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Studie zu Datenschutz-Aspekten im Dialogmarketing Geschäftsinteresse geht vor Datenschutz

| Redakteur: Stephan Augsten

Obwohl Unternehmen den Datenschutz als wichtig erachten, mangelt es an Fachkenntnissen und der praktischen Umsetzung. Zu diesem Schluss kommt das Unternehmen Artegic im Rahmen der Studie „Datenschutz im Dialogmarketing“. Eine Mehrheit spricht sich für eine gesetzliche Regulierung aus.

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Einfache Rechnung: Im Zweifel gehen wirtschaftliche Interessen vor Datenschutz.
Einfache Rechnung: Im Zweifel gehen wirtschaftliche Interessen vor Datenschutz.

Artegic hat Marketing-Spezialisten aus verschiedensten Branchen zum Thema Datenschutz befragt und ihr Wissen in Rechtsfragen geprüft. Die Ergebnisse sind in die Untersuchung „Datenschutz im Dialogmarketing“ eingeflossen. Demnach genießt Datenschutz eine in mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen eine hohe Priorität.

Im Widerspruch dazu steht die Angabe, dass gut 40 Prozent der Unternehmen im Zweifel ihre wirtschaftlichen Interessen vor den Datenschutz stellen würden. Am stärksten stehen wirtschaftliche Interessen für Handels- (52,3 Prozent), Industrie- (47,9 Prozent) und B-to-B Unternehmen im Vordergrund. Hingegen hat Datenschutz insbesondere bei Dienstleistern und Medienunternehmen Priorität.

In 45,2 Prozent der Unternehmen genieße der Datenschutz aber noch immer nicht den Stellenwert, den er laut Einschätzung der Befragten haben sollte. Dies gaben vor allem Befragte aus dem Handel (56,6 Prozent) und Unternehmen mit 15-50 Mitarbeitern an (51 Prozent). Diese beiden Gruppen sehen auch den größten Handlungsbedarf bei der praktischen Umsetzung

Gesetzliche Datenschutz-Regelung gewünscht

Vor diesem Hintergrund sprechen sich auch mehr als zwei Drittel der Befragten für eine Regulierung durch die Politik aus, ein Viertel hält die Selbstregulierung für ausreichend. Der Großteil der Befragten (68,3 Prozent) findet außerdem, dass Datenschutzbestimmungen strenger kontrolliert werden müssen.

Auf diesem Weg könne einer Wettbewerbsverzerrung durch Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten, vorgebeugt werden. Ein weiterer Schritt, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu verhindern, wäre für 69,6 Prozent der Unternehmen die europaweite Vereinheitlichung der Datenschutz-Gesetze. Die deutschen Regularien könnten laut 45,7 Prozent der Befragten als Vorbild für einen europäischen Standard dienen.

Im Rahmen der Befragung zu den Kenntnissen im Datenschutz wurden den Teilnehmern rechtsfachliche Fragen aus der Marketingpraxis gestellt. Im Durchschnitt wurden nur 45,69 Prozent der Fragen richtig beantwortet, am besten stehen im Branchenvergleich noch die Medienunternehmen da (51,26 Prozent). Aber auch hier besteht laut Artegic noch Nachholbedarf.

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