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Internet Protocol | IP | IPv4 | IPv6 | Internet-Protokoll

Redakteur: Administrator

Das Internet-Protokoll (IP) ist die Methode (das Protokoll) mit deren (dessen) Hilfe Daten im Internet von einem Computer zum anderen übertragen werden. Jeder Computer (oder Host)

Das Internet-Protokoll (IP) ist die Methode (das Protokoll) mit deren (dessen) Hilfe Daten im Internet von einem Computer zum anderen übertragen werden. Jeder Computer (oder Host) im Internet hat mindestens eine IP-Adresse, die ihn eindeutig unter allen anderen Computern im Internet identifiziert. Wenn man Daten sendet oder empfängt (beispielsweise eine E-Mail oder eine Webseite) wird die Nachricht in kleine Einheiten eingeteilt, die Pakete genannt werden. Jedes Paket enthält sowohl die Internet-Adresse des Absenders als auch des Empfängers. Jedes Paket wird zuerst an einen Gateway-Computer übertragen, der aber nur einen kleinen Abschnitt des Internets kennt. Der Gateway-Computer liest die Zieladresse und leitet das Paket an einen benachbarten Gateway-Computer weiter, der wiederum ebenfalls die Zieladresse liest und so weiter, bis ein Gateway das Paket als für einen Computer in der eigenen Nachbarschaft oder Domäne bestimmt erkennt. Dieses Gateway leitet das Paket dann direkt an den Computer weiter, dessen Adresse angegeben wurde.

Weil eine Nachricht in eine Anzahl von Paketen aufgeteilt wird, kann jedes einzelne Paket, falls erforderlich, über eine andere Route durch das Internet übertragen werden. Pakete können damit in einer von der Sendereihenfolge abweichenden Reihenfolge eintreffen; das Internet-Protokoll stellt Pakete einfach nur zu. Es ist die Aufgabe eines weiteren Protokolls, des Transmission Control Protocol (TCP), die Pakete wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen.

IP ist ein verbindungsloses Protokoll – mit anderen Worten, die Verbindung zwischen den Endpunkten der Kommunikation ist nicht permanent. Jedes Paket, das über das Internet transportiert wird, wird als unabhängige Dateneinheit ohne Bezug zu anderen Dateneinheiten behandelt. Im Open Systems Interconnection (OSI) Kommunikationsmodell befindet sich IP in Schicht 3, der Vermittlungsschicht.

Die heutzutage gängigste Version von IP ist Internet Protocol Version 4 (IPv4). Allerdings steht die IP Version 6 (IPv6) bereits in den Startlöchern. IPv6 unterstützt längere Adressen und erlaubt daher die Zuteilung fixer IP-Adressen an jeden Internet-Benutzer bzw. jedes Netzwerk-Gerät. IPv6 umfasst die Fähigkeiten von IPv4 und jeder Server, der IPv6 unterstützt, kann zu IPv4 kompatibel betrieben werden.

IPv6 wird auch "IPng" (IP Next Generation) genannt. Formal betrachet, ist IPv6 eine Gruppe von Spezifikationen von der Internet Engineering Task Force (IETF). Benutzer und Service-Provider können unabhängig voneinander auf IPv6 updaten, ohne diese Aktualisierung gegenseitig koordinieren zu müssen.

Die auffälligste Verbesserung von IPv6 im Vergleich zu IPv4 besteht darin, dass die IP-Adresslänge von 32 Bits auf 128 Bits erhöht wurde. Diese Erweiterung berücksichtigt ein wesentliches künftiges Wachstum des Internets und entschärft das Problem der bevorstehenden Knappheit an Netzwerkadressen.

IPv6 beschreibt Regeln für drei Adressierungsarten: Unicast (ein Host zu einem zweiten Host), Anycast (ein Host zum nächsten Host in einer Gruppe mehrerer Hosts), und Multicast (ein Host an mehrere Hosts). Die weiteren Vorteile von IPv6 sind:

  • Die Optionen werden in einer Erweiterung des Headers untergebracht, die lediglich am Ziel untersucht wird, sodass die Gesamtleistung des Netzwerks verbessert wird.
  • Die Einführung einer "Anycast-"Adresse macht es möglich, eine Nachricht an den nächsten von einigen möglichen Gateway-Hosts zu übertragen, sodass ein beliebiger Gateway-Hosts aus dieser Gruppe das Paket an andere weiterleiten kann. Anycast-Nachrichten können zum Aktualisieren der Routing-Tabellen im Kommunikationsweg eingesetzt werden.
  • Pakete lassen sich als zu einem bestimmten "Datenfluss" zugehörig identifizieren, sodass die Pakete , die bspw. zu einer Multimedia-Präsentation gehören und daher in "Echtzeit" angeliefert werden müssen, von einer im Vergleich zu anderen Paketen höheren Dienstqualität profitieren können.
  • Der IPv6-Header umfasst Erweiterungen, die es dem Paket ermöglichen, einen Mechanismus zur Authentifizerung seines Ursprungs zu nennen, um so die Datenintegrität und die Vertraulichkeit sicherzustellen.

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