Interos Annual Global Supply Chain Report Lieferketten sind unzureichend gegen Cyber-Angriffe gesichert

Redakteur: Peter Schmitz

Rund 145 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr verliert im Schnitt jedes Unternehmen in der DACH-Region, weil Unterbrechungen der Lieferkette auftreten. Das belegt der Global Supply Chain Report von Interos. Eine Ursache der Störungen sind Cyber-Angriffe, etwa mit einer Verschlüsselungssoftware.

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In zwei Jahren werden Risikomanagement und Widerstandsfähigkeit der globalen Lieferkette für 50 Prozent der Unternehmen oberste Geschäftspriorität sein.
In zwei Jahren werden Risikomanagement und Widerstandsfähigkeit der globalen Lieferkette für 50 Prozent der Unternehmen oberste Geschäftspriorität sein.
(Bild: Travel mania - stock.adobe.com)

Doch es ist nicht nur ein direkter finanzieller Schaden, der Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) durch Probleme mit ihrer physischen oder digitalen Lieferkette entsteht. Bei 83 Prozent führte dies bereits dazu, dass ihre Reputation Schaden nahm. Das wiederum hatte zur Folge, dass Kunden ihr Vertrauen in das Unternehmen verloren, so der Interos Annual Global Supply Chain Report.

Nach Covid 19 (51 Prozent) waren es vor allem Cyber-Attacken und Datenlecks (42 Prozent), die sich negativ auf die Supply Chain auswirkten. Damit hat dieser einen höheren Stellenwert als Finanzrisiken, die Insolvenz von Partnerunternehmen und Probleme mit dem Datenschutz. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten in den vergangenen zwei Jahren Vorfälle im Bereich Cyber-Security, etwa Angriffe mit einer Ransomware wie REvil.

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Um Risiken durch solche Angriffe zu reduzieren, ist laut der Studie von Interos vor allem eines wichtig: eine komplett transparente Lieferkette. Unternehmen müssen jederzeit darüber im Bilde sein, wie die "Glieder" der Supply Chain miteinander verknüpft sind, welche Auswirkungen der Ausfall von Lieferanten haben kann und welche Rolle Cyber-Risiken dabei spielen.

Doch nur ein Drittel der Unternehmen führt regelmäßig entsprechende Assessments durch und nur ein Viertel greift auf automatisierte Prozesse zurück, etwa in Verbindung mit KI-basierten Datenanalysen. Die Studie kommt daher zu folgender Schlussfolgerung: Die jetzigen Maßnahmen reichen in den meisten Fällen nicht aus, um einen zufriedenstellenden Schutz der Lieferketten zu garantieren. Eine gute Nachricht für Cyber-Kriminelle.

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