Elektronischer Personalausweis und Internet-Sicherheit

Expertenworkshop beleuchtet Entwicklungen der Smartcard-Technologie

11.12.2008 | Redakteur: Stephan Augsten

Ab 2010 vereint der elektronische Personalausweis den herkömmlichen Perso und elektronische Authentifizierungs-Funktionen. Quelle: Bundesministerium des Innern.
Ab 2010 vereint der elektronische Personalausweis den herkömmlichen Perso und elektronische Authentifizierungs-Funktionen. Quelle: Bundesministerium des Innern.

Welche neuen Sicherheitsfunktionen bringt der elektronische Personalausweis? Und welche Rolle spielen digitale Identitäten in Zukunft beim Handy? Solche Fragen zu elektronischen Ausweisen diskutieren Experten aus Forschung, Wirtschaft und Behörden beim Smartcard-Workshop des Fraunhofer SIT am 3. und 4. Februar 2009 in Darmstadt.

Im Workshop präsentiert das Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) am Dienstag und Mittwoch, 3. und 4. Februar 2009, nicht nur aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung hinsichtlich der Smartcard-Technologie. Die Veranstaltung beschäftigt sich auch mit möglichen Angriffen auf Smartcard-Chips und der internationalen Standardisierung von Sicherheitsprotokollen für die zukünftigen Anwendungen.

Höhepunkt des Workshops ist die Verleihung des Fraunhofer SIT-Smartcard-Preises, der am dritten Februar im Rahmen einer Feierstunde vergeben wird. Der SIT-Smartcard Workshop ist die größte Entwicklerkonferenz für Smartcards in Deutschland.

E-Perso als Legitimation gegenüber IT-Systemen

Als Smartcard soll künftig auch der elektronische Personalausweis dienen, der ab November 2010 den schlichten „Perso“ ablösen soll. Den Mehrwert konkretisiert der Workshop-Organisator Ulrich Waldmann vom Fraunhofer SIT: „In Zukunft werden wir ein und denselben Ausweis ganz unterschiedlich nutzen können – bei der Ausweiskontrolle am Flughafen ebenso wie beim Einkaufen im Internet oder bei der Online-Abgabe der Steuererklärung“.

Deshalb besitzt der ePA neu-artige Sicherheitsfunktionen, die Online-Betrug verhindern und den Datenschutz im Internet erhöhen. Nicht nur für den Bürger ergeben sich laut Waldmann dadurch Vorteile, sondern auch für Unternehmen und Behörden: „Die staatliche Kartenausgabe ermöglicht Sicherheit auf höchstem Niveau einschließlich des gegenseitigen Nachweises eindeutiger Identitäten.“

Umfassende Informationen zu Security-Features

Wie die Sicherheitsmechanismen funktionieren und welche Anwendungsmöglichkeiten sich daraus für Bürger, Behörden und Unternehmen ergeben, schildert Michael Herfert vom Fraunhofer SIT in seinem Vortrag „Neue Anwendungskonzepte für eID“. Wie der elektronische Reisepass soll auch der kommende Personalausweis per Funk ausgelesen werden. Wie trotz der drahtlosen Verbindung die Sicherheit gewahrt bleibt und sich sogar Signatur-PINs sicher übertragen lassen, erklärt Dr. Kim Nguyen von der Bundesdruckerei in Berlin.

Weiterer Schwerpunkt des Smartcard-Workshops sind die eCard-Strategien in Deutschland, Österreich und Europa. Darüber refereriert unter anderem Reinhard Posch, Chief Infomation Officer der österreichischen Bundesregierung. Über den aktuellen Stand und die Strategien zur elektronischen Gesundheitskarte berichtet Cord Bartels, der neue technische Geschäftsführer der Gematik.

Derweil informieren Werner Schindler vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Michael Kasper vom Fraunhofer SIT in ihrem Vortrag „Seitenkanalanalysen von hardware- und softwarebasierten Sicherheitsmodulen“ über ungewöhnliche Angriffsmöglichkeiten.

Weitere Informationen, das vollständige Programm und die Anmelde-Unterlagen sind im Internet erhältlich. Die Teilnahme kostet 580 Euro.

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