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Avira Antivirus „Made in Germany“ Ein Vierteljahrhundert Virenjagd

| Autor / Redakteur: Dr. Andreas Bergler / Peter Schmitz

Nach 27 Jahren fand erstmals eine Wachablösung in der Chefetage von Avira statt. Unter der Regie von Tjark Auerbach hat sich der deutsche Sicherheitsanbieter vor allem unter den Consumern einen Namen gemacht. Der neue CEO Travis Witteveen nimmt Kurs auf die weltweite Expansion.

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Das neue Firmengebäude am Hauptsitz in Tettnang fasst 320 Mitarbeiter.
Das neue Firmengebäude am Hauptsitz in Tettnang fasst 320 Mitarbeiter.
(Bild: Felix Kaestle)

Google, Apple und Hewlett-Packard haben es vorgemacht: Die Firmengründung in der Garage. In eben einem solchen Gebäude finden sich auch die Anfänge von Avira. Mit seinem 27-jährigen Bestehen gehört der Security-Anbieter aus Tettnang am Bodensee damit zu den Pionieren der IT-Geschichte. In der Anfangszeit konnte Firmengründer Tjark Auerbach noch jeden neu auftretenden Virus persönlich, quasi per Handschlag „begrüßen“.

Heute kommen täglich im Durchschnitt über 100.000 neue Bedrohungen durch Malware hinzu. Insgesamt dürften derzeit etwa 150 Millionen Malware-Samples im weltweiten Netz kursieren. Dass trotzdem „nur“ rund ein Drittel aller von Security-Herstellern gescannten Computer weltweit mit Malware infiziert sind, ist zum großen Teil auf die Anstrengungen und Leistungen der Antiviren-Anbieter zurückzuführen.

Gut und böse

Seit den Anfängen in der Garage setzt Avira alles daran, die Rechner seiner Kunden frei von Viren und anderen digitalen Schädlingen zu halten. Als erster deutscher Hersteller einer Antiviren-Software brachte das Unternehmen 1988 die Lösung Antivir für Business-Anwender auf den Markt – lange bevor in den 90er Jahren Viren schließlich zur echten Plage wurden.

Schon damals differenzierten sich die Schadprogramme so weit in grundlegende Funktionen aus, dass eine weltweite Infektion von Rechnern durch spezialisierte Malware begann. Ein „Virus“ verbreitet sich nur dadurch, indem er andere Dateien infiziert, dort seinen Schadcode injiziert und dann darauf wartet, dass dieses Wirtsprogramm irgendwann einmal wieder gestartet wird, damit er sich weiter zu vermehren kann. Anders der „Wurm“, der sich von sich aus verbreitet, ohne ein Wirtsprogramm zu benötigen. Schwachstellen in Betriebssystemen und Applikationen sind das Haupt-Einfallstor.

Als Ende 1988 etwa 6.000 Rechner weltweit bereits verwurmt waren, entsprach dies etwa zehn Prozent des Internets. Bis 1990 arbeiteten bei der H+BEDV Datentechnik GmbH, die später in die Avira GmbH umfirmierte, allerdings nur sechs Personen. Mit der Veränderung der Verbreitungswege und den schnelleren Infektionen beschleunigte sich auch das Wachstum der Antimalware-Anbieter. So vergrößerte sich der Personalstamm bei Avira bis 2007 auf insgesamt 250 Mitarbeiter.

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