Security Suite für KMU Kaspersky Small Office Security 4 im Test

Autor / Redakteur: Götz Güttich / Stephan Augsten

Mit Small Office Security 4 stellt Kaspersky eine Sicherheits-Suite speziell für kleinere Umgebungen bereit. Zu den Funktionen gehören Antivirus, Spam-Filter, Datensicherung, Webfilter und Echtzeit-Schutz. Wir haben die Lösung im Testlabor genau unter die Lupe genommen.

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Kaspersky Small Office Security beinhaltet etliche Funktionen, darunter einen gehärteten Browser für sicheres Online-Banking.
Kaspersky Small Office Security beinhaltet etliche Funktionen, darunter einen gehärteten Browser für sicheres Online-Banking.
(Bild: Götz Güttich)

Kaspersky Small Office Security 4 eignet sich für Umgebungen mit bis zu 25 Anwendern. Die Lösung soll sich auch von Mitarbeitern ohne tiefgehende IT-Erfahrung schnell und einfach ins Netz integrieren, einrichten und administrieren lassen.

Zu diesem Zweck wurde die Suite mit diversen Assistenten versehen. Diese helfen dabei, das System zu implementieren, vorhandene Malware zu entfernen, Kontrollen und Richtlinien zu definieren und Verschlüsselungen sowie Backups einzurichten. Eine zentrale Verwaltungskonsole im Internet dient dazu, die Lösung aktuell zu halten und Konfigurationen gleichzeitig auf mehrere Computer zu verteilen.

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Zum bereits angesprochenen Leistungsumfang gehört zusätzlich eine Verschlüsselung zum Schutz vertraulicher Daten, Features zum Absichern von Online-Finanztransaktionen und optional eine sichere Passwort-Verwaltung. Die Software läuft auf Clients mit Windows XP oder neuer und Dateiservern ab Windows Server 2008 R2. Abgesehen davon unterstützt sie auch Android-Geräte mit Android 2.3 bis 4.4 und Mac OS X ab Version 10.7.

Der Test

Für den Test spielten wir die Sicherheits-Suite auf diversen Client-Systemen unter Windows 7 und Windows 8.1 sowie einem Server unter Windows Server 2012 R2. Über ein zuvor generiertes Konto für die zentrale Managementkonsole wurden alle Rechner verknüpft, um die Systeme remote warten zu können.

Anschließend setzten wir uns mit dem Leistungsumfang der Lösung auseinander. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die einfache Bedienung gelegt, da diese ja eines der wichtigsten Merkmale des Produkts ist. Nachdem die Suite auf allen Devices zufriedenstellend arbeitete, wandten wir uns der Dateiverschlüsselung, den Funktionen für Backup und Restore, dem sicheren Zahlungsverkehr und dem Passwort-Manager zu.

Letzteren testeten wir nicht nur unter Windows sondern auch unter Android und iOS 8.3. Da bei der Software die Kaspersky-Engine zum Einsatz kommt und die Usability im Zentrum des Tests steht, untersuchten wir die Virenerkennungsrate an dieser Stelle nicht, sondern verweisen statt dessen auf die entsprechenden Tests von AV-Test und AV-Comparatives.

Installation und Inbetriebnahme

Für den Test stellte uns Kaspersky eine Setup-Datei zur Verfügung. Es genügte, diese auf den Zielsystemen auszuführen und die Lizenz- und Nutzungsbedingungen anzunehmen. Danach installierte der Setup-Assistent die Software ohne weitere Rückfragen.

Nach dem Abschluss des Setups können die Benutzer die Small Office Security-Software über ein auf dem Desktop hinterlegtes Icon aufrufen. Danach landen sie in einem übersichtlich gestalteten Interface, in dem sich die wichtigsten Funktionen über große Buttons aufrufen lassen.

Der erste Button verzweigt auf die Statusübersicht. Diese informiert den Anwender über durchgeführte Updates, gefundene Bedrohungen und ähnliches. Mit dem nächsten Button lassen sich Virus-Scans starten. Hierbei unterscheidet Kaspersky zwischen vollständigen, schnellen und benutzerdefinierten Scans.

