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Kontrolle über soziale Netzwerke Life Management schützt private Daten

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Peter Schmitz

Die Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken wie Facebook haben insbesondere im letzten Jahr viele Diskussionen verursacht. Aber es geht auch anders!

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Life Management könnte den Markt der sozialen Netzwerke grundlegend verändern, denn das Konzept, dass meine Daten mir gehören und nicht Facebook oder anderen Netzwerken, hat viele Vorteile. (Fotolia)
Life Management könnte den Markt der sozialen Netzwerke grundlegend verändern, denn das Konzept, dass meine Daten mir gehören und nicht Facebook oder anderen Netzwerken, hat viele Vorteile. (Fotolia)

Ein Beweis dafür, dass es bei sozialen Netzwerken auch ohne die ständig lauernde Gefahr geht, dass die falsche Person das falsche übereinen selbst erfährt ist personal.com. Das Unternehmen steht für einen Trend hin zu Life Management-Plattformen oder „Personal Data Management“, bei dem es eben darum geht, dass nicht alles jeden interessieren sollte.

Im Gegensatz zu den gängigen Ansätzen von sozialen Netzwerken arbeitet personal.com nach dem Konzept, dass dem Benutzer seine Daten gehören und dass er steuert, welche Informationen er mit wem teilen möchte. Die Washington Post hat über das Konzept bereits begeistert berichtet.

Mehr Kontrolle über die eigenen Daten

Bei personal.com kann der Anwender unterschiedlichste Informationen speichern, die dort in als „gem“ (Edelstein) bezeichneten Containern abgelegt werden.´Für die Container kann er dann selbst steuern, welche Informationen er wem zeigen möchte. So kann man beispielsweise einen Container mit Informationen zu den Versicherungen ausschließlich mit dem Lebenspartner teilen, einen Container mit den wichtigsten Daten zum Auto auch mit den bereits einen Führerschein besitzenden Kindern, wieder andere wie beispielsweise Präferenzen für Flugbuchungen mit verschiedenen Fluggesellschaften und so weiter. Dienstanbieter können die API von personal.com nutzen, um auf solche Informationen zuzugreifen und Mehrwertdienste anzubieten. Solche Mehrwertdienste können beispielsweise die Flugbuchung oder gezielte Anzeigen nur für die Dinge, die einen interessieren, sein.

Innerhalb des Netzwerks können auch Daten geteilt werden. Wenn jemand beispielsweise die grundlegenden Wartungsinformationen für einen bestimmten Fahrzeugtyp schon eingegeben hat, können andere diese Informationen – eine entsprechende Freigabe vorausgesetzt – ebenfalls nutzen. Damit muss man viele Daten nicht mehr eingeben, die relevanten privaten Informationen (also beispielsweise wer ein solches Auto fährt) bleiben aber weiter privat. Kochrezepte wird man vielleicht ganz öffentlich machen wollen, andere Dinge bleiben eben völlig privat oder werden nur mit den Anbietern der jeweiligen Versicherung oder dem Finanzdienstleister geteilt. Ob sich personal.com wird durchsetzen können, bleibt noch abzuwarten. Es steht aber für ein Konzept, das sich abwendet von der völligen Offenheit, die beispielsweise von Facebook propagiert wird und dem Benutzer die Kontrolle über seine Daten verspricht.

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