Clearswift Insider Threat Index 2018

Insider Bedrohungen sinken

| Redakteur: Peter Schmitz

Obwohl die Zahl der durch Insider verursachten Sicherheitsvorfälle in Europa leicht sinkt, sind interne Bedrohungen noch immer das größte IT-Security-Risiko für Unternehmen.
Obwohl die Zahl der durch Insider verursachten Sicherheitsvorfälle in Europa leicht sinkt, sind interne Bedrohungen noch immer das größte IT-Security-Risiko für Unternehmen. (Bild: Pixabay / CC0)

Seit der DSGVO sind Insider in Deutschland nur noch für 75 Prozent aller IT-Sicherheitsvorfälle verantwortlich, in Großbritannien sogar nur für 65 Prozent. 38 Prozent der Vorfälle sind dabei direkt auf Mitarbeiter-Aktivitäten zurückzuführen und 75 Prozent gehen vom erweiterten Unternehmen aus (Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer). Für 13 Prozent der Cyber-Sicherheitsvorfälle sind ehemalige Mitarbeiter verantwortlich.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Datensicherheitsspezialisten Clearswift haben Cyber-Sicherheitsvorfälle, deren Ursprung im Unternehmen selbst liegt, in Deutschland und Großbritannien jetzt einen geringeren Anteil an den gesamten Sicherheitsereignissen als noch vor einem Jahr. Sowohl in Deutschland als auch Großbritannien gelten jetzt die Bestimmungen der DSGVO. In den Vereinigten Staaten, die nur indirekt zum Geltungsbereich der DSGVO gehören, nehmen die Bedrohungen dagegen zu.

Für die Untersuchung wurden 400 führende IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in Deutschland, Großbritannien und den USA befragt. Wie die Untersuchung zeigte, beträgt der Prozentanteil der echten internen Bedrohungen – also der unbeabsichtigten und böswilligen Bedrohungen aus dem erweiterten Unternehmen (Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer und ehemalige Mitarbeiter) – in Deutschland jetzt 75 Prozent, verglichen mit 80 Prozent in 2017. Ähnlich stellten auch die führenden IT-Entscheider in Großbritannien einen Rückgang fest: von 73 Prozent im Vorjahr auf jetzt 65 Prozent. Im Gegensatz dazu beobachteten die Umfrageteilnehmer aus den USA sogar einen Anstieg der internen Bedrohungen auf 80 Prozent; 2017 waren es 72 Prozent gewesen.

Direkte Bedrohungen durch einen Mitarbeiter im Unternehmen – unbeabsichtigt oder böswillig – machen jetzt 38 Prozent der Vorfälle aus. Damit ist der 2017 und 2015 (42 Prozent bzw. 39 Prozent) verzeichnete Anstieg solcher Bedrohungen zum Stillstand gekommen. 13 Prozent aller Cyber-Sicherheitsvorfälle gehen auf Bedrohungen durch ehemalige Mitarbeiter zurück, was deutlich macht, dass die Prozesse beim Ausscheiden von Mitarbeitern verbessert werden müssen.

„Wenngleich die Zahl der Vorfälle in der EMEA-Region leicht sinkt, unterstreichen die Resultate einmal mehr, dass interne Bedrohungen die Hauptursache für Cyber-Sicherheitsvorfälle sind. Immer noch haben drei Viertel aller Vorfälle ihren Ursprung im Unternehmen beziehungsweise erweiterten Unternehmen. Diese Gefahren sind also weitaus zahlreicher als diejenigen, die von externen Hackern ausgehen. Die Unternehmen müssen ihren Fokus nach innen richten“, so Dr. Guy Bunker, SVP Products, Clearswift.

„Ich denke, die DSGVO hat mindestens zwei positive Effekte: Die Unternehmen wissen besser, wo sich ihre kritischen Daten befinden, und den Mitarbeitern wird nachdrücklich vor Augen geführt, dass das Thema Datenschutz jetzt höchste Bedeutung hat. Das könnte der Grund sein, warum die Insider-Bedrohungen in den EU-Ländern abgenommen haben. Wenn ein Unternehmen weiß, wo seine kritischen Informationen gespeichert sind und wie sie in das Netzwerk hinein und aus diesem herausfließen, dann kann es diese Daten am besten vor den zahlreichen Bedrohungsvektoren schützen, mit denen wir es heute zu tun haben.“

Wenngleich interne Bedrohungen für die meisten Unternehmen die größte Gefahr darstellen, glauben die Arbeitgeber, dass die Mehrzahl der Zwischenfälle (62 Prozent) unbewusst oder unabsichtlich verursacht wird und nicht mit Vorsatz. Diese Zahl ist gegenüber 2017 leicht gesunken (65 Prozent). In Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern war die Zahl der Insider-Bedrohungen etwas geringer (36 Prozent) als in Unternehmen mit 1.000 bis 3.000 Beschäftigten. Dies könnte darauf hindeuten, dass die internen Prozesse und Kontrollen in größeren Unternehmen robuster sind.

Bunker fügte hinzu: „Unternehmen brauchen ein Verfahren, um eingehende sowie ausgehende Datenflüsse im Geschäft zu verfolgen und klar sehen zu können, wer wann auf die Daten zugreift. Außerdem müssen die Unternehmen erreichen, dass ihre Mitarbeiter wirklich von der geschäftskritischen Bedeutung des Datenschutzes überzeugt sind. Für eine erfolgreiche Cyber-Sicherheitsstrategie ist es unerlässlich, die Mitarbeiter darüber aufzuklären, welchen Wert Daten haben, welche verschiedenen Formen von Daten es gibt, was geteilt werden darf und was nicht.“

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