SEP Jahrestag Backup und Disaster Recovery

Es gäbe viele Daten zu sichern, doch welche sind verzichtbar?

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Pioniere wie Veeam haben längst Speziallösungen für das Backup virtueller Maschinen vorgelegt, und inzwischen beziehen viele am Markt erhältliche Backup-Lösungen virtualisierte Umgebungen in ihre Ansätze ein.

Grenzenloses Backup

Noch komplexer wird das Datensicherungsproblem mit der hybriden Cloud, die nach Meinung der meisten Marktforscher zur vorläufig dominierenden IT-Infrastruktur heranreifen wird. Denn hier sind auch die zu sichernden Daten möglicherweise auf interne und externe Standorte verteilt.

Wie sich die Sicherungstechniken und –strategien in solchen Umgebungen auf Dauer entwickeln, muss sich zeigen. Klar ist jedoch, dass Probleme auftreten können, wenn Anwender auf einer entfernten Cloud liegende große Datenmengen im Unternehmen zurück sichern.

Oft genug dürfte die Bandbreite der vorhandenen Verbindungen nämlich schlicht nicht ausreichen, um eine solche Sicherung in vertretbaren Zeiträumen durchzuführen. Hier bleibt nur, entsprechende Zusicherungen vom Cloud-Provider zu verlangen oder von vorn herein immer einen Satz aller in der Cloud befindlichen Daten im Haus zu behalten.

Egal, was der Cloud-Provider zusichert – gehen Daten verloren und können sie nicht jederzeit auf Verlangen beispielsweise der Steuerbehörde vorgewiesen werden, fällt dies immer auf das Anwenderunternehmen zurück.

Und was ist mit den Daten aus dem Internet der Dinge?

Erst im zweiten Schritt kann sich dieses unter Umständen beim Cloud-Dienstleister schadlos halten – was aufgrund der langsam mahlenden Mühlen Justitias viel länger dauert als eine blitzschnell verbreitete Meldung etwa verärgerter Kunden in sozialen Netzen, die zu einer Rufschädigung wegen Datenverlust führt.

Gänzlich neue Backup-Probleme werden sich wohl durch Big-Data-Lösungen im Rahmen von Anwendungen des Internet of Things ergeben, wo unzählige Datenschnipsel aus Sensoren oder sozialen Medien in Echtzeit direkt in die Arbeitsspeicher von Auswertungssystemen gespielt, dort ausgewertet und anschließend wieder hinausgeschoben werden, um neuen Daten Platz zu machen.

Solche Big-Data-Analysen werden etwa dazu dienen, im Smart Grid der Zukunft den Strompreis ad hoc zu verändern oder andere Regelungseingriffe in der „Real Word“ induzieren. Deren Ursache sollte man anhand der gespeicherten Ursprungsdaten nachvollziehen können.

Man darf gespannt sein, welche rechtskonformen Backup-Strategien für solche Umgebungen entwickelt werden und ob sich am Ende wie schon öfter an die neue Technologie auch neue Rechtsprinzipien anschließen.

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