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Password-Recovery-Tool nutzt Supercomputer-Technologie Elcomsoft integriert Nvidia-Tesla-Support für schnellere Datenrettung

| Redakteur: Stephan Augsten

Wenn es darum geht unsichere Passwörter aufzuspüren, verschlüsselte Dateien wiederherzustellen oder Beweismittel zu sichern sind IT-Administratoren und Computer-Forensiker auf einen starken Passwort-Cracker angewiesen. Deshalb unterstützt die neue Version von Elcomsoft Distributed Password Recovery nun Nvidias Standalone-Server und Servercluster der Tesla-Reihen 8 und 10.

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Mithilfe der Tesla-High-End-Computer bricht Elcomsoft Distributed Password Recovery den Rekord von einer Milliarde Passwörtern pro Sekunde.
Mithilfe der Tesla-High-End-Computer bricht Elcomsoft Distributed Password Recovery den Rekord von einer Milliarde Passwörtern pro Sekunde.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die neue Version von Elcomsoft Distributed Password Recovery nutzt bei Bedarf die gesamte Leistung eines Tesla-Supercomputers aus. NVIDIA Tesla-Supercomputer basieren auf den neuesten Graphikprozessoren, deren Multicore-Technologie Leistungen im Teraflop-Bereich möglich macht.

Pro System stehen hier bis zu vier Prozessoren mit maximal jeweils 240 Cores zur Verfügung. Trotzdem bedarf es keiner speziellen Hardware oder besonders viel Platz, um die Technologie zu nutzen, denn beispielsweise steht die Tesla-Reihe 10 in zwei Formfaktoren zur Verfügung.

Einerseits gibt es den Tesla C1060, eine PCI-Steckkarte mit dediziertem Prozessor für PCs. Für größere Unternehmen gibt es mit dem Tesla S1070 ein komplettes Serversystem, das in jedes standardmäßige 19-Zoll-Rack passt.

Leistungsteigerung durch Tesla-GPUs und Clustering

Im Vergleich zu modernen Dual- oder Quad-Core-Systemen lässt sich laut Elcomsoft die bisher maximale Leistung von einer Milliarde Passwörtern pro Sekunde mit einem entsprechend ausgestatteten Tesla S1070 um den Faktor 100 steigern. Für einen zusätzlichen Leistungsschub könne der Recovery-Prozess auf beliebig viele ungenutzte PCs im LAN oder WAN verteilt werden.

EDPR entschlüsselt zahlreiche Dateien. Dazu gehören Dokumente aus sämtlichen Microsoft Office-Anwendungen, Microsoft Money und Microsoft OneNote, Adobe Acrobat PDF-Dateien, PKCS#12 Zertifikate, LM/NTLM Hash-Dateien von Windows NT/2000/XP/ 2003/Vista/2008 Logon-Passwörtern, PGP-Dateien, Lotus Notes IDs, MD5 Hashes sowie Passwörter von UNIX- und Oracle-Nutzern.

Wunder vollbringt das Tool allerdings nicht, denn natürlich steigt der Aufwand je nach Art der Datei-Verschlüsselung und Passwortstärke, gibt Elcomsoft-CEO Vladimir Katalov zu bedenken: „An dieser Stelle kommt letztlich immer der menschliche Faktor ins Spiel.“

EDPR und der Hacker-Paragraph

Vorbehalte vor dem Hintergrund des Hacker-Paragraphen §202c StGB über das „Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten“ zerstreut der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom): In seinem „Leitfaden zum Umgang mit dem Hackerparagrafen“ stuft der Verband das Tool in seiner abschließenden Bewertung als unbedenklich ein.

„So wie jedermann in der analogen Welt einen Schlüsseldienst rufen kann, um wieder in seine Wohnung zu gelangen, stellt ElcomSoft Administratoren digitale Nachschlüssel zur Verfügung“, so Katalov. „Als offizieller Microsoft Certified Partner kooperieren wir beispielsweise auch mit Microsoft und erhalten deren Software vorab, um Anwendern unsere Lösungen rechtzeitig an die Hand geben zu können.“

Preise, Versionen & Verfügbarkeit

EDPR v. 2.71 läuft unter Windows NT/2000/XP/2003/Vista/2008 und ist verfügbar in Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch und Japanisch. Eine Version für Netzwerke mit bis zu 20 Rechnern bzw. Clients kostet 599 Euro. Weitere Informationen zu Elcomsoft Distributed Password Recovery sowie eine kostenlose Testversion gibt es auf der Elcomsoft-Homepage.

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