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Forschungsprojekt ArGUS Intelligentes Abwehrsystem für Drohnen

| Redakteur: Peter Schmitz

Drohnen dienen nicht nur für nützliche Inspektions- und Transportaufgaben und als Spielzeug, sie können auch bei missbräuchlicher Verwendung zur Gefahr werden. Die Bundesregierung fördert daher ein im März 2017 gestartetes Verbundvorhaben, das vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) koordiniert wird.

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Das Forschungsprojekt ArGUS soll unbemannte Flugsysteme erkennen und Einsatzvorschläge für rechtlich abgesicherte Gegenmaßnahmen generieren.
Das Forschungsprojekt ArGUS soll unbemannte Flugsysteme erkennen und Einsatzvorschläge für rechtlich abgesicherte Gegenmaßnahmen generieren.
(Bild: Fraunhofer IOSB)

Das dreijährige Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms hat zum Ziel, dieser Bedrohung zu begegnen. Die Lösung heißt „ArGUS“ und steht für Assistenzsystem zur situationsbewussten Abwehr von Gefahren durch UAS (Unmanned Aerial Systems = unbemannte Flugsysteme).

Das System „ArGUS“ detektiert unbemannte Flugsysteme und generiert Einsatzvorschläge für rechtlich abgesicherte Gegenmaßnahmen. Dadurch können Einsatzkräfte die Bedrohung sehr früh erkennen, die Auswirkungen abschätzen und nach kurzer Reaktionszeit zu einer optimalen Entscheidung hinsichtlich geeigneter Gegenmaßnahmen gelangen.

Die Situationsanalyse ist der wichtigste Bestandteil, wenn es um den Schutz der Menschen und der Infrastruktur geht. Die für diese Situationsanalyse erforderliche Informationsgrundlage wird rechtskonform gewonnen. Simulation und Prognose der möglichen weiteren Entwicklung des vorliegenden Szenarios helfen bei der Entscheidung hinsichtlich der richtigen Reaktion. Alle verfügbaren Informationen müssen dabei berücksichtigt werden.

Potenziell gefährdet sind unter anderem Großveranstaltungen wie Konzerte, Feste, Demonstrationen oder Sportveranstaltungen. Zu den kritischen Infrastrukturen zählen beispielsweise Bahnhöfe, Flughäfen und vieles mehr. Ebenfalls steigend ist die Zahl autorisierter UAS - zum Beispiel Überwachungsdrohnen und Paketzustellungen - die innerhalb definierter Flugkorridore ihren Dienst verrichten. Eine Unterscheidung zwischen diesen autorisierten und nicht autorisierten UAS ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Lagebewertung. Der Zeitaspekt bei der Einleitung von Abwehr- und Schutzmaßnahmen ist bedeutungsvoll und stellt somit eine der wesentlichen Schwerpunkte der Forschung dar. Im Optimalfall findet der Eingriff schon in der Vorbereitungsphase des Angriffs statt. Somit ist die Chance einer rechtzeitigen Abwehr sehr hoch und die möglichen Auswirkungen einer Gefahr sowie unerwünschter Seiteneffekte von Maßnahmen noch sehr niedrig.

Koordiniert wird das Projekt „ArGUS“ vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB). Verbundpartner sind der Verband für Sicherheitstechnik (VfS), das European Aviation Security Center (EASC),, die beiden Industrieunternehmen Securiton und Atos Deutschland, sowie die TH Deggendorf und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Assoziierte Partner aus dem Bereich der Anwendung sind der Flughafen Frankfurt, der Hamburger Sicherheitsdienstleister Power GmbH, das LKA Bayern und das Bundeskriminalamt.

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