Eurocloud: Durchsuchung ist wichtiges Element der IT-Security-Policy

Eco-Leitfaden unterstützt Provider im Umgang mit Ermittlungsbeamten

| Redakteur: Ulrike Ostler

Drei Kapitel des Eurocloud-Leitfadens „Durchsuchung als wichtiger Bestandteil der IT-Security-Policy“ stellt der Verband als Leseprobe kostenfrei zur Verfügung.
Drei Kapitel des Eurocloud-Leitfadens „Durchsuchung als wichtiger Bestandteil der IT-Security-Policy“ stellt der Verband als Leseprobe kostenfrei zur Verfügung. (Bild: Eurocloud Deutschland_eco e. V.)

Es passiert zwar nicht oft, aber immer unverhofft: Staatsanwaltliche Ermittlungen können jeden IT-, Daten- und Service-Provider treffen. Für diese, so teilt der Branchenverband Eurocloud Deutschland_eco e. V. mit, ist es ein Balanceakt zwischen Kooperation und Verpflichtungen gegenüber den Kunden. Gemeinsam mit der Sozietät Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte hat er dazu einen Leitfaden herausgegeben.

Das Risiko sei unterschiedlich hoch, teilt Eurocloud mit – je nachdem, welche Dienste die Provider anbieten und wer ihre Kunden und Auftraggeber sind. Dabei besteht die Gefahr, dass die Ermittlungen beim betroffenen Anbieter große Kollateralschäden nach sich ziehen. Und stehen Staatsanwalt, Polizei, Steuer- oder Zollfahndung sogar zwecks Durchsuchung vor der Tür, ist es viel zu spät, sich die richtige Vorgehensweise zu überlegen. Was es im Vorfeld zu beachten gilt und welche Rechte und Pflichten mit der eigentlichen Durchsuchung einhergehen – das erläutert der Eurocloud-Leitfaden.

Andreas Weiss, Direktor Eurocloud Deutschland Eco e. V., sagt: „Ermittlungen bedeuten ein legales Durchbrechen der technischen und organisatorischen Maßnahmen, die die Unternehmens-IT vor Angriffen und Ausfällen schützen sollen. Je nach Verlauf kann die Durchsuchung dieselben Auswirkungen wie ein IT-Sicherheitsvorfall haben. Deshalb sollte die Vorbereitung darauf unbedingt als Bestandteil der IT-Security-Policy verstanden werden.“

Gerade für Provider sei die Durchsuchung eine Gratwanderung, denn: Einerseits ist niemand gezwungen, aktiv an der Ermittlung mitzuwirken und freiwillig Angaben zu machen. Anderseits sind sie vertraglich verpflichtet, ihre Kunden zu schützen. „Sind die Provider nicht auf die Maßnahme vorbereitet und es kommt daher zu Schäden bei Kunden, gegen die sich die Ermittlungsmaßnahme nicht richtet, besteht für sie ein Haftungsrisiko“, betont Dr. Jens Eckhardt, Eurocloud Vorstand Recht & Compliance und Mitautor des Leitfadens.

Abläufe sollten im Vorfeld festgelegt sein

Deshalb ist schon im Vorfeld wichtig, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut zu machen und die Maßnahmen bei Durchsuchung, Beschlagnahme oder Auskunftsverlangen zu definieren. Wie im Bereich IT-Sicherheit üblich, sollte der Ablauf konkret getestet werden, denn meist zeigen sich dabei erst die echten Probleme.

Zu den wichtigsten festzulegenden Parametern gehören:

Ergänzendes zum Thema
 
Über Eurocloud Deutschland Eco e. V.
  • Wer informiert wen (zu denken ist unter anderem an Geschäftsleitung, Strafverteidiger beziehungsweise Rechtsanwalt, …)?
  • Wer koordiniert seitens des Unternehmens die Kommunikation mit dem leitenden Ermittlungsbeamten und den Anwälten?
  • Inwiefern dürfen die Mitarbeiter kooperieren – und wo liegen die Grenzen?
  • Welche Auskünfte sind erlaubt?

Der Leitfaden „Durchsuchung als wichtiger Bestandteil der IT-Security-Policy“ liefert dazu weitere wichtige Details, Checklisten und hilfreiche Informationen.

Für alle, die sich einen Eindruck verschaffen wollen, stellt Eurocloud drei Kapitel des Leitfadens als kostenfreie Leseprobe zur Verfügung:

  • In Kapitel 9 werden die wichtigsten Fragen aufgezeigt, die Provider im Rahmen einer Ablaufbeschreibung für das Szenario einer Durchsuchung in Ihrer IT-Security-Policy berücksichtigen sollten.
  • Kapitel 10 erläutert den richtigen Umgang mit einem „Beweissicherungsverlangen“ der Strafverfolgungsbehörden.
  • Handlungsempfehlungen für den Fall der Kenntnisnahme strafrechtlich relevanter Inhalte gibt es in Kapitel 11.

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