Studie zu Cyberkriminalität im Netz „Einfach zu gut, um wahr zu sein!“

Von Ira Zahorsky Lesedauer: 2 min |

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75 Prozent der Internetnutzer machten im vergangenen Jahr Erfahrung mit Schadsoftware, Betrug beim Online-Shopping oder in sozialen Netzwerken. Gegen viele der Angriffe hilft dem Bitkom zufolge gesunder Menschenverstand.

Die Internetkriminalität nimmt stetig zu.
Die Internetkriminalität nimmt stetig zu.
(Bild: Philip Steury - stock.adobe.com)

„Wer sich im Internet bewegt, muss damit rechnen, auf Cyberkriminelle zu treffen. Deshalb ist es wichtig, dass alle entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. In den vergangenen Jahren hat die Internetkriminalität deutlich zugenommen. Um dagegen anzugehen, empfiehlt Rohleder unter anderem, sichere Passwörter zu verwenden, Virenschutz-Software zu installieren und auf dem aktuellen Stand zu halten sowie persönliche Informationen nur sparsam weiterzugeben.

Auch gesunder Menschenverstand hilft gegen Cyberkriminelle.

Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom

„Wie in der analogen Welt gilt auch im Digitalen: Sind Angebote zum Beispiel von Online-Shops einfach zu gut, um wahr zu sein, sollte man die Finger weglassen“, resümiert Rohleder. Und wer online von entfernten Verwandten oder Bekannten um Geld gebeten werde, sollte zunächst prüfen, ob es sich dabei wirklich um die vorgeblichen Personen handelt.

Der häufigste Schadensfall in dieser Studie: persönliche Daten wurden ungefragt weitergegeben (46 %). Aus der Umfrage geht jedoch nicht hervor, wer die Daten weitergegeben hat. In puncto Betrugsmaschen wurden 29 Prozent beim Online-Einkauf zu Opfern, 13 Prozent bei Geldgeschäften. Von gut einem Viertel (27 %) wurde der Rechner mit einem Virus infiziert, 17 Prozent erlebten dies bei ihrem Smartphone. Zugangsdaten zu Online-Diensten wurden bei 9 Prozent ausspioniert, drei Prozent waren in einen Ransomware-Fall verwickelt. Auch andere strafbare Handlungen wie massive Beleidigungen und Angriffe (23 %) oder sexuelle Belästigung (9 %) nehmen zu. Hiervon sind mehr Frauen (13 %) als Männer (6 %) betroffen.

Gegenwehr

Gut die Hälfte der Betroffenen (56 %) redet nach einem Vorfall mit Freunden und Bekannten darüber. 47 Prozent kontaktierte das Unternehmen, das mit dem Cybercrime-Vorfall im Zusammenhang stand. Jeweils 18 Prozent haben ihren Account bei dem jeweiligen Unternehmen gelöscht oder gekündigt beziehungsweise haben Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Das empfiehlt auch Rohleder: „Wer Opfer eine Straftat wird, sollte sie anzeigen. Häufig ist das auch online möglich.“ An Behörden wie das BSI haben sich 9 Prozent gewandt. 6 Prozent haben in sozialen Plattformen über den Vorfall informiert, ein Prozent hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Auf Forderungen ist keiner der Befragten eingegangen. Knapp ein Drittel (32 %) hat aber auch überhaupt nicht auf den Vorfall reagiert.

Dass sich die Polizei mehr gegen Cyberkriminalität engagiert, fordern fast alle der Befragten (97 %). Mehr Präsenz der Polizei im digitalen Raum wünschen sich 93 Prozent. „Gesetze gelten online ebenso wie offline. Und genauso muss der Staat die Menschen online ebenso vor Kriminalität schützen wie offline“, ist auch Rohleder überzeugt.

Über die Umfrage

Bitkom Research befragte 1.014 Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch.

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