Symantec-Studie zu Disaster Recovery Planung in KMUs Mangelhafte Business Continuity kostet kleine Firmen Kunden

Redakteur: Peter Schmitz

Eine aktuelle Symantec-Studie zeigt, dass kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ihre Vorbereitungen gegen IT-Ausfälle viel zu positiv einschätzen. Rund die Hälfte der 1650 Befragten hat keinen Disaster Recovery-Plan in der Schublade. Dabei verursacht ein Ausfall der IT der Studie zufolge meist einen Schaden von mehr als 10.000 Euro. Problematisch für die Unternehmen ist, dass Kunden solche Ausfälle längst nicht mehr tolerieren und lieber zur Konkurrenz wechseln.

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Kleine und mittelständische Unternehmen vernachlässigen die Business Continuity Planung. So kostet ein kleiner IT-Ausfall schnell viel Geld.
Kleine und mittelständische Unternehmen vernachlässigen die Business Continuity Planung. So kostet ein kleiner IT-Ausfall schnell viel Geld.
( Archiv: Vogel Business Media )

Viren, Hackerangriffe, Stromausfälle oder Naturkatastrophen: Die Ergebnisse der „2009 SMB Disaster Preparedness Survey“ (pdf) von Symantec zeigen, dass die befragten KMUs alleine in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich drei IT-Ausfälle zu vermelden hatten. Ausfälle, durch die bei rund 42 Prozent der Befragten der IT-Betrieb für acht Stunden und länger still stand. Im Schnitt entstand den Betroffenen ein Schaden von etwa 10.000 Euro, einer von vier Befragten hat dabei sogar wichtige Daten verloren.

Diese Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz dazu, wie die befragten KMUs die Wirkung ihrer Gegenmaßnahmen einschätzen. So setzt die überwältigende Mehrheit großes Vertrauen in ihre aufgesetzten Disaster Recovery-Pläne. 82 Prozent der weltweit befragten IT-Zuständigen gaben an, dass sie zufrieden bis sehr zufrieden mit ihren Vorkehrungen sind. Die deutschen Unternehmen sind etwas weniger euphorisch. Rund 59 Prozent schließen sich dieser Aussage an.

Bei der Frage, wie gut vorbereitet sie sich für den Fall einer IT-Störung fühlen, kommt die Studie zu ähnlichen Ergebnissen. Während weltweit 84 Prozent der KMUs sagen, dass sie sich geschützt bis sehr geschützt fühlen, sind es in Deutschland mit 66 Prozent etwas weniger. Ein alarmierendes Ergebnis, denn die Hälfte dieser KMUs gibt gleichzeitig an, noch nicht zu wissen, wie sie in einem solchen Fall reagieren sollten.

Obwohl 86 Prozent der deutschen Befragten – fast doppelt so viele wie im internationalen Vergleich (47 Prozent) – keinen Plan für einen möglichen IT-Vorfall bereithalten, geben 77 Prozent von ihnen zumindest an, dass sie noch innerhalb der kommenden sechs Monate einen Notfallplan erstellen wollen.

Loyalität der Kunden aufs Spiel gesetzt

Die meisten KMUs gehen davon aus, dass solche Vorfälle nur interne Folgen auslösen und ihre Kunden darauf mit Verständnis und Geduld reagieren. Besonders die deutschen KMUs sind extrem zuversichtlich. Keines der befragten Unternehmen hierzulande meint, dass sich seine Kunden im Ernstfall nach Alternativen umsehen oder gar zur Konkurrenz wechseln würden. Weltweit fürchten immerhin 34 Prozent der Studienteilnehmer diese Schritte.

Dabei wirkt sich das riskante Verhalten der KMUs besonders auf die Kunden aus. Wie die Studie herausfand, sind 42 Prozent der Befragten bei einem Vorfall im Netz ihres bevorzugten Anbieters zur Konkurrenz gewechselt. 63 Prozent sagten, dass die IT-Ausfälle dem Ansehen ihres Anbieters geschadet habe.

Über die Studie

Symantecs Disaster-Plan-Studie ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im August und September 2009 von Applied Research durchgeführt wurde. Im Rahmen der Studie wurden IT-Verantwortliche in kleinen und mittelständischen Unternehmen befragt. Sie sollten den Zustand und den Einfluss ihrer Desaster-Notfallpläne, deren Stellenwert sowie die Umsetzung näher beleuchten. Die Studie umfasst mehr als 1.650 Antworten aus 28 Ländern in Nordamerika, EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), dem asiatischen Pazifik sowie Lateinamerika.

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