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Hardwareverschlüsselung für Daten, Cloud und VoIP IndependenceKey sagt PRISM den Kampf an

| Autor / Redakteur: Katrin Hofmann / Peter Schmitz

E-Mails, Passwörter, Gesprächsdaten und Kreditinformationen: Kaum eine Information scheint sicher. Glaubt man dem Informanten Edward Snowden, hat sich die NSA im Rahmen des „PRISM“-Programms weitreichenden Zugriff auf elektronische Daten verschafft. Mit dem neuen Verschlüsselungs-Stick IndependenceKey soll sich das verhindern lassen.

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Der „IndependenceKey“ bietet performante Hardwareverschlüsselung und ermöglicht sogar den verschlüsselten Datenaustausch über die Cloud und sichere VoIP-Telefonate. Spione und unerwünschte Zuhörer sollen sich so effektiv ausbremsen lassen.
Der „IndependenceKey“ bietet performante Hardwareverschlüsselung und ermöglicht sogar den verschlüsselten Datenaustausch über die Cloud und sichere VoIP-Telefonate. Spione und unerwünschte Zuhörer sollen sich so effektiv ausbremsen lassen.
(Bild: Intellicomp)

Beim „IndependenceKey“ handelt es sich um einen in der Schweiz hergestellten USB-Stick, der Informationen auf verschiedenen Plattformen verschlüsselt. Außerdem verspricht der Hersteller, dass Daten „hochsicher“ mit anderen Anwendern ausgetauscht werden können.

Mit Hilfe des IndependenceKey sollen Kunden ihre Privatsphäre oder Geschäftsdaten schützen können: gegen „derartige Angriffe“, wie sie wohl aktuell im Rahmen des Internetspionage-Programms PRISM erfolgen.

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Der Bundesverband IT-Mittelstand äußerte bezüglich PRISM Bedenken, dass „die USA ihre Internetüberlegenheit möglicherweise auch zur Wirtschaftsspionage nutzen“ könnte. Zumal Deutschland zu den Ländern in der Welt gehören soll, aus denen mit die meisten Daten gesammelt werden. Dies steht dem Argument des US-Geheimdienstes, dass die Terrorabwehr im Fokus stehe, entgegen.

Hardwareverschlüsselung und Pairing

Der in der Schweiz gefertigte Aluminium-Stick mit 700 Megahertz-Prozessor verfügt über zwei USB-Schnittstellen mit einer Transfergeschwindigkeit von 480 Megabits pro Sekunde. Eine der USB-Schnittstellen ist zum Anschluss an den Rechner, eine für die Koppelung weiterer USB-Geräte oder IndependenceKeys per Auto-Pairing vorgesehen.

Ein Pairing der Sticks kann zudem übers Internet erfolgen. Dazu müssen die Anwender ihre Seriennnummern austauschen (mündlich) und in der Applikation auf dem Stick eintragen. Anschließend erfolgt die Übertragung übers Web verschlüsselt.

Daten, Ordnerstrukturen, aber auch ganze Massenspeicher, wie Festplatten, Fileserver oder Cloud-Speicher, sollen sich mit einem Klick sichern lassen. Werden diese Daten beispielsweise per E-Mail, Cloud-Speicher oder File-Sharing-Dienst übertragen, sind auszutauschende Dateien laut Intellicomp nur von den angegebenen Empfängern lesbar. So seien ein Einblick oder Änderungen durch Dritte unmöglich.

Weitere Funktionen sind beispielsweise, dass der passwortgeschützte Key sich nach mehrmaliger Falschanmeldung selbst zerstören kann und Sollbruchstellen enthält, wenn er mechanisch geöffnet wird. Ein so genannter „Security Cap“ ist ebenfalls dabei: Das ist ein zweiter Sicherheits-Stick mit Authentizifierungs-Chip und Hardware-Crypto-Engine, der als Backup-System dient.

Keine Spuren hinterlassen

Der IndependenceKey kann jede Datei separat verschlüsseln und die Originaldatei auf Wunsch unwiederbringlich durch die verschlüsselte Version ersetzen.

Bei der Arbeit mit den Daten hinterlasse der Anwender nach Angabe des Herstellers auf seinem System keine nutzbaren Informationsspuren. Auch temporäre Dateien werden in einem verschlüsselten Arbeitsspeicher abgelegt und sollen nach Schließen der Datei nicht wieder herstellbar sein.

Die Kosten der Hardware, inklusive „Security Cap“, beziffert der deutsche Vertriebspartner Intellicomp auf 250 Euro.

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