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Finanzkrise fördert Computerkriminalität Ex-Mitarbeiter entwenden sensible Daten und geistiges Eigentum

| Redakteur: Stephan Augsten

Betrugsfälle in Unternehmen tendieren zunehmend in Richtung Datendiebstahl und Bedrohung des geistigen Eigentums. Das geht aus dem Global Fraud Report 2008/2009 des Spezialisten für Datenrettung und IT-Forensik Kroll Ontrack hervor, der die steigende Computerkriminalität zudem mit der Finanzkrise in Verbindung bringt.

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Insider-Attacken sind der Hauptgrund für den Abfluss geschäftlicher Informationen und geistigen Eigentums.
Insider-Attacken sind der Hauptgrund für den Abfluss geschäftlicher Informationen und geistigen Eigentums.
( Archiv: Vogel Business Media )

Scheinbar sinkt während der globalen Rezession neben IT-Budgets und Zahl der Vollzeitbeschäftigten auch die Moral der Beschäftigten. Dem Kroll Global Fraud Reports 2008/2009 zufolge sind Fälle von frustrierten Mitarbeitern, die sich für verfehlte Unternehmenspolitik rächen wollen, in den letzten Monaten häufiger geworden.

Gerade Unternehmen, die sich dem Thema IT-Sicherheit nur unzulänglich widmen, seien seit Zusammenbruch des Kapitalmarkts immer häufiger von kriminellen Handlungen betroffen. Immer wieder komme es vor, dass entlassene Mitarbeiter unternehmenskritische Daten kopieren und entwenden.

Wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe sind die Folge für die Unternehmen: Der Kroll-Befragung zufolge hat ein Unternehmen in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 8,2 Millionen US-Dollar durch Betrug verloren. Im gleichen Zeitraum waren 85 Prozent der Unternehmen mindestens einmal von Betrug betroffen, zuvor waren es noch 80 Prozent.

In großen Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 5 Milliarden Dollar betrug der Schaden bis zu 23,3 Millionen Dollar. Derweil war der Verlust für kleine Unternehmen mit 5,5 Millionen Dollar zwar verhältnismäßig gering, die Zunahme gegenüber dem letztjährigen Durchschnittswert beträgt in diesem Fall allerdings 70 Prozent.

Gefahren und Anfälligkeiten sind Branchen-spezifisch

Die Anzahl derer, die sich als moderat gefährdet gegenüber den einschlägigen Betrugsszenarien sehen, ist um fünf Prozentpunkte angestiegen. Mittlerweile sind bereits sieben von zehn befragten Unternehmen der Meinung, verwundbar für Informationsverlust oder Angriffe zu sein. 54 Prozent betrachten sich als anfällig für Compliance-Verstöße.

Von den Firmen, die in den drei vergangenen Jahren von Betrügereien betroffen waren, hatten 27 Prozent Datendiebstahl oder -verlust zu beklagen, 20 Prozent Korruption und immerhin noch 16 Prozent den Diebstahl geistigen Eigentums. Zudem ergeben sich Besonderheiten, wie anfällig bestimmte Branchen für verschiedene Delikte sind. So sind von Compliance-Verstößen am häufigsten die Branchen Healthcare (36,5 Prozent) und Finanzdienstleistungen (35,1 Prozent) betroffen.

Bei Informationsdiebstahl oder -verlust liegen Technologie, Medien und Telekommunikation (32,7 Prozent) sowie Reise und Transport (29,8 Prozent) agnz vorne. Diebstahl geistigen Eigentums kommt in der Konsumgüterbranche (29,8 Prozent) sowie bei Technologie, Medien und Telekommunikation (21,8 Prozent) am häufigsten vor.

An der im Auftrag von Kroll durchgeführten Studie von The Economist Intelligence Unit nahmen 890 Vertreter der Senior-Management-Ebene teil. Insgesamt waren zehn Branchen mit jeweils über 50 Teilnehmern vertreten. Der vollständige Report und weiteres Material zum Thema Betrug steht auf der Fraud-Landing-Page von Kroll zur Verfügung.

Der Forensik-Spezialist bietet darüber hinaus eine ganze Palette an präventiven und investigativen Services an, einschließlich Anti-Betrug-Trainings, Überwachung und Compliance-Berichten, Mitarbeiter-Scanning und Überprüfung der Sorgfaltspflicht, forensischer Wirtschaftsprüfung, Prozessbegleitung, Überprüfung der Einhaltung von Regulierungsmaßnahmen, Expertenrat-Leistungen und Vermögenswerte-Training.

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