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Studie warnt In der Smart Factory drohen Sicherheitslücken

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Die zunehmende Vernetzung von Maschinen schafft Raum für Innovationen. Sie birgt aber auch Sicherheitsrisiken durch Lücken im System, wie die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) durchgeführte Studie „IT-Sicherheit für Industrie 4.0“ zeigt.

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Ammar Alkassar, CEO von Rohde & Schwarz Cybersecurity
Ammar Alkassar, CEO von Rohde & Schwarz Cybersecurity
(Bild: Rohde & Schwarz)

Laut der Erhebung stehen Unternehmen den Industrie-4.0-relevanten Sicherheitsbedrohungen noch orientierungslos gegenüber. Die von Rohde & Schwarz Cybersecurity geleitete Studie moniert, dass klare gesetzliche Regularien und ein technisches Gesamtkonzept zum Schutz der vernetzten Industrie fehlen. Es gebe kaum gesetzliche Vorgaben oder verbindliche Standards, an die sich Unternehmen halten könnten. Grundlegende Schutztechnologien für Konstruktions- und Fabrikationsdaten seien zwar vorhanden, würden aber angesichts der Komplexität der Industrie-4.0-Systeme zu kurz greifen.

Mehr Security nötig

Die Studie empfiehlt Herstellern daher die Einführung geeigneter Hard- und Softwarekomponenten, die nach dem Konzept „Secure Plug & Work“ arbeiten. Hardwarebasierte Sicherheitsanker in allen Endgeräten sowie Integritätsprüfungen der eigenen Firmware, Anwendungen und Konfigurationsparameter versprächen ebenfalls mehr Sicherheit. In Zukunft seien zusätzlich intelligente und adaptive Anomalie-Erkennungssysteme erforderlich. Außerdem betont die Studie die Bedeutung von Tools und Modellen, die langfristig in der Lage sind, komplexe Prozesse abzubilden. Erst damit könnten rationale und fundierte Entscheidungen bezüglich organisatorischer IT-Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

Schulungen anpassen

Auch bezüglich der Mitarbeiter herrsche Handlungsbedarf: Laut der Studie sollten sich Aus- und Weiterbildungen künftig auf interdisziplinäre Aufgaben und das Arbeiten in interprofessionellen Teams einstellen. „Das Potenzial für Angriffe besteht bereits und wird zunehmend genutzt. Daher muss eine Vielzahl der Handlungsvorschläge kurzfristig umgesetzt werden“, erklärt Ammar Alkassar, CEO von Rohde & Schwarz. Vorerst sollten sich Unternehmen an vorhandenen und teils auf die industrielle Produktion spezialisierten Leitfäden für IT-Sicherheit orientieren, empfehlen die Experten.

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