Im Test: WhatsUp Gold 12 Premium Edition Durchdachte Neuerungen machen das Monitoring-Tool WhatsUp noch attraktiver

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

WhatsUp Gold gehört zu den seit Jahren etablierten Netzwerküberwachungstools. Dessen Hersteller Ipswitch hat vor wenigen Wochen nun die Version 12 vorgestellt. Diese wartet mit einigen interessanten Neuerungen und Leistungsverbesserungen auf, die IP-Insider im Test untersucht hat.

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Durchdachte Neuerungen in Version 12 unterstreichden den guten Ruf von WhatsUp
Durchdachte Neuerungen in Version 12 unterstreichden den guten Ruf von WhatsUp
( Archiv: Vogel Business Media )

Ipswitch hat mit dem neuesten Release von WhatsUp nun bereits die 12. Version des bekannten Netzwerk-Monitoring-Tools im Angebot. Bei einer solch hohen Versionsnummer darf man auf ein ausgereiftes Produkt hoffen. Die Neuerungen sind daher auch eher punktuell, aber deswegen nicht weniger interessant.

Die grundsätzliche Architektur von WhatsUp 12 ist im Kern unverändert. WhatsUp Gold dient zur Überwachung von Servern und Applikationen. Ein zentraler Management-Server sammelt von den zu überwachenden Geräten die Messwerte ein und speichert diese in einer Datenbank. Dort greifen die Monitore oder Berichte die Inhalte ab und bringen sie zur Anzeige oder leiten Folgeaktion, getriggert durch Schwellwerte, ein.

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Architektur und Editionen von WhatsUp

Angeboten wird WhatsUp in den vier unterschiedlichen Editionen Standard, Premium, Distributed und MSP. Die Standard-Edition und die Premium-Variante unterscheiden sich nur durch den Funktionsumfang, während die MSP-Edition speziell für den Einsatz bei Managed Service Providern vorgesehen ist und dem Provider die Verwaltung der Kundennetze ermöglicht. Die Distributed Edition zielt auf die Verwaltung verteilter Unternehmensnetze. Eingeschlossen ist dabei auch die Überwachung von „remote Offices“, also den Niederlassungen, die meist nur über WAN-Strecken angebunden sind und nicht zum Unternehmens-LAN gehören.

Die Neuerungen von WhatsUp 12

Ipswitch hat WhatsUp in mehreren Bereichen erweitert. Neuerungen gibt es im Bereich der Graphen-Anzeige der Visualisierung der Berichte. Beide können nun auch Echtzeitdaten integrieren. Neu sind ferner mehrere Web-basierte Tools zur Anzeige der Prozess-Informationen eines Gerätes oder Systems und zum Monitoring der Geräte. Daneben hat Ipswitch diverse Verbesserungen in der Anzeige und dem Aufbau des Dashboards vorgenommen.

Neu ist auch ein Email-Monitor, sowie Optimierungen in Hinblick auf die Verwendung von SMS. Ab sofort sind außerdem auch Windows Vista-Clients mit WhatsUp zu überwachen. Hinzu gepackt hat der Hersteller schließlich auch die Überwachung von Voice over IP und ermöglicht es damit nun, die Qualität von VoIP-Verbindungen in Echtzeit zu prüfen. Darüber hinaus stehen mehrere Verbesserungen im Einsatz von SNMP, wie etwa die Unterstützung von NetSNMP für die Messung CPUAuslastung unter Unix, sowie 200 zusätzliche CISCO MIBs bereits.

Neuerungen zeigen sich aber nicht nur in Hinblick auf die eigentliche Überwachung der Zielsysteme, sondern auch in der grafischen Umsetzung der Ergebnisse. So ist die mit der zwölften Version erfolgte Ausrichtung des Tools an Web-Techniken an mehreren Stellen unübersehbar. So gibt es nun einen Web-basierten SNMP-Walker, der eine Suche nach SNMP-Geräten vereinfacht, einem Web-basierten SNMP MIB File Explorer zur Suche nach SNMP Objekten in MIB Dateien und einem Web-basierten SNMP MIB Manager zum Importieren und Prüfen von MIB-Dateien.

