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Kommentar von Arne Jacobsen, Director D/A/CH, Varonis Systems

Die Vorteile der EU-Datenschutzverordnung erkennen

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Vorbild europäisches Modell

Bei einer Telekonferenz zwischen den Mitgliedern der Europäischen Kommission und dem US-Handelsministerium in Washington letzte Woche legte Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding den USA nahe, das europäische, weitaus strengere Modell zu übernehmen. Als Ziel dieser Verhandlungen zwischen den Regulierungsbehörden nannte sie „regulatorische Konvergenz“. Damit deutete sie an, dass sich die Gesprächspartner auf beiden Seiten des Atlantiks auf einen gemeinsamen Tenor ihrer Gesetze einigen sollten, die den Schutz persönlicher Daten durch ISPs und Content-Anbieter regeln.

Sie sagte außerdem, dass es nun an Washington liege, mit Europa aufzuschließen und den bereits von der EU gesetzten „Goldstandard“ zu erreichen. Während sich Europa und Washington über die Auswirkungen des Patriot Act der USA von 2001 und den angemessenen Schutz für europäische Daten und amerikanische Rechenzentren streiten, müssen US-amerikanische Organisationen, die auf dem europäischen Markt tätig sind, entsprechende Maßnahmen zur Erfüllung der Richtlinien einleiten.

Guter Kompromiss

Sollten wir uns also vor der EU-Bürokratie fürchten oder die Trommel für einen wasserfesten Datenschutz rühren? Unserer Ansicht nach stellen die neuen Bestimmungen einen hervorragenden Kompromiss zwischen den realen Datenschutzanforderungen der Bürger und den praktischen Herausforderungen des Datenmanagements im modernen Unternehmensumfeld dar.

Viele IT-Sicherheitsexperten haben Bedenken über die technischen Probleme geäußert, die bei der Verwaltung, Einschränkung und Überwachung des Zugriffs auf ihre wachsenden Datenspeicher auftreten könnten. Diese Bedenken sind zwar verständlich, doch mit der richtigen Technologie lassen sich diese Schwierigkeiten in der Praxis ganz einfach beheben.

Dank dem Safe-Harbor-Modell zwischen den USA und der EU sind auch US-amerikanische Organisationen in der Lage, die EU-Datenschutzrichtlinien zu erfüllen. Dieses Programm ermöglicht es Unternehmen, die nach den Safe Harbor Principles zertifiziert wurden, personenbezogene Daten aus der EU in die USA zu übermitteln, obwohl die gesetzlichen Datenschutzregelungen der USA nicht dem europäischen Standard entsprechen. Die Safe Harbor Principles enthalten die sieben grundlegenden Prinzipien der EU-Datenschutzrichtlinien: Informationspflicht, Wahlmöglichkeit, Weitergabe, Zugangsrecht, Sicherheit, Datenintegrität und Durchsetzung.

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