Künstliche Intelligenz auch ohne Cloud

KI-Chips helfen dem Datenschutz

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Nico Litzel

Qualcomm sieht eine große Zukunft für On-Device-KI.
Qualcomm sieht eine große Zukunft für On-Device-KI. (Bild: Qualcomm)

Künstliche Intelligenz (KI) kann erst dann ihre Vorzüge ausspielen, wenn es Vertrauen in den Datenschutz gibt. Ein wesentlicher Schritt dabei ist, mehr KI-Services auf den Geräten selbst zu erbringen. KI-Chips helfen beim smarten Edge Computing.

Jeder dritte Entscheider in deutschen Unternehmen sorgt sich um den Datenschutz, wenn es um die Nutzung von KI (Künstliche Intelligenz) geht. Dieses Ergebnis der „Potenzialanalyse Künstliche Intelligenz“ von Sopra Steria Consulting muss sehr ernst genommen werden. Wie andere Studien zeigen, haben die Verbraucher sogar noch mehr Sorgen: Laut Pegasystems fürchten sich 70 Prozent der Konsumenten vor den möglichen Folgen von KI.

Gleichzeitig breiten sich smarte Lösungen in alle Lebensbereiche aus. Auch Waschmaschinen und Kühlschränke werden immer schlauer, wie zum Beispiel Samsung auf der IFA 2017 präsentierte, mit der Samsung QuickDrive WW8800 oder dem Samsung Family Hub 2.0. Diese Nähe zum täglichen Leben unterstreicht, dass KI vertrauenswürdig und datenschutzgerecht sein muss, im Unternehmen und in den Privathaushalten.

Datenschutz bei KI

Die Bedenken gegenüber KI hängen vielfach damit zusammen, dass die Nutzer nicht wissen, was die Künstliche Intelligenz für Folgen haben kann. Unsicherheit besteht zum Beispiel darüber, welche personenbezogenen Daten gesammelt werden, wie diese ausgewertet werden, wo die Daten gespeichert werden und wer zu welchem Zweck darauf Zugriff bekommen wird.

Nicht ohne Grund sind dies die gleichen Fragen, die man sich auch im Cloud Computing stellt: KI-Lösungen nutzen häufig Cloud-Services für die Analyse der Daten, oftmals auch für die Speicherung der Daten. Daraus folgt, dass das bekannte Misstrauen gegenüber der Cloud auch Auswirkungen auf das Vertrauen oder eben Misstrauen bei Künstlicher Intelligenz nach sich zieht, immer vorausgesetzt, die betroffenen Nutzer wissen überhaupt, dass es sich um KI handelt und eine Cloud genutzt wird. Dieses Wissen müssen aber die Anbieter sicherstellen, KI und Cloud müssen transparent eingesetzt und angeboten werden.

Ein Ausweg: weniger Cloud bei KI-Services

Bleiben die personenbezogenen Daten aber geschützt (!) auf den Geräten und werden nur anonymisierte Daten mit der Cloud ausgetauscht, können die Bedenken wegen des Datenschutzes deutlich verringert werden. Die Verlagerung von Datenanalysen auf die Geräte ist bekanntlich ein wichtiger Vorteil von Edge Computing gegenüber dem reinen Cloud Computing.

Eine aktuelle Entwicklung ist allerdings, KI-Services vermehrt aus der Cloud zu beziehen. Hier müssen die Lösungen im Bereich Edge Computing noch nachziehen und KI-Fähigkeiten auf den Geräten und lokal beim Nutzer stärker. Es muss für die Anwenderunternehmen und für die Verbraucher möglich sein, sich für KI aus der Cloud oder aber KI auf dem eigenen Gerät oder im eigenen Netzwerk aktiv zu entscheiden.

Neue KI-Chips und Cloud-Einbahnstraßen können helfen

Auf der IFA 2017 stellte Huawei den KI-Chip Kirin 970 vor.
Auf der IFA 2017 stellte Huawei den KI-Chip Kirin 970 vor. (Bild: Oliver Schonschek)

Aber es tut sich etwas: Auf der IFA 2017 stellte Huawei unter anderem Kirin 970 vor. On-Device AI, also Künstliche Intelligenz direkt auf dem Gerät, ist für Huawei eine wichtige Antwort auf bestehende KI-Probleme wie Latenz, Stabilität und eben Datenschutz. Die Zukunft der mobilen AI sieht Huawei in der Kombination aus Cloud-AI und On-Device-AI.

Entsprechende Ansätze sieht man auch bei anderen Anbietern und in anderen Anwendungsbereichen:

Lösungen wie viRaCube verarbeiten Sensordaten lokal und holen nur die Wetterdaten aus der Cloud, um den Datenschutzwünschen der Nutzer gerecht zu werden.
Lösungen wie viRaCube verarbeiten Sensordaten lokal und holen nur die Wetterdaten aus der Cloud, um den Datenschutzwünschen der Nutzer gerecht zu werden. (Bild: viratec.at)

  • viRaCube ist eine intelligente Bewässerungssteuerung (Smart Gardening), die sich Wetterdaten aus der Cloud holt, aber die Datenanalyse zur Verarbeitung der Nutzerdaten nur lokal auf dem Gerät vornimmt. Laut Anbieter möchte man damit bereits in diesem frühen Stadium des smarten Gartens die Datenschutzbedenken der Nutzer berücksichtigen.

Auch im Bereich Security werden intelligente Analysen auch ohne Cloud angeboten, genauer gesagt mit einer Einbahnstraße aus der Cloud in die eigenen Systeme, ohne Rückspielen von personenbezogenen Daten in die Cloud: Kaspersky Lab präsentierte kürzlich die neue Version von Kaspersky Private Security Network. Kaspersky Private Security Network liefert einen Zugriff auf globale Bedrohungsinformationen, basierend auf 80 Millionen Sensoren, ohne dass vertrauliche Informationen die Infrastruktur des jeweiligen Unternehmens verlassen.

Es zeigt sich: KI-Services, die die Möglichkeiten der Geräte und das Edge Computing stärker nutzen und die die Cloud als Ergänzung nehmen, sorgen für eine neue Situation im Datenschutz bei Artificial Intelligence. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Erfolg von KI voranzutreiben und gleichzeitig an die Compliance und die Sorgen der Nutzer zu denken.

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