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ILM | Information Lifecycle Management

Redakteur: Gerald Viola

Information Lifecycle Management ist ein eher strategischer Ansatz für das Management des Datenflusses eines Informationssystems sowie der damit verbundenen Metadaten zwischen der

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Information Lifecycle Management ist ein eher strategischer Ansatz für das Management des Datenflusses eines Informationssystems sowie der damit verbundenen Metadaten zwischen der Erstellung und ursprünglichen Speicherung über die Archivierung bis hin zur Löschung. Im Gegensatz zu früheren Datenspeichermanagement-Ansätzen wie HSM versucht ILM auch inhaltliche Aspekte zu berücksichtigen, statt lediglich über die Metadaten von Dateien wie das Alter oder das Format die Speicherprozeduren zu automatisieren. Im Idealfall ist ILM in der Lage, aus dem Kontext des Inhalts heraus den Speicherort zu entscheiden. In der Realität scheitert das ILM-Konzept bislang an der Klassifizierung von Inhalten und an heterogenen Umgebungen, da hier keine Standards für die Dateiverschiebung existieren und auch an ECM-Anwendungen, die Tausende von Records in einer Datei ablegen. Stand 2009 versuchen Unternehmen, eine Speicherhierarchie in ihren Rechenzentren umzusetzen.

Das Ideal: ILM-Produkte automatisieren die damit zusammenhängenden Prozesse, wobei sie in der Regel die Daten anhand von definierten Richtlinien in unterschiedliche Stufen einteilen und die Datenmigration von einer Stufe in eine andere auf Basis dieser Kriterien automatisieren. In der Regel werden neuere Daten sowie Daten, die häufiger angesprochen werden, auf schnelleren aber dafür teureren Speichermedien untergebracht, während die weniger kritischen Daten auf billigeren aber langsameren Medien liegen. Allerdings berücksichtigt ILM die Tatsache, dass die Wichtigkeit der Daten nicht ausschließlich vom Alter oder der Häufigkeit des Zugriffs abhängt. Benutzer können unterschiedliche Richtlinien für Daten definieren, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgewertet oder während des gesamten Lebenszyklus gleichwertig bleiben. Eine Anwendung für das Pfad-Management, die entweder als ILM-Softwarekomponente implementiert wird oder mit der Software zusammenarbeitet, ermöglicht die Wiederherstellung aller Daten, indem sie die Speicherorte aller Daten während des gesamten Speicherzyklus überwacht.

Kritiker behaupten, ILM sei eigentlich Data Lifecycle Management (DLM). Laut Karen Dutch, Vice President Product Management bei Fujitsu Softek (seit 2007 IBM), befassen sich DLM-Produkte mit den allgemeinen Attributen der Dateien wie dem Dateityp, der Größe und dem Alter, während ILM-Produkte komplexere Fähigkeiten besitzen. Ein DLM-Produkt würde beispielsweise die Möglichkeit bieten, den Datenbestand nach einem bestimmten Dateityp mit einem bestimmten Alter zu durchsuchen, während ein ILM-Produkt die Möglichkeit bieten müsste, in verschiedenen Arten gespeicherter Dateien nach bestimmten Instanzen eines Datenobjekts wie einer Kundennummer zu suchen.

Ein Datenmanagement per ILM hätte Vorteile im Zuge regulatorischer Anforderungen des Gesetzgebers. Datenmanagement-Experten betonen, dass das Information Lifecyle Management eine unternehmensweit Aufgabe sein muss, die Prozeduren, empfohlene Vorgehensweisen und Anwendungen berücksichtigt.

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