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Hacking-Hitliste September 2015 Hacktivisten setzen Großbritannien und US-Regierung zu

| Redakteur: Stephan Augsten

Mit Sicherheit haben im September 2015 weder der Apple App Store noch der Google Play Store geglänzt. Beide App-Marktplätze wurden infiltriert. In der Hacking-Hitliste der QGroup für den September 2015 finden sich aber insbesondere politisch motivierte Angriffe auf Regierungen und zwei italienische Banken.

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Der September 2015 war von politisch motivierten Attacken geprägt, aber auch Unternehmen wie Google und Apple kamen auf ihre Kosten.
Der September 2015 war von politisch motivierten Attacken geprägt, aber auch Unternehmen wie Google und Apple kamen auf ihre Kosten.
(Bild: QGroup)

Die Anonymous-Zelle „Ghost Italy“ hat im September gleich zwei der wichtigsten Banken Italiens gehackt. Unter dem Motto #OpBankDump haben die politisch motivierten Angreifer beide Bankhäuser um mehrere Datenbanken sowie wichtige Informationen zu deren Partnerunternehmen erleichtert.

Zahlreiche Hacking- und Botnetz-Attacken zielten wieder auf Regierungen, Behörden und Sicherheitsdienste ab, die bekannteste war wohl die von Trend Micro aufgedeckte „Operation Iron Tiger“, die ihren Weg in die Bildergalerie gefunden hat. Über einen längeren Zeitraum wurden aber beispielsweise auch Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate und Yemen ausspioniert. Kaspersky Lab bemerkte eine bereits 2012 gestartete Hacker-Kampagne der sogenannten „Gaza Cybergang“.

In Großbritannien ging es ebenfalls hoch her: Das Hacker-Kollektiv Lizard Squad nahm die Webseite der National Crime Agency vom Netz. Derweil gelang es einem Hacker, die Webseiten der Essex Police, der Greater Manchester Police und des Manchester Airport in die Knie zu zwingen. Der Twitter-Nutzer @n0w1337 bekannte sich zu den Angriffen.

Unbemerkt vom britischen Geheimdienst sollen außerdem dschihadistische Hacker aus Syrien mehrere Minister der britischen Regierung ausgespäht haben, zitiert die QGroup den Telegraph. Dafür haben die Angreifer die E-Mail-Accounts ihrer Opfer geknackt, um an vertrauliche Informationen zu kommen.

Weitere Attacken trafen die Regierungen in Vietnam, Kanada und Thailand, auch Hacktivisten aus Pakistan und Indien setzen gegenseitig ihren Ländern zu. Besonders brisant erscheinen allerdings die Angriffe der Hacker-Gruppe Turla, die mutmaßlich aus dem russischsprachigen Raum stammen und Verbindungen zu Regierungen oder hohen Behörden unterhalten könnten.

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Jedes Jahr gibt es mehr Angriffe auf Netzwerke und Server von Unternehmen, Banken und Behörden. Dabei entwenden Hacktivisten und Kriminelle oft hunderttausende Namen, Adressen, Passwörter und Kreditkartendaten – oder gleich mehrere Millionen Euro. Doch wir erfahren viel zu selten davon.

Zusammen mit der QGroup zeigen wir seit Ende 2011, was bei den schlimmsten Hacker-Angriffen weltweit vorgefallen ist. Jeden größeren Fall eines Hacks oder eines Datendiebstahls finden Sie dort in Form einer stilvollen Todesanzeige.

Die Nachrufe gibt es auch in gedruckter Form. Eine entsprechende Broschüre können Sie bei der QGroup kostenlos bestellen.

Seit nunmehr acht Jahren späht Turla verschiedene Ziele aus, darunter Regierungsbehörden, Botschaften, militärische Einrichtungen und bestimmte Industriebetriebe. Dabei bleiben die Angreifer anonym und stehlen vertrauliche Informationen. Sie kapern die Verbindungen von Internet-Satelliten und halten sich im Abdeckungsgebiet des Satelliten auf, damit Standort und Identität sich nicht nachvollziehen lassen.

Angesichts der großen Masse an Angriffen haben nur die prominentesten Opfern und größten Sicherheitsvorfällen ihren Weg in die aktuellen Hacking-Highlights der QGroup gefunden. Hierzu zählen die Angriffe auf Google Play und Apple Play Store ebenso, wie die Attacken auf Hilton-Hotelkette und US-Regierung.

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