Server weg, Unternehmen weg

Disaster Recovery nimmt Ausfallzeiten den Schrecken

| Autor / Redakteur: Srinivasan CR* / Stephan Augsten

Ausfallzeiten können bei Online-Diensten richtig ins Geld gehen.
Ausfallzeiten können bei Online-Diensten richtig ins Geld gehen. (Bild: geralt - Pixabay.com / CC0)

Wenn die Server ausfallen, sind aufs Internet-Geschäft angewiesene Unternehmen quasi handlungsunfähig. Eine funktionierende Disaster-Recovery-Strategie ist daher essentiell. Doch wie setzt man ein solches Konzept am besten um?

Vor Kurzem nahm ich an einer Konferenz teil. Dort traf ich den CIO eines führenden Online-Dating-Services, der mich daran erinnerte, welch entscheidende Rolle die IT-Infrastruktur in seinem Unternehmen spielt: „100 Prozent meiner Einnahmen kommen von meiner IT-Infrastruktur.“

In seinem Fall ist die Infrastruktur praktisch das Unternehmen, wie er verdeutlichte: „Wenn unsere Server nicht verfügbar sind, so dass nicht auf Anwendungen und Daten zugegriffen werden kann, besteht mein Geschäft quasi nur auf dem Papier.“ Wären die Kunden im Falle eines Ausfalls eines Cloud Services oder des Netzwerks nicht in der Lage, auf die Webseite zuzugreifen, wäre das Unternehmen quasi nicht existent.

Eine Online-Dating-Plattform ist ein extremes Beispiel für ein Unternehmen, das bei seinen Einnahmen auf die digitale Infrastruktur angewiesen ist. Aber tatsächlich haben heute fast alle Unternehmen, egal aus welcher Branche, eine Online-Präsenz und benötigen eine Reihe von verschiedenen Cloud-basierten und Internet-gestützten Anwendungen, um sowohl intern als auch extern mit ihren Kunden zusammenarbeiten und kommunizieren zu können.

Um dies zu verdeutlichen: Denken Sie an globale „Software as a Service (SaaS)“-Anbieter, die Dienste wie „Enterprise Resource Planning (ERP)“, Workflow-Systeme und andere Anwendungen in der Cloud anbieten. Sie sind das Rückgrat für viele Unternehmen weltweit.

Wenn die Server einmal ausfallen

Für Unternehmen wie diese könnten sogar 15 Minuten Ausfallzeit aufgrund einer Naturkatastrophe, menschlichen Versagens oder eines Stromausfalls zu einem Dominoeffekt führen. Das Resultat: Dienste sind nicht verfügbar, es kommt zu großen Störungen für die Kunden und eventuell zu Schadenersatzansprüchen in Millionenhöhe.

Deshalb ist in der heutigen digitalen Wirtschaft die Fähigkeit des Unternehmens, sich von solchen Ereignissen zu erholen, entscheidend geworden. Es wird geschätzt, dass nur eine Stunde eines Infrastrukturfehlers ein Fortune-1000-Unternehmen rund 100.000 US-Dollar kostet – dies kann auf bis zu eine Million US-Dollar ansteigen, wenn eine geschäftskritische Anwendung ausfällt.

Der „Price of Non-Conformance“, kurz PONC, kann massiv sein, wenn ein Netzwerk oder eine Anwendung nicht reagiert – sei es auch nur für Sekunden. Im Online-Handel zum Beispiel, kann eine langsame oder nicht reagierende Seite Millionen von Käufern leicht dazu bringen, auf den Inhalt ihres Warenkorbs zu verzichten.

PONC kann sich auch über die eigentliche Ausfallzeit hinaus erstrecken, da die Wiederherstellung eines Systems nach einem Ausfall mehrere Tage dauern kann. Dies kann zu einem Verlust der Produktivität führen, während IT-Teams verzweifelt versuchen, alle während des Ausfalls verlorengegangenen Daten wiederherzustellen.

Wie funktioniert eine erfolgreiche Disaster-Recovery-Strategie?

Trotz einer zunehmenden Abhängigkeit von zuverlässigen, superschnellen Netzwerken und 24/7-Zugriff auf Anwendungen und Daten in der Cloud durch die Unternehmen ist es überraschend zu sehen, dass manche Unternehmen bei ihrer Disaster-Recovery-Strategie (DR-Strategie) noch immer darauf setzen, die Daumen zu drücken und auf das Beste zu hoffen.

Viele haben sich bei der Verteilung ihrer IT-Budgets und Ressourcen auf ihre primären Rechenzentren, Cloud-Infrastrukturen und Netzwerke fokussiert. Das Ziel: möglichst effektiv, zuverlässig und sicher wie möglich aufgestellt sein, sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleisten, um vor Prüfern standzuhalten.

Ihr sekundärer Standort könnte oder könnte auch nicht mit denselben Standards erbaut werden. Ihre Daten könnten in der Anlage eines Cloud-Service-Anbieters an einem anderen Ort untergebracht sein, die Verbindung zu diesem Standort könnte unter der Latzenzzeit leiden, was zu einer schlechten Anwendungsleistung und einer verlangsamten Kundenerfahrung führt.

Dies funktioniert solange, bis etwas schiefgeht und die Schwächen der sekundären Infrastruktur unausweichlich offengelegt werden. Erst dann erkennen viele Unternehmen, wie schädlich das Fehlen eines wasserdichten DR-Setups sowohl operativ als auch finanziell für das Unternehmen sein kann.

Ein Lösungsvorschlag

Wer eine DR-Lösung nicht selbst betreuen will, für den bietet sich eine Private-Cloud-Lösung mit DR-Funktionalität an. Dabei ist es wichtig, dass man in Echtzeit einen kompletten Überblick über die IT-Infrastruktur erhält und die Verfügbarkeit für verschiedene Anwendungen trennen kann, je nachdem, wie entscheidend sie für das Geschäft sind.

Ein Problem vieler DR-Services ist, dass beispielsweise die DR-Zone für Singapur so groß ist wie für China oder Indien – dies verursacht Latenzen und gefährdet die Datenhoheit. Entscheidend bei unserem Lösungsvorschlag ist, dass er durch ein globales Netzwerk und eine Private Cloud unterstützt wird.

Bevor Internet und Cloud Computing für alle Unternehmen so wichtig geworden sind, mögen ein paar Stunden Ausfallzeit noch vertretbar gewesen sein. Aber in der heutigen Welt, in der Daten die neue Währung sind, müssen sich Unternehmen sicher sein, dass ihre Infrastruktur sie nie im Stich lassen wird.

* Srinivasan CR ist Senior Vice President im Bereich Global Product Management & Data Centre Services bei Tata Communications.

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