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Kommentar zu Facebooks neuen Profilfunktionen Facebook tickt bim Datenschutz anders

| Redakteur: Peter Schmitz

Dass Facebook ein etwas anderes Verhältnis zu Datenschutz und Privatsphäre hat als hierzulande üblich, ist bekannt. Dies zeigt sich einmal mehr an den jüngst vorgestellten Neuerungen. Dabei ist es gar nicht die neue Profilfunktion Timeline, die problematisch erscheint, sondern das Aktivitätenprotokoll Ticker, findet Rik Ferguson, vom IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro.

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Um das neue Facebook Aktivitätenprotokoll Ticker sollten sich Benutzer viel mehr Sorgen machen, als um Timeline findet Rik Ferguson von Trend Micro.
Um das neue Facebook Aktivitätenprotokoll Ticker sollten sich Benutzer viel mehr Sorgen machen, als um Timeline findet Rik Ferguson von Trend Micro.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Grunde geht es bei der neuen Funktion Timeline darum, dass Facebook alle Informationen, die ein Nutzer bereits angegeben hatte – sein Profil, seine Fotos, Einträge, Kommentare und alles, was über ihn veröffentlicht wurde – in Timeline in chronologischer, anklickbarer Reihenfolge präsentiert.

Natürlich erleichtert es Timeline jedem, der auf ein Profil zugreifen darf, die gewünschten Informationen zu finden. Aber mal ehrlich, erstens kann jeder sein Profil auf „privat“ setzen, und es liegt auch in der Hand der Nutzer, bei der Wahl ihrer Freunde entsprechend wählerisch zu sein.

Viel mehr Skepsis sollte der Ticker, die neue scroll-fähige Ansicht der Updates in der rechten oberen Ecke einer Facebook-Seite, wecken. Hier werden alle Aktivitäten eines Nutzers für alle Freunde in Echtzeit sichtbar angezeigt, einschließlich Anmeldungen, Interaktionen mit Leuten und Gruppen, die nicht alle Freunde kennen. Das öffnet Tür und Tor für Stalker! Denn nun kann jemand nicht nur verfolgen, was der Nutzer auf Facebook mit Leuten tut, die er/sie kennt, sondern auch des Nutzers Kommentare, Einträge oder „Likes“ an Leute, die er nicht kennt, werden sichtbar.

Geht Facebook auf die Nerven

Facebook-Nutzer können jetzt nur eines tun, Facebook auffordern, diese Funktionalität neu zu konfigurieren und dabei dieselbe Diskretion einzuführen, die jede normale Person im echten Leben für sich in Anspruch nimmt.

Facebook-Nutzer, die Timeline und Ticker bereits nutzen machen von dieser Möglichkeit bereits regen Gebrauch. Derzeit gibt es immer mehr Einträge folgenden Inhalts (hier in der deutschen Übersetzung):

Bitte fahr mit der Maus über meinen Namen und warte, bis die Box geladen ist. Dann fahr über den „Abonniert“-Link und deaktiviere die Wahl „Kommentare und Gefällt mir-Angaben“. Ich mag es nicht, wenn meine Kommentare zu den Einträgen von Freunden nochmals veröffentlicht werden. Danke! Dann wiederhole den Eintrag, falls Du nicht möchtest, dass Dein EVERY MOVE auf der rechten Seite erscheint, sodass ihn jeder sehen kann! :-) Wenn Du willst, tue ich dasselbe für Dich. Klick auf Gefällt mir.

Über den Autor

Rik Ferguson ist „Director Security Research & Communication EMEA“ bei Trend Micro. In dieser Position konzentriert er sich auf die Erforschung neuer Bedrohungen, besonders im Social-Networking-Bereich. Gleichzeitig ist Ferguson, der über mehr als 17 Jahre Erfahrung in der IT-Sicherheit verfügt, Sprecher des Unternehmens für die EMEA-Region sowie Autor des Blogs „CounterMeasures: a Trend Micro blog“. Rik Ferguson ist „Certified Ethical Hacker“, der im Unternehmensauftrag legale Tests mit den Mitteln und Vorgehensweisen eines richtigen Hackers ausführt.

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