Suchen

Ergebnisse der aktuellen WIK/ASW-Sicherheits-Enquete 2010/11 IT-Gefahren weiter Top-Thema für Sicherheitsexperten

| Redakteur: Peter Schmitz

Die Sicherheitsexperten in der deutschen Wirtschaft gehen davon aus, dass künftig mit einer höheren Gefährdung durch Angriffe auf die IT und Telekommunikation sowie durch Spionage zu rechnen ist. Auch aktuell messen Sicherheitschefs, Berater und Sicherheitsdienstleister diesen Risiken die höchste Priorität zu. Dies sind zentrale Aussagen einer umfangreichen Befragung, an der über 250 Sicherheitsexperten teilgenommen haben.

Firmen zum Thema

Insgesamt sehen die Sicherheitsexperten besorgt in die Zukunft: 81% der Befragten gehen davon aus, dass die Gefährdung der Wirtschaft durch Sicherheitsrisiken weiter zunehmen wird. Das ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal eine Steigerung. Fast keiner der Experten erwartet eine Abnahme und lediglich 17% denken, dass die Gefährdungslage auf dem gleichen Niveau bleibt wie 2009.

Das drängendste Problem ist für Sicherheitsexperten in der Wirtschaft derzeit die Gefährdung von Unternehmensdaten und -kommunikation durch Angriffe unterschiedlichster Art. Eine große Mehrheit (74%) der Befragten - fast alle aus der klassischen, nicht-IT-orientierten Security - geht davon aus, dass die Belastungen durch IT-Kriminalität künftig steigen werden. Finanzielle Mittel für einen verbesserten Eigenschutz stehen bereit, gleichzeitig hoffen die Unternehmen aber auch auf mehr Unterstützung durch den Staat: 85,7% wünschten zusätzliche behördliche Maßnahmen gegen die Internetkriminalität.

Höhere Gefährdung durch Spionage

Auch bei der aus Sicht der Experten zweitwichtigsten Bedrohung - „Ausspähung und Wirtschaftsspionage“ geht eine Mehrheit (70%) von einem Anstieg aus. Jeder zweite Befragte aus der Unternehmenssicherheit (52%) hatte in den letzten 24 Monaten mindestens einmal ein entsprechendes Vorkommnis. Als wahrscheinliche Urheber der Angriffe nannten 70% einen Wettbewerber, 14% fremde Nachrichtendienste. Trotz der Gefährdung haben betriebliche Know-how-Schutz-Konzepte keine herausgehobene Bedeutung. So gehen 28% aller befragten Unternehmensvertreter davon aus, dass es in ihrem Unternehmen kein schützenswertes Know-how gibt. Doch auch in Unternehmen, die sich bewusst sind, dass Know-how geschützt werden sollte, hat der Schutz Lücken: Nur in 47,5% der betrieblichen Sicherheitsmanager arbeiten mit einem Know-how-Schutzkonzept.

Mit der behördlichen Unterstützung bei der Abwehr von Spionage aller Art sind die Sicherheitsexperten mehrheitlich zufrieden: 65% sind der Auffassung, dass der Staat genug für die Spionageabwehr tut (30% hoffen auf ein zusätzliches Engagement, 5% auf weniger). Ein gutes Drittel wünscht sich allerdings mehr Informationen im »Wirtschaftsschutz«.

Häufigste Delikte, mit denen die Sicherheitsexperten in den vergangenen 24 Monaten konfrontiert wurden, waren Diebstähle, unkorrektes Verhalten von Mitarbeitern (Mitarbeiterdelikte, „Zeit-Diebstahl“) und Sachbeschädigung (Vandalismus, Graffiti). 63% aller Enquête-Teilnehmer (inkl. Sicherheitsdienstleister) und 69% der befragten betrieblichen Sicherheitsmanager sahen sich in den vorausgegangenen zwei Jahren mit mindestens einem tatsächlichen Cybercrime-Fall konfrontiert.

Seite 2: Budgets steigen und Trend zum Outsourcing hält an

(ID:2051467)