Öffentliche Wahrnehmung der Cyber-Kriminalität

Hacker laut Sourcefire unterschätzt

| Redakteur: Stephan Augsten

Viele denken beim Hacker an jemanden, „der seine Freizeit vor dem Computer verbringt“.
Viele denken beim Hacker an jemanden, „der seine Freizeit vor dem Computer verbringt“. (Bild: ra2 studio - Fotolia.com)

Jeder zweite Deutsche ist davon überzeugt, dass er noch nie privat oder in der Arbeit gehackt wurde. Fast 60 Prozent der Deutschen sind sogar der Meinung, sie würden eine Cyber-Attacke registrieren. Zu diesem Ergebnis kommt Sourcefire im Rahmen der Umfrage „Hacker im öffentlichen Bewusstsein“.

In Film und Fernsehen funktioniert ein Hack oder Crack ganz einfach: Der Angreifer gibt ein paar Befehle ein, schon hat er die Firewall oder einen anderen Sicherheitsmechanismus ausgehebelt. Offenbar beeinflusst diese Darstellung maßgeblich das Sicherheitsbewusstsein, wie Sourcefire im Rahmen einer Umfrage unter 500 Deutschen hreausgefunden hat.

Bei der Studie „Hacker im öffentlichen Bewusstsein“ teilten über 80 Prozent der Befragten die Überzeugung, dass ein erfolgreicher Hack ein paar Stunden dauert. In der Realität bereiten Cyber-Kriminelle ihre Angriffe aber gewissenhaft vor, indem sie sich über die potenziellen Opfer und deren Systeme informieren. Dass ein Hacker in eine erfolgreiche Attacke eine Woche oder gar einen Monat investiert, schätzen aber gerade einmal sechs Prozent der Befragten.

Volker Marschner, Security Consultant Central Europe bei Sourcefire, weiß es besser: „In Wirklichkeit kann ernstzunehmendes Hacking Monate oder sogar Jahre dauern, je nach dem Ziel der Attacke.“ Insbesondere die Infiltration von Firmensystemen erfordere jede Menge Vorbereitung, Testläufe und Überwachung. „Aber selbst Exploits, die Verbrauchergeräte zum Ziel haben – um etwa ein Botnet zu schaffen – sind sorgfältig geplant und dauern mindestens mehrere Wochen.“

Etliche Teilnehmer beurteilen auch die Motivation der Angreifer völlig falsch: Ein Drittel der Befragten hat bei einem Hacker einen „Nerd“ im Hinterkopf, „der seine Freizeit vor dem Computer verbringt“. Jeder Zehnte sieht ihn laut Sourcefire als „Teenager, der seine Grenzen austestet“. 36 Prozent sehen Hacker als einfache Kriminelle, die ihr Handwerk nun digital ausüben.

Diese Gruppen gebe es zwar weiterhing, so Marschner, „doch wir sehen einen steilen Anstieg im professionellen Hacking, finanziert von kriminellen Organisationen oder auch von Regierungen.“ Diese Cyber-Kriminellen stellten die größte Gruppe und würden oft nur bei Erfolg bezahlt. In der öffentlichen Wahrnehmung gehen diese Hacker offenbar unter. Weniger als 5 Prozent sehen im Hacker einen hochbezahlten Profi.

Bei der Abwehr vertraut knapp ein Viertel der Befragten der Antivirus-Software. 14 Prozent sagten, sie würden einen Angriff bemerken, weil ihr Computer sich dann irgendwie anders benehme. Weniger als ein Fünftel ist überzeugt, es erst dann zu merken, wenn gestohlene Informationen genutzt und Onlineprofile missbraucht wurden.

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