Zahlungsaufforderung wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung

Dubiose Kanzlei mahnt massenhaft Internetnutzer ab

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Martin Fryba / Martin Fryba

Abgebliche Rechtsanwaltskanzlei aus München verschickt seit dem Wochenende massenhaft Abmahnungen per Mail wegen Urbeherrechtsverletzungen.
Abgebliche Rechtsanwaltskanzlei aus München verschickt seit dem Wochenende massenhaft Abmahnungen per Mail wegen Urbeherrechtsverletzungen.

„Betrugsmuster klar erkennbar“, warnt der E-Mail-Sicherheitsdienstleister Eleven vor Abmahnmails einer angeblichen Münchner Rechtsanwaltskanzlei. Weil Nutzer über das mittlerweile geschlossene Portal Megaupload widerrechtlich Daten heruntergeladen hätten, sollen sie einem Vergleich zustimmen und rund 150 Euro zahlen.

Der Berliner E-Mai-Security-Dienstleister warnt vor Mails der angeblichen Rechtsanwaltskanzlei „Kroner & Kollegen“ aus München. Seit dem vergangenen Wochenende hat die Kanzlei massenhaft Abmahnmails verschickt, berichtet Eleven. In dem Schreiben wird dem Empfänger vorgeworfen, urheberrechtlich geschützte Dateien von dem mittlerweile geschlossenen Portal Megaupload rechtswidrig heruntergeladen zu haben. Die Kanzlei gibt vor, die Rechte von großen Musiklabels zu vertreten, darunter Sony BMG, Universal Music und Warner Music Group. Der Adressat des Schreibens wird aufgefordert, einem Vergleich zuzustimmen und 146,95 Euro zu bezahlen. Stimme er innerhalb einer eng gesetzten Frist nicht zu, so würden 891,31 Euro fällig. Das beigefügte Dokument im PDF-Format wirke auf den ersten Blick seriös, schreibt Eleven.

Zahlungsreflex beim Opfer auslösen

„Dagegen spricht jedoch einiges dafür, dass es sich hierbei um einen Betrugsversuch handelt“, so die Sicherheitsexperten weiter. Denn die Mail enthalte sowohl inhaltliche wie auch formale Fehler. Die angeblich heruntergeladenen Inhalte werden nicht explizit genannt. So fehlen Angaben, wie die urheberrechtlich geschützten Werke heißen, die angeblich heruntergeladen worden sein sollen. Auch der Wert dieser Werke wird nicht genannt. „Die wirklich harten Fakten fehlen“, schreibt der Dienstleister Eleven.

Klopf man das Schreiben der angeblichen Kanzlei dagegen auf solche harte Fakten ab, wie das Eleven tat, kommt man zum Schluss: „Betrugsmuster klar erkennbar“. Die Mail folge dem Muster einer unbewiesenen Aufmachung, Einschüchterung und einem Angebot, das der unbedarfte, unter Druck gesetzte Empfänger fast nicht ausschlagen könne: Eine Kurzfristige Zahlung einer vergleichsweise geringen Summe, die sich um das mehrfache erhöht, wenn der Empfänger nicht zahlungswillig ist. „Beim Opfer soll ein Zahlungsreflex ausgelöst werden“, warnt Eleven.

Konto in der Slowakei

Eleven nennt ferner weitere Kriterien, die den Verdacht des Betrugs erhärten. So fehlt im Mailanhang eine bei Abmahnungen übliche Unterlassungserklärung. Außerdem sei die Drohung, die Nichtzahlung bei der Schufa zu melden, nicht zulässig. Außerdem fehlen Pflichtangaben wie Signatur und zuständige Rechtsanwaltskammer, die bei anwaltlichen Schreiben vorgeschrieben sind. Bei der Rechtskammer in München jedenfalls ist „Kroner & Kollegen“ nicht im Mitgliederverzeichnis eingetragen. Im Schreiben der angeblichen Kanzlei ist lediglich eine Mobilfunknummer erwähnt. Die Bankverbindung weist auf ein slowakisches Kreditinstitut hin.

Eleven rät den Empfängern, im Zweifel einen Anwalt oder die nächste Verbraucherzentrale einzuschalten. Bei eindeutigen Betrugsversuchen mit Abmahnungen haben in der Vergangenheit viele Empfänger solcher Schreiben erst einmal abgewartet und die Zahlungsaufforderung damit erfolgreich ignoriert. Im Falle einer erneuten Zahlungsaufforderung im Zusammenhang mit der Warnung vor Abmahnschreiben von „Kroner & Kollegen“ sollte „in jedem Fall ein Anwalt hinzugezogen werden“, meint Eleven.

Ergänzendes zum Thema
 
kh0__kasten_titel_1-sp

?

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 32565600 / Kommunikation)