Cyber-Erpressung

Jedes dritte Unternehmen mit Ransomware infiziert

| Redakteur: Stephan Augsten

Auch wenn meist nur Einzelplatzrechner betroffen waren, sahen sich im vergangenen halben Jahr viele Unternehmen mit Ransomware konfrontiert.
Auch wenn meist nur Einzelplatzrechner betroffen waren, sahen sich im vergangenen halben Jahr viele Unternehmen mit Ransomware konfrontiert. (Bild: kaptn - Fotolia.com)

Ransomware wie Cryptolocker hat in gerade einmal sechs Monaten knapp ein Drittel aller Unternehmen getroffen. Dies gab das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach einer Umfrage der Allianz für Cyber-Sicherheit bekannt.

Drei Viertel aller Ransomware-Infektionen, die im vergangenen halben Jahr Unternehmen getroffen haben, ließen sich laut BSI auf bösartige E-Mail-Anhänge zurückführen. Die Größe der Firmen und Organisationen spielte dabei offensichtlich keine Rolle.

Die Auswirkungen des Ransomware-Befalls waren zum Teil erheblich: In 70 Prozent der betroffenen Unternehmen waren einzelne Arbeitsplatzrechner befallen. 22 Prozent der betroffenen Unternehmen sahen sich mit Teilausfällen ihrer IT-Infrastruktur konfrontiert, elf Prozent hatten einen Verlust wichtiger Daten zu verzeichnen.

Hierzu erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm: „Die Ergebnisse der BSI-Umfrage machen deutlich, wie verwundbar viele Unternehmen in Deutschland für Cyber-Angriffe sind. Schon ungezielte Attacken wie die aktuellen Ransomware-Angriffe führen zu teils erheblichen Beeinträchtigungen der IT und gefährden den Geschäftserfolg.“

Wenn man die Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen wolle, dann müsse Cyber-Sicherheit ins Risikomanagement der Unternehmen integriert werden, so Schönbohm:. „Cyber-Sicherheit ist Chefsache.“ Nach wie vor beobachtet das BSI immer neue Wellen von Ransomware-Angriffen. Gleichsam schätzen 60 Prozent der befragten Unternehmen die eigene Bedrohungslage als verschärft ein.

Mehr Investitionen in Gegenmaßnahmen

Fast alle Unternehmen (86 Prozent) haben zusätzliche Maßnahmen getroffen, um sich besser vor Ransomware zu schützen. Dazu zählen die verstärkte Sensibilisierung der Mitarbeiter (76 Prozent) sowie technische Maßnahmen in Bereichen wie der Filterung an Netzübergängen, der Abwehr von Spam-Mails und der Verbesserung der Virenerkennung. 38 Prozent der Befragten planen darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen im Bereich Datensicherung und Backups.

Angesichts der Bedrohungslage hat das BSI schon Anfang März ein Themenpapier Ransomware veröffentlicht, das unter anderem mögliche Angriffsvektoren und Schäden darstellt und Unternehmen konkrete Empfehlungen und Hilfestellungen für die Prävention und die Reaktion im Schadensfall bietet. Das Themenpapier steht auf der Webseite des BSI zum Download zur Verfügung.

Mehr Informationen zur Ransomware-Umfrage des BSI sind abrufbar auf der Webseite der Allianz für Cyber-Sicherheit.

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