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Kommentar von Eva Chen, CEO Trend Micro Google und VirusTotal – ein Gewinn für die Sicherheitsbranche

| Autor / Redakteur: Eva Chen, CEO Trend Micro / Stephan Augsten

Google baut mit dem Kauf des Online-Dateiscanners VirusTotal seine Kompetenz in Sachen Sicherheit weiter aus. Für Antivirus-Anbieter und andere Security-Hersteller ist das aber kein Grund zum Fürchten wie Eva Chen, CEO beim IT-Sicherheitsspezialisten Trend Micro, in diesem Kommentar unterstreicht.

Google kauft mit VirusTotal weiteres Know-how zur Virenerkennung.
Google kauft mit VirusTotal weiteres Know-how zur Virenerkennung.

Eva Chen, CEO Trend Micro: „Sicherheitsanbieter werden ihre Samples direkt von Google holen.“
Eva Chen, CEO Trend Micro: „Sicherheitsanbieter werden ihre Samples direkt von Google holen.“
(Trend Micro)
„Google hat VirusTotal gekauft, den Gratisdienst zum Scannen von Dateien und URLs. Das ist für Trend Micro, aber auch für die gesamte Branche und die Anwender eine exzellente Nachricht. Google beabsichtigt keineswegs, mit Stand-Alone-Sicherheit Geld zu verdienen. Diese Akquisition wird wohl ähnlich verlaufen wie die von Postini.

Die Funktionen der 2008 übernommenen E-Mail-Sicherheitslösung sollen ab dem nächsten Jahr als Teil der Google Apps angeboten werden und Postini wird eingestellt. Zudem steht den Sicherheitsanbietern Googles riesige Cloud-Infrastruktur, die Virus-Samples sammelt, zur Verfügung – und die ist viel stabiler als die vorhandene Stand-Alone-Infrastruktur von VirusTotal.

Von einer solch zuverlässigen Quelle aber profitiert die gesamte Branche. Sicherheitsanbieter wie Trend Micro werden ihre Samples direkt von Google holen, statt wie bislang von ihren jeweiligen Antivirus-Testgruppen, die ihrerseits die Informationen von anderen AV-Anbietern erhalten. Wer also mehr Samples einreichte, der hatte höhere Erkennungsraten – eine Verfälschung des Systems, die wegfällt, wenn alle die Samples direkt von Google haben.

Statt über die Anzahl der Samples den Wettbewerb zu beleben, können die Anbieter künftig ihre wirklichen Stärken ausspielen. Unsere Kunden etwa kaufen mit unseren Sicherheitsprodukten nicht nur die Erkennung der Bedrohungen, sondern auch das, was danach kommt. Darin liegt die Kompetenz von Trend Micro.

Die Antivirus-Industrie braucht eine Quelle für alle Bedrohungen, aber keine, die mit diesen Sammlungen Geld verdienen will. Und Google ist ein großartiger Kandidat für diese Rolle.“

(ID:35546260)