Auf dem IP-Insider-Prüfstand – Praxistest Fluke AirCheck WiFi-Tester, Teil 2

Konkreter Fall, praktischer Einsatz – so schlägt sich der WLAN-Tester

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Fehlereingrenzung und -beseitigung

Nachdem die zwei Geräte lokalisiert waren, stellte sich mit Hilfe des AirCheck heraus, dass beide APs auf demselben Kanal arbeiteten, der zudem noch von drei (!) weiteren empfangbaren SSIDs benutzt wurde. Damit war natürlich sofort klar, wo die Ursache für den instabilen Betrieb lag und diese konnte durch einfache Umstellung der Kanäle auf zwei unterschiedliche, nicht mehrfach benutzte Frequenzen behoben werden.

Dennoch meldete der Kunde weiterhin sporadische Störungen in seinem 802.11g-WLAN, die vorwiegend zur Mittagszeit auftraten und andere, die überwiegend am frühen Abend in der Zeit direkt nach Betriebsende festzustellen waren.

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Hier spielte der AirCheck nun voll seine Stärken aus. Mit voll geladenem Akku, Richtantenne, Notebook mit installiertem AirCheckManager und übertragenen Profilen konnte das gesamte zweistöckige Firmengebäude über einen Zeitraum von 5 Stunden überwacht werden. Mehrere Sessions wurden abgelegt, diverse Standorte in Meßprotokollen gespeichert und die Messungen vor allem während der auftretenden Störungen mittags und abends intensiviert.

Die Auswertung der Messergebnisse ergab nun, dass zur Mittagszeit eine sehr hohe Störstrahlung im 2,4-GHz-Bereich zu verzeichnen war. Schnell war klar: Diese stammt aus den beiden Mikrowellenherden in der kleinen Küche, die natürlich zur Mittagszeit intensiv benutzt wurden. Mit angeschlossener Richtantenne lässt sich eine derartige Störung auch durch mehrere Wände und in relativ großer Entfernung noch messen; selbst in Räumen am anderen Ende des Stockwerks und in dem Raum unter der Küche! Hier ist das Zubehörteil also wirklich wertvoll!

Die Störungen abends ließen sich ebenfalls ermitteln, stammten jedoch aus einer ganz anderen Quelle: Hier war ein Außendienstmitarbeiter der „Schuldige“, der regelmäßig zum Feierabend seine Tagesdaten vom Organizer via Bluetoothverbindung mit seinem Arbeitsplatz-PC abglich. Die Bluetooth-Signale verursachten die abendlichen Interferenzen!

Die Lösung des Problems fand sich in der Installation eines Dual-Accesspoints und dessen Betriebs im 5-GHz-Frequenzband. Alle Mikrowellen- und Bluetooth-Störungen konnten so behoben werden. Für solche Fälle ist also der Umstieg auf 5 GHz unbedingt zu empfehlen!

Sehr hilfreich für die Ermittlung geeigneter Betriebsparameter eines WLANs ist dabei die Funktion des Fluke AirCheck, die IP-Adressen von DHCP-Servern, DNS-Servern und Gateways „anzupingen“ und mittels Protokoll aufzuzeichnen. Damit kann problemlos eine Aussage über die Reichweite einer Drahtlosverbindung gemacht werden, die nach folgender Formel berechnet wird:

Ping-Antwortrate (empfangene Pingantworten geteilt durch gesendete Pings) mal aktuelle Datenrate dividiert durch maximal mögliche Datenrate (in %).

Solche Messungen – durchgeführt mit verschiedenen Komponenten, Kanälen und Modi – erlauben es sehr schnell und übersichtlich, die optimalen Bedingungen für den Betrieb des Drahtlosnetzwerks zu ermitteln.

Fazit

Der AirCheck ist tatsächlich ein brauchbarer Helfer in der Praxis. Die zusätzliche Antenne ist jedoch kein unbedingt benötigtes Zubehörteil, denn im beschrieben Einsatzszenario hätte sich das Resultat auch ohne Richtempfang erzielen lassen. Nur in Fällen, wo eine wirklich schwierige Konstellation mit sehr schwachen Signalen, vielen Störungen und schwer zu ortenden Pegeln vorherrscht, ist die Antenne eventuell sinnvoll. Das Handling mit angeschlossener Externantenne gestaltet sich allerdings etwas unpraktisch.

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