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Ein Jahr nach der Rustock-Abschaltung Entwicklung von E-Mail-Spam und Botnetzen

| Redakteur: Stephan Augsten

In Kooperation mit dem FBI ist es Microsoft am 16. März 2011 gelungen, das Rustock-Botnetz außer Kraft zu setzen. Der Anti-Spam-Spezialist Eleven beleuchtet ein Jahr später, wie sich die Abschaltung der Command-and-Control-Server auf Spam-Kampagnen ausgewirkt hat.

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Auf die Rustock-Abschaltung folgte ein Spam-Einbruch, der bisher immer nur kurzfristig kompensiert werden konnte. (Eleven)
Auf die Rustock-Abschaltung folgte ein Spam-Einbruch, der bisher immer nur kurzfristig kompensiert werden konnte. (Eleven)

Rustock dürfte vielen noch in Erinnerung sein, galt es doch als das größte Botnetz zum Versand pharmazeutisch geprägter Spam-Nachrichten. Als Microsoft vor genau einem Jahr die Command-and-Control-Server vom Netz genommen hatte, brach das Spam-Volumen um 60 Prozent ein.

Zwischenzeitlich konnte sich das Spam-Aufkommen immer wieder erholen. Im Februar 2012 lag das Volumen aber wieder auf dem Niveau unmittelbar nach der Rustock-Abschaltung. Dies gibt der Anti-Spam-Spezialist Eleven bekannt, dessen Sicherheitsforscher die unmittelbaren Folgen der Rustock-Abschaltung analysiert haben.

In einem persönlichen Gespräch auf der CeBIT 2012 betonte Sascha Krieger, Head of Corporate Communications bei der Eleven GmbH: „Das Spam-Volumen liegt aktuell etwa auf dem Wert von 2007, was grundsätzlich positiv ist. Doch eigentlich hat sich das Spam-Problem von der Quantität hin zur Qualität verlagert.“

Soll heißen: Während deutlich weniger ungewünschte Werbemails verschickt werden, legt die Anzahl gefährlicher Spam-Nachrichten zu. Die Zahl der Malware-behafteten E-Mails ist Eleven zufolge seit Februar 2011 um 50,5 Prozentpunkte gestiegen, Virenausbrüche haben sich mehr als verdoppelt (107 Prozent).

Im gleichen Zeitraum konnten Phishing-E-Mails am meisten zulegen: Zwischen Februar 2011 und Februar 2012 wuchs ihr Volumen um 145,0 Prozent. „Ein großes Problem dabei ist die Regionalisierung“, merkte Krieger auch auf der Messe an. In letzter Zeit hätten Phishing-Betrüger vor allem an der sprachlichen Qualität ihrer Mails gefeilt.

Auf der folgenden Seite haben wir die wichtigsten Erkenntnisse von Eleven für zusammengefasst.

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