Unter "Update" laden die Benutzer Aktualisierungen für die Sicherheitslösung herunter. Normalerweise funktioniert das automatisch. Sollte es aber einmal erforderlich sein, die Virus-Datenbank auf die Schnelle manuell auf den neuesten Stand zu bringen, so lassen sich an dieser Stelle jederzeit Aktualisierungen anstoßen.

Ebenfalls von Interesse: der "Verwalten"-Button. Hier haben die User die Option, ihren Client mit dem bereits erwähnten Web-Verwaltungsportal zu verbinden. Dazu müssen sie zunächst einmal einen Account generieren. Danach ist es möglich, das Portal im Browser zu öffnen. Auf die Funktionalität dieser Web-Konsole gehen wir später noch genauer ein, genauso wie auf die über die nächsten Buttons erreichbaren Features "Passwort Manager" und "Virtueller Speicher".

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Small Office Security im Test schnell in Betrieb genommen war und sich einfach konfigurieren ließ. Alle Features sind leicht zugänglich und auch die Einstellungen wurden im Großen und Ganzen einfach gehalten und klar gegliedert, so dass Anwender in keinen Unternehmen keine Schwierigkeiten mit dem Produkt haben sollten.

Die Arbeit mit der Web-Konsole

Loggt sich der Anwender bei dem Web-Interface ein, so landet er in einer Übersicht, die ihm alle mit seinem Konto verbundenen Geräte anzeigt. So genannte Gruppenaufgaben ermöglichen schnelle und vollständige Untersuchungen der verwalteten Devices und den Anstoß von Datenbankaktualisierungen auf den verbundenen Computern.

Zu den Geräten stehen darüber hinaus noch diverse Informationen zur Verfügung. Dazu gehören die jeweils installierten Kaspersky-Programme wie Small Office Security oder Passwort Manager und der Sicherheitszustand der Systeme. Neben der Geräteübersicht existiert auch eine Lizenzübersicht, über die die Anwender die auf den Geräten vorhandenen Lizenzen mit Informationen wie dem Aktivierungsdatum und ähnlichem anzeigen lassen. An der gleichen Stelle besteht auch die Option, Lizenzcodes hinzuzufügen.

Die Web-Kontrolle

Die Web-Kontrolle stellt eine der leistungsfähigsten Funktionen der Kaspersky Security Suite dar. Diese ist nach der Installation inaktiv, kann aber über die Verwaltungskonsole in Betrieb genommen werden.

Mit der Web-Kontrolle haben die Benutzer ein Werkzeug in der Hand, das ihnen hilft, wenn es darum geht, die Internet-Zugriffe der Unternehmensmitarbeiter zu beschränken. So lassen sich zum Beispiel Zugriffsbeschränkungen unter der Woche oder am Wochenende zu bestimmten Uhrzeiten einrichten.

Es ist außerdem möglich, eine sichere Suche zu aktivieren und diverse Webseiten zu sperren. Darüber hinaus ermöglicht das System den Einsatz von White Lists, woraufhin es ausschließlich den Verkehr zu den in diesen White Lists aufgeführten Web-Seiten zulässt.

Virtuelle Datenspeicher

Im nächsten Schritt des Tests nahmen wir die Funktion zum Verschlüsseln kritischer Unternehmensdaten genauer unter die Lupe. Zu diesem Zweck legt die Kaspersky Small Office Security Containerdateien an, die als virtuelle Laufwerke in das Betriebssystem eingebunden werden und auf die sich dann die zu sichernden Informationen verschieben oder kopieren lassen. Die Konfiguration erfolgt über einen Wizard und stellt niemanden vor besondere Anforderungen. Die Verschlüsselung erfolgt mit AES und einer effektiven Schlüssellänge von 56 Bit.

Backups und Wiederherstellungen von Daten

Über die Backup-Funktion sichern die Anwender ihre Daten auf eine lokale Festplatte, ein Windows-Share, ein Wechselmedium, einen FTP-Server oder via Dropbox in die Cloud. Die Datensicherung wird wie die Verschlüsselung über einen Wizard konfiguriert und die Backup-Vorgänge starten entweder manuell oder automatisch nach einem Zeitplan.