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Setup und Inbetriebnahme

Basis der IP-Insider-Tests ist die aktuelle, 135 MByte große Version 12 des Tools, wie sie auf IP-Insider.de zum Download zur Verfügung steht. Das Programm ist schnell installiert und lizenziert. Lizenzschlüssel können über die Website des Herstellers bezogen werden. Die im Test verwendete Trial-Version ist auf 25 Tage Nutzungsdauer beschränkt, bietet aber ansonsten denselben Funktionsumfang wie die Vollversion.

WhatsUp ist ein Werkzeug zur Überwachung jeglicher IT-Baugruppen. Dies umfasst Server, Clients, Netzwerkgeräten, Dienste und Applikationen. Im ersten Schritt muss daher definiert werden, was von WhatsUp überwacht werden soll. Dies passiert durch das Scannen des Netzwerks.

Wie schon früher unterstützt WhatsUp alle gängigen Varianten. Im Test wurden die Geräte korrekt erkannt und mit Standardwerten konfiguriert. Da sich in umfangreichen Netzwerken permanent Änderungen ergeben, kann der Scan-Lauf auch periodisch ausgeführt werden. Durch Delta-Reports erhält der Administrator dann einen detaillierten Report über alle zuletzt vorgenommenen Änderungen.

Nach der Bestandsaufnahme sind Überwachungs-Policies aufzubauen. Eine Policy bestimmt die Reaktion von WhatsUp beim Eintreffen bestimmter Ereignisse.

Monitore überwachen die Zielsysteme

Die Überwachung der Zielsysteme wird durch so genannte Monitore erledigt. Aktive Monitore überwachen aus der Sicht von WhatsUp aktiv die Zielsysteme. Hierzu stellt WhatsUp unterschiedlichte Varianten bereit. Die verwendeten Protokolle sind beispielsweise http, DNS, POP3 oder IMAP4.

Passive Monitore hingegen warten auf die Meldung der Endgeräte, ohne selbst aktiv einzugreifen. Dazu zählen derzeit SNMP Traps, Windows Events oder Syslogs.

Zum Einsammeln der Messwerte verwendet WhatsUp unterschiedliche Verfahren. Unter Windows vor allem WMI, ferner den Windows Event Monitor sowie diverse Polling-Techniken. Für Netzwerkgeräte oder Linux/Unix setzt man mehr auf SNMP sowie auf das Auslesen von Syslog-Dateien. Ferner kann ein im Scripting erfahrener Administrator via VB- oder Java-Script auch Messwerte von gänzlich fremden Stellen, wie z.B. TK-Anlagen oder anderen Geräten, einlesen.

Das Benutzerinterface von WhatsUp ist modern aufgebaut. Es steht zum einen das traditionelle Windows-GUI mit einer speziellen Konsole bereit. Daneben stellt Ipswitch WhatsUp aber schrittweise, wie im Text erwähnt, in Richtung Web-Frontend um. Eine gute Strukturierung der Fenster mit geschickten Menüaufbauten sowie unterschiedliche Farben und Icons auf der Grundlage einer ausgefeilten AJAX-Programmierung ermöglicht dabei ein angenehmes und flottes Arbeiten.

Fazit

Whatsup wird mit jeder Version umfangreicher und besser. Die Bedienung des Tools ist angenehm und flott. Im Test erwies es sich als stabil. Auch die neueren Funktionen der Version 12 zeigten sich im Test fehlerfrei und gaben keinen Anlass zur Beanstandung. WhatsUp unterstreicht damit ein weiteres Mal seinen Ruf als zuverlässiges und hilfreiches Netzwerk-Überwachungs-Tool.

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