekannter von Storage-Insider.de überzeugte mich dann, es doch einmal mit Kroll Ontrack zu versuchen, denen ich an dieser Stelle für ihre Bereitschaft zu diesem Wagnis danken möchte.

Mal gucken, ob Murphy`s Law auf ganzer Linie siegt, oder ob ich meine Daten doch noch zurück bekomme. Bis bald, euer Georg Wetter.

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