Option für sicheren Zahlungsverkehr

Zum Sichern des Zahlungsverkehrs über das Netz verwendet Kaspersky die Safe Money-Technologie. Um diese Funktion zu nutzen, müssen die Anwender zunächst die abzusichernden Webseiten mit ihrer URL in eine Liste eintragen und die Option "Sicherer Browser aktivieren" einschalten. Gehen sie danach auf eine der genannten Webseiten, so öffnet sich der "Sichere Browser" automatisch. Bei Bedarf steht auch eine virtuelle Tastatur zur Verfügung.

Konkret sieht die Benutzung des sicheren Zahlungsverkehrs folgendermaßen aus: Ruft der Benutzer im Betrieb mit seinem Browser eine der in der Liste erfassten Webseiten auf, so überprüft Kaspersky während des Ladens der Seite automatisch anhand einer Datenbank mit vertrauenswürdigen Adressen (die vom Hersteller oder vom Benutzer selbst zur Verfügung gestellt wird) ob die Seite in Ordnung ist. Trifft das zu, so wechselt der Browser in den "Safe Mode", der ihn vor Injections und Angriffen von verdächtigem Code schützt.

Taucht die Webseite nicht in der eben genannten Datenbank auf, so untersucht die Security Suite die Site mit einer heuristischen Analysefunktion, um Phishing-Scams auszumachen. Stellt sich heraus, dass die Seite unsicher ist, so blockt das System den Zugriff.

Passwort-Manager mit Web-Synchronisation

Zum Schutz der von den Anwendern benutzten Passwörter stellt Kaspersky als optionale Lösung einen Passwort Manager bereit. Bis zu 15 Passwörter lassen sich kostenlos damit verwalten, ansonsten wird eine zusätzliche Gebühr fällig. Der Passwort-Manager steht für Windows, Android und iOS zur Verfügung.

Die Einträge werden über das Web-Portal synchronisiert, so dass mobile Nutzer auch unterwegs den gleichen Zugriff auf ihre Passwörter haben wie an ihrem Windows-Rechner. Im Betrieb sind die Benutzer dazu in der Lage, Internet-Zugangsdaten einzutragen, die der Passwort Manager dann automatisch beim Öffnen der dazugehörigen Webseiten in diese einfügt. Das gleiche gilt auch für Zugangsdaten für Anwendungen.

Im Betrieb gefiel uns der Passwort Manager sehr gut. Es ist praktisch, die Passwörter auch unterwegs dabei zu haben und das automatische Eintragen der Credentials in Webseiten und Software-Logins – das im Test auf Anhieb funktionierte – nimmt den Usern viel lästige Arbeit ab.

Fazit

Die Kaspersky Small Office Security 4 bietet den Anwendern mit den Anti Malware-Funktionen, dem Web-Filter, dem Internet-basierten Konfigurationstool, der Verschlüsselungsfunktion, dem Backup, dem sicheren Zahlungsverkehr und dem optionalen Passwort Manager alles, was ein kleines Unternehmen für den Schutz seiner Daten braucht.

Da alle Funktionen nahtlos in die Software integriert wurden, müssen die Anwender lediglich auf ein Programm zugreifen, wenn sie ihre Sicherheitsfeatures nutzen wollen. Das macht die Arbeit mit der Suite einfach, spart Schulungskosten und ermöglicht es jedem User, seine Daten selbst zu schützen. Gleichzeitig hilft das Web-Interface dabei, das Sicherheitsniveau des ganzen Netzes auf einem konsistenten Stand zu halten.

Installation und Inbetriebnahme des Produkts brachten im Test keine Schwierigkeiten mit sich und die Software ließ sich auch im laufenden Betrieb einfach nutzen. Kaspersky hat das durch sinnvoll zusammengefasste und größtenteils selbsterklärende Einstellungsoptionen und diverse hilfreiche Assistenten realisiert, so dass komplizierte Konfigurationsparameter unter der Haube bleiben und die Benutzer nicht verwirren. Das Produkt eignet sich damit sehr gut für den Einsatz in kleineren Umgebungen.

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